FCSG-Captain geht auch beim Bier voran Görtler: «Ich bin von der alten Schule und gespannt, wie viele ich heute noch reinkriege»

Sandro Zappella

25.5.2026

Görtler: «Ich bin von der alten Schule und gespannt, wie viele ich heute noch reinkriege»

Görtler: «Ich bin von der alten Schule und gespannt, wie viele ich heute noch reinkriege»

24.05.2026

Der FC St. Gallen holt sich den Cupsieg. Captain Lukas Görtler geht nicht nur auf dem Feld voran, sondern auch beim Feiern in der Stadt. Im Interview bei blue Sport verrät er, was es bedeutet, von der alten Schule zu sein.

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Sandro Zappella, Manuel Rupp

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  • Der FC St. Gallen gewinnt den Schweizer Cup und wird auf dem Marktplatz von rund 60'000 Fans gefeiert. Captain Lukas Görtler steht im Mittelpunkt der ausgelassenen Party und sorgt mit seinen Aussagen zum Bierkonsum für Schmunzeln.
  • Görtler spricht offen über den enormen Druck vor dem Final und die Angst, nach zwei verlorenen Endspielen erneut zu scheitern. Die Erlösung kommt mit dem 3:0 in der Nachspielzeit, worauf beim Captain die Tränen fliessen.
  • Der 31-Jährige beschreibt die Saison auch privat als besonders emotional, weil er erstmals Vater geworden ist. Nach Jahren in St.Gallen fühlt sich der Deutsche eng mit dem Klub verbunden und freut sich, endlich einer ganzen Generation den ersehnten Titel geschenkt zu haben.

Der FCSG gewinnt den Schweizer Cup und feiert anschliessend eine wilde Party. Auf dem Marktplatz in St.Gallen trifft die Cup-Heldenmannschaft um 22 Uhr ein und lässt sich von rund 60'000 Fans feiern. Ganz vorne mit dabei: Lukas Görtler. Der Captain heizt den Fans auf der Bühne ein und geht auch beim Feiern voran.

Im Interview mit blue Sport erklärt er auf den Bierkonsum angesprochen: «Heute gibt es wenig Grenzen. Es gibt nicht mehr viele von uns, die noch von der alten Schule sind. Ich bin gespannt, wie viele ich heute noch reinkriege.»

Über die jüngeren Teamkollegen meint der Routinier etwas konsterniert: «Die nehmen das Bier, schmeissen es weg und schütten es sich über die Köpfe.»

Görtler schwärmt von den zigtausend St.Galler Fans, die das Team feiern, und gibt Einblick in emotional schwierige Wochen: «Viele können das nicht nachvollziehen. Unter diesem Druck zu stehen und die Erwartungshaltung der ganzen Stadt und Region auszuhalten, das ist nicht ohne. Ich habe drei Wochen schlecht geschlafen, vom Cupsieg geträumt – und ich bin einfach mega glücklich, dass wir ihn geholt haben.»

Der Schock und die Erlösung

Für St.Gallen begann der Final perfekt mit dem frühen Führungstreffer. Kurz vor der Pause folgte jedoch der Schock: Goalie Lukas Watkowiak sah nach einer Notbremse die Rote Karte.

Entsprechend niedergeschlagen war auch Görtler – der mit St.Gallen bereits 2021 und 2022 den Cupfinal verloren hatte – in der Halbzeitpause: «Ich habe es zweimal nicht geschafft und dachte in der Pause: ‹Nein, ich werde es doch nicht ein drittes Mal versauen.›»

Dann aber erhöhte St.Gallen auf 2:0. «Da dachte ich schon, dass es nicht schlecht aussieht.» Die grosse Erlösung kam schliesslich mit dem 3:0 in der 92. Minute: «Als das 3:0 gefallen ist, kamen die Tränen. Drei Tore in sieben Minuten machen die nicht mehr. Da wusste ich: Wir gewinnen dieses Ding.»

Pläne für die St.Galler Freinacht hat sich der Captain keine gemacht: «Mal schauen, wie viele von Familie und Freunden noch hier sind. Ich kann mir vorstellen, dass einige schon K.o. im Hotel liegen.» Viel Schlaf werde es aber wohl nicht geben: «Jetzt heisst es, aufsaugen und geniessen. So etwas kommt nicht oft vor.»

Einer ganzen Generation endlich den Titel geschenkt

Nicht nur sportlich erlebte Görtler eine emotionale Saison: Der 31-Jährige wurde auch erstmals Vater. «Es ist verrückt. Ich habe in den letzten Wochen ein paar Mal gedacht: Vater zu werden ist das Schönste auf der Welt. Und trotzdem denke ich seit meinem vierten Lebensjahr jeden Tag nur an Fussball.»

Seine Fussball-Heimat hat der Deutsche längst in St.Gallen gefunden. Seit 2019 spielt er in der Ostschweiz und sagt: «Du verlängerst immer wieder, obwohl du vielleicht auch irgendwo anders hingehen könntest. Aber wenn ich das hier heute sehe, denke ich nur: Zum Glück habe ich verlängert. Das hier bedeutet mir extrem viel.»

Dass nun endlich wieder ein Titel gefeiert werden konnte, sei für ihn eine riesige Genugtuung: «Eine ganze Generation hat darauf gewartet.»

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