Afrika-Kenner Otto Pfister «Petkovic macht super Arbeit, er kann mit Algerien den Afrika-Cup gewinnen»

Michael Wegmann

22.12.2025

Ex-Nati-Trainer Vladimir Petkovic trainiert nun Algerien. 
Ex-Nati-Trainer Vladimir Petkovic trainiert nun Algerien. 
IMAGO/NurPhoto

Trainer-Routinier Otto Pfister schwärmt vom früheren Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Den Schweizer Legionären traut er hingegen am Afrika Cup in Marokko nicht allzu viel zu.

Michael Schifferle

Otto Pfister, 88, hat in Afrika gesehen, was es zu sehen gibt. Er wurde mit der jungen Elfenbeinküste U23-Weltmeister. Er stand mit Ghana und Kamerun im Final des Afrika-Cups. Er führte Togo, unter anderem gegen die Schweiz, 2006 an die WM in Deutschland – er holte Titel mit Zamalek Kairo, dem einstigen Klub von Christian Gross. Er liebt das Abenteuer, er liebt die Menschen, aber er sagt kompromisslos. «Es ist ausgeschlossen, dass ein afrikanisches Land jemals eine WM gewinnen wird.»

Klar, das spielerische Potenzial sei herausragend. Die Technik, das Ballgefühl – aber die Organisation? Die Infrastruktur? «Ghana, als eines der reichsten Länder, hat gerade mal zwei brauchbare Rasenplätze», sagt Pfister. «Und: Jeder Spieler, auch wenn er nur Durchschnitt ist, kann über Jahre seine Familie ernähren. Klar, dass die Prämien keine Formsache sind wie bei uns. Da wird bis aufs Blut gefeilscht. Da ist an eine seriöse Vorbereitung kaum zu denken.»

«Auch Murat Yakin macht super Arbeit»

Zudem hole man viel zu viele ausländische Trainer, die mit der afrikanischen Kultur nicht zurechtkämen. Da werde Disziplin eingefordert und Strenge gezeigt, wo Milde und Menschlichkeit gefragt seien. «Ich weiss, dass der nigerianische Spitzenspieler Obafemi Martins einst wegen ein paar Minuten Verspätung vom Nationaltrainer verspottet wurde. Die ganze Mannschaft ist dem Trainer, einem Europäer, nicht mehr gefolgt. Der war weg.»

Afrika-Kenner Otto Pfister.
Afrika-Kenner Otto Pfister.
imago (Archivbild)

Beim Afrika-Cup ticken die Uhren anders – ohne Europäer, Asiaten oder Südamerikaner. Wen schätzt Pfister am höchsten ein? Er sagt: «Ganz klar: Ägypten, auch wenn Salah nicht in Bestform ist. Marokko mit Achraf Hakimi oder auch Algerien.» Algerien wird seit 2024 von einem alten Bekannten trainiert: Ex-Nati-Trainer Vladimir Petkovic. «Der macht super Arbeit – wie übrigens Murat Yakin in der Schweiz auch.» Die Algerier gewannen ihre Quali-Gruppe mühelos.

Den Schweizer Super-League-Legionären traut Pfister nicht allzu viel zu. Lausanes Goaoussou Diakité oder Abdoulaye Diabye von GC seien ordentliche Spieler wie auch Imourane Hassane von GC oder Jaouen Hajdam von YB – den Durchbruch traut er aber keinem zu.

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