PSG-Star Mbappé löst mit seinen Aussagen mittleres Erdbeben aus

pat

22.5.2019

Kylian Mbappé liebäugelt wohl mit einem Wechsel zu Real Madrid.
Bild: Keystone

PSG-Star Kylian Mbappé hat bei einer Preisverleihung einen Wechsel nicht ausgeschlossen. Der Klub sah sich in der Folge zu einem Statement gezwungen, in dem der Verbleib des Franzosen verkündet wurde.

Seit 2012 hat die Investorengruppe QSI (Qatar Sports Investments) um Präsident Nasser Al-Khelaifi in Paris das Sagen, sie besitzen 100 Prozent der Vereinsanteile. In den vergangenen sieben Jahren hat die Gruppe rund 1,2 Milliarden Euro in die Mannschaft gebuttert. Den aktuellen Marktwert von PSG beziffert die Webseite «Transfermarkt» mit 932,65 Millionen Euro. Die spektakulärsten Transfers waren jene von Neymar und Kylian Mbappé, die man für rund 400 Millionen Euro nach Paris lockte.

Financial Fairplay...

Wie das alles Hand in Hand mit den Regeln des Financial Fairplay geht? Es bleibt eines der grossen Geheimnisse des Fussballs. Es heisst zwar, die UEFA beobachte den Klub genau, doch Hinterzimmer-Deals lassen wohl manch einen «Richter» erblinden – so macht es zumindest den Anschein. Um die Glaubwürdigkeit nicht komplett zu verlieren, hat die UEFA nun aber entschieden, dass der Edelklub aus Paris bis zum 30. Juni Spieler im Wert von 60 Millionen verkaufen muss, sonst drohen Transfersperren und sogar der Ausschluss aus der Champions League.

Der Ausschluss aus jenem Wettbewerb also, den die Kataris mit PSG um jeden Preis gewinnen wollen, bislang aber Jahr für Jahr krachend gescheitert sind. Die nationale Liga würde man wohl auch mit weit tieferen Investitionen gewinnen.

Mbappé spricht von einem «Wendepunkt»

Würde PSG Neymar oder Mbappé verkaufen, die Financial-Fairplay-Sorgen wären wohl auf einen Schlag weggewischt. Doch so einfach wollen es sich die Kataris nicht machen, die beiden Superstars will man unbedingt halten. Aber wollen die beiden auch bleiben?

Um Neymar ranken sich schon lange Gerüchte, wonach er sich in Paris nicht so richtig wohlfühlen soll. Doch nun sorgt auch Mbappé für Aufregung. Der 20-jährige Weltmeister und Toptorjäger der Ligue 1 sagte am Sonntagabend an einer Gala von «beIN Sports»: «Es ist ein wichtiger Moment für mich, ein Wendepunkt in meiner Karriere, ein Moment, in dem ich mehr Verantwortung übernehme, vielleicht bei PSG, vielleicht woanders.» Das hört sich verdächtig nach Abschied an.

PSG will Mbappé auf keinen Fall verlieren

Auf Mbappés Interview hat PSG am Montag mit einem Statement auf Twitter reagiert: «PSG und Kylian Mbappé sind seit zwei Jahren sehr eng miteinander verbunden, und diese Geschichte wird sich auch in der nächsten Saison fortsetzen.» Der Verein wolle europäische Fussball-Geschichte schreiben, «dazu muss jeder bedeutende Spieler seine Aufgabe erfüllen und immer für das Kollektiv arbeiten.» Bisher hat das ja wunderbar geklappt ...

Ex-Coach Emery giesst Öl ins Feuer

Dass Mbappé sich nur zu gerne Real Madrid anschliessen würde, will auch sein ehemaliger Trainer Unai Emery wissen, der heute bei Arsenal das Sagen hat. In einem Interview mit dem spanischen Radiosender «Cadena SER» verriet er, dass Mbappé bereits im vergangenen Sommer wechselwillig war. «Ich habe viel mit ihm und seinem Vater gesprochen. Er wäre mit geschlossenen Augen nach Madrid gegangen, aber wir haben es geschafft, ihn zu überreden. Für die finanziellen Argumente hat dann PSG gesorgt.»

In diesem Sommer könnte die Geschichte einen anderen Lauf nehmen: Trainer Zinédine Zidane in der Rolle des Überedungskünstlers, Real Madrid in der Rolle des grosszügigen Geldgebers.

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