Fehler gefunden?
Jetzt meldenDie Gelb-Rote Karte gegen Breel Embolo im WM-Viertelfinal der Schweizer Nati gegen Argentinien schlägt hohe Wellen. Die Szene geht auch an Rolf Fringer nicht spurlos vorbei. Im Gespräch mit blue Sport redet er Klartext.
«Mit jeder Stunde, die vergeht, rege ich mich noch mehr auf», sagt Experte Rolf Fringer im Gespräch mit blue Sport. Die Niederlage der Schweizer Nati gegen Argentinien und die Szene rund um Breel Embolo hallen beim 69-Jährigen nach, obwohl er nach dem Spiel ein paar Stunden drüberschlafen konnte.
«Je mehr man nüchtern über diese Regelung nachdenkt, desto schlimmer wird es. In so einem Spiel, bei so einer Gelegenheit die Partie mit einer solchen Massnahme verfälschen, da jagt es einem den Hut», nervt sich Fringer über den VAR-Entscheid, durch den die Gelbe Karte nicht an Paredes, sondern wegen einer Schwalbe an Embolo ging.
Embolo hätte sich bewusst sein sollen, dass er bereits verwarnt wurde und eine Schwalbe die zweite Gelbe nach sich ziehen würde. Der ehemalige Nati-Coach betont aber: «Embolo wurde schon das ganze Turnier malträtiert und auch von den Argentiniern. Diese haben 90 Minuten lang keine Gelbe Karte gesehen, teilen aber grauenhaft aus. Dann im Gesamtkontext von dem, was passiert ist, spitzfindig eine neue Regelung durchsetzen – da hat der VAR null Fingerspitzengefühl gezeigt.»
Es sei für ihn eine «Oberlehrer-Entscheidung», die nicht in den Gesamtkontext des Spiels reinpasse. «Es ist eine Schweinerei. Es ist kein Freundschaftsspiel oder die Nations League, die niemanden interessiert. Es ist ein WM-Viertelfinal, in dem man den Weltmeister hätte packen können», teilt der 69-Jährige weiter aus.
Dass die Schweiz gegen Argentinien eine Chance hatte, weiss auch Breel Embolo, der nach der Szene in der 72. Minute mit Tränen in den Augen in die Kabine verschwindet. «Er wird zu Tode betrübt sein, denn er kennt die Tragweite der Konsequenzen. (...) Er hat sich wahrscheinlich gedacht, er hole sich gegen die knallharten Verteidiger mal was raus. Er wollte ja nicht einen Penalty oder einen Freistoss aus 20 Metern erzwingen. Er war an der Seitenlinie beim Einwurf. Das ist kein Verhältnis zur Strafe», nervt sich Fringer.
Die Mannschaft werde Embolo nicht als Schuldigen darstellen, ist sich der 69-Jährige sicher. «Das kann passieren. (...) Es ist mehr ein Witz, eine neue Regelung in dieser Situation anzuwenden, als dass man irgendwo böse auf Embolo ist.»
Auf das Turnier darf die Nati in den Augen von Fringer dennoch stolz sein. Der Staff habe grandiose Arbeit geleistet und Murat Yakin habe bewiesen, dass er ein guter Trainer ist. «Sie haben bewiesen, dass sie nicht eine Schweizer Mannschaft von früher sind mit ehrenvollen Niederlagen. Sondern in dieser Truppe ist eine Winner-Mentalität vorhanden. Es hat viele Persönlichkeiten und das tut der ganzen Schweiz gut.»