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Omar Artan ist Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025
sda
Als erster Somalier überhaupt war Omar Abdulkadir Artan für eine Fussball-WM nominiert worden. Doch statt auf dem Rasen landete der Schiedsrichter in einem Verhörraum. Nun äussert er sich erstmals öffentlich. Auch die USA nehmen Stellung.
Zum ersten Mal seit seiner Rückweisung hat sich Omar Abdulkadir Artan gegenüber der «New York Times» geäussert. Der somalische Unparteiische hätte an der WM 2026 als erster Schiedsrichter seines Landes Geschichte schreiben können.
Stattdessen endete seine Reise bereits am Flughafen von Miami.
«Ich bin sehr, sehr enttäuscht», sagte Artan in einem Telefoninterview aus Istanbul. «Ich bin einfach nur ein Schiedsrichter, der versucht hat, seinen Traum zu leben – den grössten Traum meines Lebens.»
Artan war am Samstag, wenige Tage vor dem WM-Start, in Miami gelandet. Dort wurde er nach eigenen Angaben von US-Grenzbeamten zur Seite genommen und stundenlang befragt.
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Er habe sämtliche Dokumente vorgelegt, darunter sein Visum, FIFA-Unterlagen sowie Nachweise über seine langjährige Karriere als Schiedsrichter.
«Ich hatte die richtigen Papiere. Ich hatte das richtige Visum», sagte er.
Nach rund elf Stunden Befragung sei er zunächst in eine weitere Zelle gebracht und später auf einen Rückflug nach Istanbul gesetzt worden. Einen konkreten Grund für die Verweigerung der Einreise habe man ihm nicht genannt.
Wie die USA nun bekanntgeben, seien Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund für die verweigerte Einreise von Omar Artan. Die Überprüfung am Flughafen in Miami habe bei Artan «Verbindungen zu mutmasslichen Mitgliedern terroristischer Organisationen» ergeben, teilte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mit. Weitere Einzelheiten habe er nicht genannt.
Laut Experten könnte eine Namensähnlichkeit mit einer Person auf einer US-Sanktionsliste eine Rolle gespielt haben. Dort wird ein Mann mit nahezu identischem Namen aufgeführt, dem Verbindungen zur islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab vorgeworfen werden.
Artan bestreitet jegliche Verbindung. Die Beamten hätten ihn wiederholt gefragt, ob er Mitglieder der Miliz kenne. «Ich weiss nichts über Al-Shabaab», sagte er. «Ich bin einfach Fussball-Schiedsrichter.»
Der Fall sorgt international für Diskussionen. Mehrere hochrangige Fussballfunktionäre sowie prominente Demokraten kritisierten die Entscheidung der US-Behörden.
Aus dem Umfeld des Weissen Hauses wurde die Massnahme hingegen verteidigt. Andrew Giuliani, Leiter der WM-Taskforce der US-Regierung, erklärte gegenüber der BBC, es habe belastende Informationen gegeben. Konkrete Details nannte er jedoch nicht.
Artan selbst glaubt inzwischen, dass seine Herkunft eine Rolle gespielt haben könnte. «Ich denke, sie haben ein Problem mit meinem Land», sagte er.

Omar Artan pfiff auch schon das afrikanische Champions-League-Final.
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Die FIFA bestätigte inzwischen, dass Artan nicht an der Weltmeisterschaft eingesetzt werden kann. Der Weltverband erklärte, Einreiseverfahren lägen ausschliesslich in der Verantwortung der jeweiligen Staaten.
Besonders bitter für Artan: Nach eigenen Angaben hatte er sich vier Jahre lang gezielt auf die WM vorbereitet, zahlreiche FIFA-Kurse besucht und war 2025 von der afrikanischen Fussballkonföderation CAF sogar zum Schiedsrichter des Jahres gewählt worden.
Nun kehrt er ohne WM-Einsatz nach Mogadischu zurück. Sein Traum, als erster Somalier ein WM-Spiel zu leiten, ist vorerst geplatzt.