Rufschädigung eigener Spieler? Barça versinkt im Chaos  

SB10/dpa

18.2.2020 - 11:14

Hat Barcelona-Präsident Josep Maria Bartomeu bald ausgelacht?
Bild: Getty

Die Vereinsführung des FC Barcelona bekleckert sich in den letzten Tagen nicht gerade mit Ruhm. Die Unruhe sorgt beim katalanischen Klub intern für mächtig Stunk.

Der FC Barcelona soll laut einem Medienbericht eine Firma beauftragt haben, die in den sozialen Netzwerken negative Kommentare über eigene Spieler und Gegner verbreitet, um das Image der Klub-Oberen zu stärken. Die Katalanen bestritten die Anschuldigungen des Radiosenders Cadena Ser umgehend in einem Statement am Montag auf der Klub-Website.

Unter den betroffenen Spielern sollen laut Cadena Ser sogar Stars wie Lionel Messi und Gerard Piqué gewesen sein. Messi hatte sich Anfang Februar mit scharfen Worten bei Instagram gegen Kritik von Sportdirektor Eric Abdial zur Wehr gesetzt.

Der FC Barcelona bestritt in einem Statement «jede Verbindung» zu solchen negativen oder abfälligen Nachrichten über Personen oder Organisationen mit Bezug zum Club. Die fragliche Firma sei zwar als Dienstleister für den Verein tätig, sie stehe aber nicht in Zusammenhang mit den genannten Social-Media-Konten.

Hacker-Attacke auf Twitter-Account

Die sozialen Medien scheinen bei den Blaugrana sowieso ein Dauerthema zu sein: Vor wenigen Tagen sind die Twitter-Accounts des Klubs kurzzeitig gehackt worden. Der Verein entschuldigte sich öffentlich bei seinen Fans und kündigte verstärkte Sicherheitsmassnahmen an.

Die Hackergruppe «OurMine» hatte zuvor auf einem offiziellen Account  eine mögliche Rückkehr des brasilianischen Superstars Neymar von PSG nach Barcelona angedeutet. Schon im Sommer kursierten Gerüchte, dass der 222-Mio-Mann zurückkehrt, wo der 28-Jährige bereits von 2013 bis 2017 unter Vertrag stand.

Ersatz für Suarez und Dembélé im Anflug

Auch sportlich läuft es beim Traditionsverein, welcher seit 120 Jahren der Stolz von Katalonien ist, nicht mehr rund. In der Liga liegt man einen Punkt hinter Erzrivale Real Madrid nur auf dem zweiten Rang. Am 1. März müssen Messi & Co. auswärts im Santiago Bernabeu zum Direktduell antreten (live auf Teleclub). In der Champions League trifft man nächste Woche im Achtelfinal auf Napoli (live auf Teleclub). Nicht dabei auf der Seite der Gäste sind sicher Luis Suarez und Ousmane Dembélé.



Die beiden Offensivkräfte fallen verletzungsbedingt aus und werden diese Spielzeit nicht mehr auflaufen. Die Klubverantwortlichen haben diese Ausfälle – vor allem den des verletzungsanfälligen Franzosen – nicht antizipiert und waren nun verzweifelt auf der Suche nach Ersatz.

Dabei bekamen sie Schützenhilfe von einer speziellen Sonderregel in La Liga, welche es Klubs ausserhalb des Transferfensters erlaubt, Zuzüge zu tätigen, wenn ein Spieler – wie im Falle Dembélés – mehr als fünf Monate ausfällt. Dabei muss der Ersatz entweder vertragslos sein oder bei einem spanischen Klub spielen, darf aber nicht mehr bei europäischen Klubwettbewerben teilnehmen.

Barcelona wird gemäss übereinstimmenden Medienberichten die 20 Millionen-Euro-Freigabeklausel von Leganés-Stürmer Martin Braithwaite bezahlen. Der dänische Nationalspieler hat in der laufenden Saison in 24 Spielen sechs Tore erzielt. Dummerweise sieht die Regel nicht vor, dass sich Leganés – welches sich im Abstiegskampf befindet – einen Ersatzspieler zulegen darf. So wird ein kleinerer Klub für die Unzulänglichkeit der sportlichen Führung von Barcelona bestraft.

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