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Jetzt meldenSeit 2008 kommentiert Sascha Ruefer die Spiele der Schweizer Nati und polarisiert mit seiner Art. Im Fussball-Talk auf blue Sport spricht er über die teils harsche Kritik und deren Auswirkungen bis in sein Privatleben.
«Wenn die Schweizer Nati top ist und sie so spielt wie jetzt, habe ich es schön. Dann prügelt man nicht auf mich und meine Kollegen ein», sagt Sascha Ruefer im «Heimspiel bei der Nati». Doch im Leben als Fussball-Kommentator gibt es auch herausfordernde Zeiten. Denn: «Wenn die Nati nicht gut spielt, war am Ende immer ich der Schlechteste.»
Immer wieder muss Ruefer als Empfänger harscher Kritik hinhalten. «Ich weiss heute, ich bin eine Art Blitzableiter. Das darf auch so sein, das ist Teil des Spiels. Wenn sich Rückmeldungen und Kritiken in breitgesteckten Leitplanken bewegen, dann kann ich auch etwas Positives daraus mitnehmen«, unterstreicht der 54-Jährige.
Doch der Umgang mit Kritik fällt Ruefer vor allem in früheren Zeiten nicht immer leicht. «Ich habe mich etwa 2014 in den Kommentarspalten verloren. Ich habe mich gar verleiten lassen, teilweise zurückzuschreiben oder zurückzugeben», erinnert sich der zweifache Familienvater. «Das haben meine Verantwortlichen festgestellt und mich zurückgepfiffen und gesagt, dass wir etwas tun müssen. Dann haben sie mich in ein Coaching geschickt.»
Das stösst bei Ruefer erst auf Unverständnis. «Ich habe gesagt: Eigentlich müssen alle diese Deppen, die mir dieses Zeug geschrieben haben, in ein Coaching. Weil die keinen Anstand und keinen Respekt haben. Aber ich bin dann gegangen und habe festgestellt, dass man relativ einfach seine Position wiederfinden kann.»
Denn die Coaches hätten die Relationen wieder zurechtgerückt. «Eine Aussage war: Wenn 1,8 Millionen Leute den Match zwischen Argentinien und der Schweiz 2014 gesehen haben und ich von 100 Leuten in den Kommentarspalten kritisiert wurde, dann kann ich argumentieren, dass die gut anderen 1.7 Millionen nichts gesagt haben – also müssen sie für mich sein. Das hat mir geholfen, um zu wissen, was wichtig ist und was nicht.»
Und doch gibt es für Ruefer Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. «Nach der Doppeladler-Geschichte, die sehr kontrovers diskutiert wurde, gab es Momente, die nicht einfach waren. Da wurde auch eine rote Linie überschritten», unterstreicht er und fügt an: «Man darf nicht vergessen, ich bin nicht alleine. Ich habe eine Familie, einen Sohn, eine Tochter und eine wunderbare Frau. Die bekommen das auch mit und leiden darunter.»