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Ruben Vargas zeigt gegen Katar kein schlechtes Spiel, lässt aber zwei Chancen liegen.
Imago
Die Schweiz kassiert gegen Katar in der 4. Minute der Nachspielzeit das 1:1 und muss sich mit einem Remis begnügen. Im Netz wird nach dem enttäuschenden Auftritt auf die Nati eingeprügelt.
Argentinien verliert an der WM 2022 in Katar zum Auftakt 1:2 gegen Saudi-Arabien und wird am Ende Weltmeister. Deutschland startet zwar 2014 mit einem fulminanten 4:0-Sieg gegen Portugal ins Turnier, lässt dann aber gegen Ghana (2:2) Punkte liegen und übersteht später auch den Achtelfinal gegen Algerien (2:1 n.V.) nur mit viel Glück. 2010 wird Spanien erstmals Weltmeister, dies obwohl es zum Auftakt eine 0:1-Niederlage gegen die damals noch nicht so hoch gehandelten Schweizer absetzt.
Ein 1:1 zum Auftakt gegen Katar bedeutet also noch lange nicht, dass die WM so schnell zu Ende sein muss. Wer im Netz lange – wirklich lange – danach sucht, der findet auch Posts, die in diese Richtung zielen.
Einfacher zu finden sind Beiträge, in denen die Mannschaft durch den Dreck gezogen wird. Beispiele gefällig?
«Ihr seid die schlechteste Mannschaft der Weltmeisterschaft, beeindruckend», schreibt «Cadizon» auf X. «Geht nach Hause. Peinlich», meint Zwitscherer «Lars Weiss». Soweit so gut, das kann man problemlos noch unter Meinungsfreiheit abtun. Wobei es natürlich schon speziell wäre, wenn die Schweizer jetzt die Koffer packen und tatsächlich nach Hause fliegen würden. Aber «Lars Weiss» sagt ja nicht, dass sie nicht wiederkommen dürften für das nächste Spiel.
Es gibt aber auch Kommentare, die gegen jegliche Social-Media-Netiquetten verstossen. Besonders hässig ist zum Beispiel «Kai Bee», denn der hat wohl auf die Schweiz gewettet und wurde nun um seinen Zahltag gebracht: «Diese blöden Wichser setzen immer nur auf Käse und Schokolade – habt mir meine Kombiwette versaut, ihr Trottel!» Hätten sie denn besser auf Fondue und Raclette gesetzt in der Vorbereitung?
Auch User «Joseph Kweku ahmed» hat einen richtig dicken Hals: «Nur Tiere würden diese nutzlosen und zu nichts taugenden Spieler unterstützen … möge der Blitz in euch korrupten Spieler einschlagen.» Und der Mann ist so aufgebracht, dass er in Trump-Manier nur drei Minuten später gleich noch einen weiteren Post in die Welt rausjagt – und zwar direkt an die FIFA gerichtet: «Seid mal ernst und geht gegen korrupte Länder wie die Schweiz vor, bevor die Wettanbieter dieses Turnier ruinieren... Dieses Spiel war manipuliert.»
Es sind wahrlich Kommentare, denen man eigentlich keine Plattform geben sollte. Warum wir es trotzdem tun? Weil es zeigt, was in manchen Köpfen nach so einem Spiel vor sich geht und was alles auf die Nati einprasselt. Natürlich werden sie das nicht alles lesen, doch manches, wohl noch viel Niederträchtigeres, wird auch in ihren Direktnachrichten aufploppen.
Auch unter dem Resultat-Post von blue Sport auf Instagram gibt es einige Kommentare, doch die sind – zumindest Stand Mitternacht – absolut im Rahmen des Erträglichen. Einer vermisst Shaqiri, der an allen Ecken und Enden gefehlt habe, andere lachen sich schlapp, weil die Schweiz doch Weltmeister werden wolle, und wieder andere beweisen, dass sie schon morgen als Experten durchstarten könnten, denn sie wissen: «Wer sie vorne nicht macht, der kriegt sie eben hinten.»
Da machen wir natürlich gleich mit und meinen: «Ball flach halten und hoch gewinnen!» Am besten beginnen wir gegen Bosnien-Herzegowina damit, dann erleben wir schon bald ein grosses Sommer-Märchen.