«Phantasialand» – Klopp-Spruch verärgert Manchester City

tbz

2.8.2019

Jürgen Klopp (links) und Omar Berrada kreuzen bereits vor Saisonstart die verbalen Klingen.
Bild: Getty

Rechtzeitig auf die Begegnung im «Community-Shield» gehen die verbalen Provokationen zwischen Manchester City und dem FC Liverpool wieder los. Dieses Mal regt sich die Führung der «Citizens» über einen Spruch von Jürgen Klopp auf.

Der FC Liverpool und Manchester City mögen sich nicht. Das ist kein Geheimnis. Nicht nur die Transfers von Raheem Sterling oder James Milner schürten während der letzten Jahre die grosse Rivalität zwischen den beiden Mannschaften, auch der stetige Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft im englischen und europäischen Fussball trug seinen Teil dazu bei. Seit Manchester Citys Triumph in der Premier League und Liverpools Sieg im Champions-League-Finale wurde es aber wieder ruhiger im Nordwesten Englands.

Pünktlich zum Start der neuen Saison und just vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Fussball-Schwergewichte im «Community Shield» wird nun aber wieder Öl ins Feuer gegossen. Vor einigen Tagen verteidigte Jürgen Klopp an einer Pressekonferenz Liverpools passive Transferpolitik. Nachdem vor einem Jahr noch fast 200 Millionen Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben wurden, halten sich die «Reds» heuer vornehm zurück. Sepp van den Berg und Harvey Elliott – beides Teenager – sind die einzigen Zugänge.

«Wir leben nicht im Phantasialand»

«Es gibt vier Klubs auf der Welt, die immer Geld ausgeben können: Madrid, Barcelona, Manchester City und PSG. Was auch immer sie tun wollen, sie können es. Ich habe keine Ahnung, wie sie das machen. Das lässt sich nicht mit uns vergleichen. Wir haben Rechnungen zu bezahlen, sorry», witzelte Klopp vor einer Woche. «Wir leben nicht im Phantasialand.»

In Manchester findet man diese Bermerkungen nicht so lustig. «Ich weiss nicht, warum solche Kommentare gemacht werden», sagte City-Betriebsleiter Omar Berrada gemäss dem englischen «Mirror». «Es ist schon sonderbar, dass unsere Ausgaben erwähnt werden. Wir sind damit einverstanden, wenn sie Geld ausgeben. Und es stimmt nicht, dass wir jedes Transferfenster 200 Millionen ausgeben. Die Realität ist, dass alle Top-Klubs so viel Geld ausgeben, wie sie für nötig halten.»

Omar Berrada (rechts) mit Manchester-City-Legende Mike Summerbee.
Bild: Getty

Gibt Manchester City tatsächlich mehr Geld aus?

Dieses Kreuzen der verbalen Klingen wirft die Frage auf, welcher der beiden Erzrivalen nun tatsächlich mehr Geld ausgegeben hat. Die Antwort ist ganz einfach. Seit Jürgen Klopp Trainer beim FC Liverpool ist, haben die «Reds» gemäss «Transfermarkt» die phantastische Summe von 437 Millionen Euro ausgegeben. In derselben Zeitspanne hat Manchester City hingegen fast auf den Cent genau 700 Millionen ausgegeben. Also deutlich mehr.

Der eigentliche Unterschied zeigt sich aber erst, wenn auch die Transfererlöse mit einberechnet werden. Und dann muss man Klopp tatsächlich recht geben. Denn der Deutsche hat seit seinem Amtsantritt lediglich 92 Millionen Euro mehr ausgegeben, als er mit Spielerverkäufen einnahm. Manchester City auf der anderen Seite gab in derselben Zeitspanne 486 Millionen mehr aus, als eingenommen wurde. Das ist ein Unterschied von fast 400 Millionen Euro.

Nichtsdestotrotz hat Omar Berrada mit seinen Aussagen nicht ganz unrecht. Denn dass die «Citizens» nicht in jedem Transferfenster 200 Millionen ausgeben, das stimmt. Das war nämlich nur in drei der letzten vier Jahre der Fall.

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport