Bauch aufgebläht «wie ein Luftballon» Schockierende Bilder des toten Diego Maradona enthüllt

Nicolas Larchevêque

24.4.2026

Der zweite Prozess um den Tod von Diego Maradona hat vor einer Woche begonnen.
Der zweite Prozess um den Tod von Diego Maradona hat vor einer Woche begonnen.
KEYSTONE

Die Bilder und die detaillierte Beschreibung von Diego Maradonas Bauch, der «wie ein Luftballon» ausgesehen haben soll, dominierten den Prozess um die Fussballlegende in Argentinien.

Agence France-Presse

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Im Prozess um Diego Maradonas Tod schilderten Zeugen seinen stark aufgeblähten und gesundheitlich kritischen Zustand kurz vor dem Tod.
  • Angeklagt sind sieben medizinische Betreuer wegen mutmasslicher Fahrlässigkeit, da es laut Aussagen an grundlegender medizinischer Ausstattung fehlte.
  • Den Beschuldigten drohen bis zu 25 Jahre Haft, während der neu aufgerollte Prozess nach einem Justizskandal noch bis Juli dauern könnte.

«Er hatte starke Ödeme, sein Gesicht war stark geschwollen, er hatte Ödeme an den Gliedmassen und einen aufgeblähten Bauch. Wie ein Luftballon», beschrieb Juan Carlos Pinto, der Notarzt, der am 25. November 2020 mit dem Krankenwagen in dem Haus in Tigre (nördlich von Buenos Aires) eintraf, im Zeugenstand.

«Sein Bauch war stark aufgebläht. Das kann auf eine grosse Menge Fett hindeuten, da er fettleibig war, oder auf Flüssigkeit. In diesem Fall traf beides zu: ein fettleibiger Patient mit Aszites», einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum, erläuterte der Arzt.

Bei der Anhörung wurde ein 17-minütiges Video der Gerichtsmediziner gezeigt. Darin ist Maradona auf seinem Sterbebett zu sehen, in Fussballshorts und einem schwarzen T-Shirt, das über seinen deformierten, aufgeblähten Bauch hochgerutscht ist.

Zuvor hatte der Staatsanwalt ein grossformatiges Foto des Leichnams gezeigt. Gianinna, eine von Maradonas Töchtern, die bereits bei der Beschreibung von Dr. Pinto in Tränen ausbrach, konnte nicht mehr hinsehen. 

Seit einer Woche stehen sieben Angestellte des Gesundheitswesens (Arzt, Psychiater, Psychologe, Krankenpfleger) in San Isidro bei Buenos Aires erneut vor Gericht, wegen potenziell tödlicher Fahrlässigkeit bei der Betreuung Maradonas in den letzten Wochen seines Lebens.

Der argentinische Fussballstar und Weltmeister von 1986 starb im Alter von 60 Jahren an einem Herz-Lungen-Stillstand und einem Lungenödem in seinem Bett, wo er sich nach einer komplikationslosen neurochirurgischen Operation erholte.

Unterkunft wird in Frage gestellt

Ein Polizist und der Arzt, die am Donnerstag aussagten, wiesen auf die Unzulänglichkeit der Unterkunft Maradonas hin. «Es gab keinen Defibrillator, keinen Sauerstoff, nichts. Im Zimmer gab es keinerlei Anzeichen dafür, dass der Patient zu Hause hospitalisiert war», betonte Dr. Pinto.

«Für mich war es ein ganz normales Zimmer, kein Ort, an dem jemand behandelt werden sollte», bekräftigte Kommissar Lucas Farias, einer der Polizisten, die am Tag des Todes vor Ort waren.

Den Angeklagten drohen Haftstrafen zwischen 8 und 25 Jahren. Sie weisen allerdings jegliche Schuld am Tod Maradonas von sich und weisen darauf hin, dass sie unter der Einhaltung der medizinischen Standards gehandelt haben.

Der erste Prozess war im Mai 2025 nach mehr als 20 Verhandlungstagen aufgrund eines Skandals eingestellt worden. Eine der drei beteiligten Richterinnen hatte heimlich an der Produktion einer Dokumentarserie über den Fall mitgewirkt, in der sie selbst die Hauptrolle spielte. Mittlerweile wurde die Richterin ihres Amtes enthoben.

Der zweite Prozess mit zwei Anhörungen pro Woche könnte sich noch bis Juli hinziehen.