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Paraguay-Politikerin greift Mbappé erneut an – und verlangt Entschuldigung von ihm
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«Ich dulde deine Gewalt nicht»

Paraguay-Politikerin greift Mbappé erneut an – und verlangt Entschuldigung von ihm

Kylian Mbappé jubelt nach dem Sieg über Paraguay – was in der Heimat des unterlegenen Teams für Bluthochdruck sorgt.

Kylian Mbappé jubelt nach dem Sieg über Paraguay – was in der Heimat des unterlegenen Teams für Bluthochdruck sorgt.

Keystone

Eine Politikerin aus Paraguay beschimpft Kylian Mbappé übel. Nicht nur der Spieler reagiert. Auch in seiner Heimat ist die Empörung über Celeste Amarilla de Boccia gross. Die Senatorin aber holt zum Gegenschlag aus.

Jan Arnet
Keystone-SDA

Jan Arnet, Keystone-SDA

07.07.2026, 08:53•07.07.2026, 09:56

Frankreichs Fussballverband will nach den rassistischen Beleidigungen seines Offensivstars Kylian Mbappé juristisch gegen die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia vorgehen. Ihre Bemerkungen seien «verabscheuungswürdig und inakzeptabel», hiess es unter anderem in einem Statement des Verbands. Man werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft stellen, um rechtliche Schritte einzuleiten.

«Ich sichere unserem Captain, den Spielern und ganz allgemein allen Opfern solch abscheulicher Äusserungen meine volle Unterstützung zu», schrieb Verbandspräsident Philippe Diallo bei X. «Die Spieler der französischen Nationalmannschaft repräsentieren Frankreich. Es ist unser Land, das hier beleidigt wird.» Die Äusserungen seien «strafbar» und «verwerflich».

J’apporte mon entier soutien à notre capitaine, aux joueurs, et plus généralement à toutes les victimes de tels propos odieux. Les joueurs de l’Equipe de France représentent la France, c’est notre pays qui est insulté.

2/2

— Philippe Diallo (@PhilippeDiallo) July 6, 2026

Auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron meldete sich zu Wort. «Ein weiteres Tor für Kylian Mbappé. Diesmal gegen Rassismus», teilte der 48-Jährige bei X mit. «Ich unterstütze ihn voll und ganz. Wenn Worte verletzen, setzen unsere Werte ein Zeichen: Würde, Respekt, Brüderlichkeit.»

Wüste Schimpftirade aus Paraguay

Amarilla de Boccia hatte Mbappé nach dem hitzigen WM-Achtelfinal zwischen Paraguay und Frankreich (0:1) in den sozialen Medien als «Trottel» bezeichnet, der nicht mal schreiben gelernt habe. «Statt Muttermilch hat er Kokosnüsse ausgesaugt, und das Gebildetste, was er je gehört hat, waren Schimpansen. Hättest du ihm doch den Mittelfinger gezeigt, Orlando Gill. Ich mache das im Senat auch, und da passiert überhaupt nichts!!!»

Teaser image

Rassismus-Eklat

Senatorin aus Paraguay: «Statt Muttermilch hat Mbappé Kokosnüsse ausgesaugt»

Während des Duells zwischen Frankreich und Paraguay am Samstag in Philadelphia war Mbappé immer wieder hart attackiert worden, er hatte aber auch ausgeteilt. Nach Spielende verweigerte er Paraguays Keeper Orlando Gill den Handschlag und feierte mit einer provokanten Geste.

Die Politikerin schrieb über Mbappé unter anderem ausserdem, er sei ein «kolonisierter Kameruner», der den harten Franzosen spiele, «voller Minderwertigkeitskomplexe, neureich, arrogant und hässlich».

Mbappé und Sportministerin reagieren

Mbappé hatte mit deutlichen Worten auf die Beleidigungen der Politikerin reagiert. «Sie sind eine verachtenswerte Frau und unwürdig Ihres Amtes», schrieb der Stürmer von Real Madrid unter anderem bei X. Sie vertrete nicht das Paraguay, das während der WM «von Leidenschaft und Ehre durchdrungen» gewesen sei. Er werde Menschen wie Amarilla de Boccia «niemals die Freiheit lassen, ihren Hass und ihren Rassismus in der Welt zu verbreiten».

Auch Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari hatte bereits empört auf die verbalen Entgleisungen der Senatorin reagiert. Indem Amarilla de Boccia Mbappé angreife, greife sie alles an, «was unser Kapitän verkörpert, und alles, wofür unser Land eintritt: die Freiheit, die Gleichheit und die Brüderlichkeit».

Senatorin verlangt Entschuldigung von Mbappé

Und Amarilla de Boccia? Sie veröffentlicht einen Brief und erklärt sich. Ihr Problem sei zwischen ihr und dem Spieler und beziehe sich nicht auf das Land Frankreich, so ihre Kernbotschaft. Sie bedauere Teile ihrer Aussagen. «Schon nach kurzer Zeit bereute ich es, dich mit denselben Beleidigungen beschimpft zu haben, die ich selbst zu hören bekomme», schrieb Amarilla de Boccia. Auch sie werde als Latina und wegen ihrer Hautfarbe angegangen.

Die Senatorin fordert dann selbst eine Entschuldigung von Mbappé – und setzt zu neuen herben Aussagen an. Sie wirft ihm geschlechtsspezifische Gewalt in seinen Äusserungen über sie vor und droht ebenfalls mit rechtlichen Schritten, sollte er diese nicht zurücknehmen: «Ich dulde deine Gewalt nicht. Du hast keine Ahnung, wer ich bin, und du hast kein Recht zu sagen, dass ich eine abscheuliche Frau bin, unwürdig des Amtes, das ich innehabe. Du beleidigst mich, weil ich eine Frau bin. Du greifst meine Würde als Frau und als politische Vertreterin an.»

https://t.co/w5e3apJ968 pic.twitter.com/xOqmRlwcio

— Celeste Senadora (@CelesteSenadora) July 7, 2026

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