Positionsdaten beim Restart beweisen: Weniger Kontakte als in der Hinrunde

SB10

22.5.2020 - 16:42

Auch das Ruhrpott-Derby (hier Dortmunds Hakimi im Kampf mit Schalkes Todibo) führte nicht zu mehr Kontakten.
Bild. Getty

Laut einer Untersuchung sind sich die Bundesliga-Spieler beim Restart seltener näher gekommen als in der Hinrunde. Kein Spieler sei dabei länger als 15 Minuten in Kontakt zu einem anderen Spieler gewesen.

In den 17 Spielen beim Re-Start der 1. und 2. Bundesliga sind sich die Spieler am vergangenen Wochenende wesentlich seltener näher gekommen als in den 306 Spielen zuvor der beiden Ligen in der Hinrunde dieser Saison. Das ist das Ergebnis der Auswertung von Sportec Solutions, welche im Auftrag der Deutschen Fussball Liga (DFL) die Spieldaten untersucht. Dazu gehören auch die Positionsdaten, die das Bewegungsprofil jedes Spielers abbilden und die bei jedem Spiel mit 16 bis 20 Kameras erfasst werden, wie der «Kicker» schreibt.

Wie in der Schweiz nahm man dabei einen Radius von zwei Meter als Grundlage und prüfte, wie oft Spieler in einer Partie dabei in diesem Bereich in direkten oder indirekten Kontakt kommen. In der Hinrunde dieser Saison war das im Durchschnitt – während des laufenden Spiels und inklusive kürzerer Unterbrechungen, zum Beispiel vor Standardsituationen – über etwa sieben Spielminuten der Fall. In fünf Prozent aller Fälle kreuzten sich die Wege eines Spielers mit anderen Spielern länger als 15 Minuten.



Zahlen beim Wiederbeginn gesunken

Beim Re-Start sank die Zahl auf knapp sechs Minuten und es kam nur in 2,3 Prozent der Fälle zu Kontakten mit anderen Spielern für über 15 Minuten. Gemäss dem deutschen Fussball-Magazin sind fehlende Rudelbildungen sowie allgemein weniger Reklamationen und Streitigkeiten nach Fouls die Hauptursachen für den gemessenen Unterschied.

Das Fazit von Dr. Hendrik Weber, Geschäftsführer Sportec Solutions: «Es war für uns spannend zu sehen, dass die Kontaktzeiten im Spiel offenbar geringer sind, als man gemeinhin denken könnte, und dass ‹Räume› nicht nur theoretisch eine wesentliche Charakteristik des Fussballs sind. Zudem ist es gerade in Zeiten der Corona-Pandemie eine interessante Erkenntnis, dass in der Bundesliga und auch 2. Bundesliga trotz knapp 90'000 Konstellationen in dieser Saison nach unserer Erhebung kein Spieler länger als 15 Minuten Kontakt zu einem bestimmten anderen Spieler hatte.»


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