Bundesliga

Sommer über Geisterspiele: «Die Konzentration zu behalten ist schwieriger»

SB10

26.4.2020

Yann Sommer gehört in der Bundesliga schon seit Jahren zu den besten seines Fachs.
Yann Sommer gehört in der Bundesliga schon seit Jahren zu den besten seines Fachs.
Bild: Getty

Nati-Goalie Yann Sommer absolviert mit Gladbach derzeit ein Spezialtraining. Auch wenn Geisterspiele seinen Job schwieriger machen, befürwortet er dieses Szenario. Mehr Freude macht ihm dafür Tochter Mila.

Yann Sommer spielt zwar für Borussia Mönchengladbach, wohnt aber wie viele Teamkollegen im mondäneren Düsseldorf. Seit ein paar Wochen steht der Schweizer Nationalgoalie wieder auf dem Platz.

«Wir haben ganz klein angefangen, natürlich unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes, konkret in Zweier- und Dreiergruppen. Es gibt verschiedene Garderoben, es sind sehr wenige Spieler gleich­zeitig im Stadion, alles wird desinfiziert und jeder hält sich streng an die Hygienevorschriften. Wir essen auch nicht mehr zusammen nach den Trainings, wir kriegen allerdings alles bereitgestellt, um es mitzunehmen. Ich nehme das aber wenig in Anspruch, da ich oft ­zu Hause selbst koche (...) Als Sportler ist es essenziell, dass man fit bleibt für Tag X, wenn es wieder losgeht», erzählt er im «SonntagsBlick».

Wann genau die Bundesliga startet, ist wie in vielen anderen Ligen ungewiss. Wie es wäre, Partien vor leeren Zuschauerrängen zu absolvieren, weiss der 31-Jährige bereits, der mit Gladbach gegen Köln (2:1) kurz vor dem Lockdown ein Geisterspiel bestritt. Sommers Fazit: «Es ist komisch. Sonst herrscht im Derby überragende Stimmung. Aber im Moment sind Geisterspiele wirklich das kleinste Problem.»

«Hoffentlich noch viele Jahre Karriere vor mir»

Man fühle viel mehr Emotionen auf dem Platz, wenn die ganze Stimmung da ist. Und er müsse immer vorsichtig sein, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Das sei schwieriger, wenn es ruhig sei in diesem riesigen, leeren Stadion, erläutert Sommer die Unterschiede. Aber man müsse sich halt nun für einige Zeit an Geisterspiele gewöhnen. «Es geht um mehr, als Spass zu haben», hielt er kürzlich fest.



Die Fans der Fohlen zeigen sich in der schwierigen Phase kreativ und stellen stellen im Stadion Pappfiguren mit ihren Gesichtern auf, was auch Sommer «für eine super Idee» hält. 

In Gladbach, wo sein Vertrag bis 2023 läuft, fühlt sich der Ex-Basel- und GC-Profi pudelwohl. «Ich mache meine sechste Saison hier, und es ist einfach ein unglaublich toller Klub. Aber die Zukunft ist im Fussball immer schwer zu planen, ich habe hoffentlich noch viele Jahre Karriere vor mir», meint Sommer. Eine Rückkehr in die Schweiz schliesse er nicht aus, weil er «in der Super League grundsätzlich unvergessliche Erfahrungen» gemacht habe.

Auf Trab hält ihn auch Tochter Mila, die vor sechs Monaten auf die Welt kam und der er auch mal zur Beruhigung auf der ­Gitarre vorspiele. Sommer war auch die treibenden Kraft  hinter dem gemeinsamen Nati-Song «Imagine», der die Wertschätzung gegenüber der Pflegenden zum Ausdruck bringen sollte. «Wir wollten etwas Sinnvolles tun in der aktuellen Situation und fädelten es via Mannschaftsrat ein. Alle haben sofort zugesagt. Dann stückelten wir den Song, verschickten die Anleitungen im Gruppenchat und liessen die einzelnen Aufnahmen dann schneiden, alles innerhalb von 24 Stunden», so Sommer.

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