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Sportrechts-Experten warnen FIFA – juristische Folgen bei US-Sieg mit Balogun?
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«Fatales Signal»

Sportrechts-Experten warnen FIFA – juristische Folgen bei US-Sieg mit Balogun?

Balogun (l.) sah Rot.

Balogun (l.) sah Rot.

www.imago-images.de

Experten sind sich einig: Mit der aufgehobenen Sperre von US-Star Folarin Balogun hat die FIFA das Sportrecht verletzt. Im Falle eines amerikanischen Sieges mit dem Stürmer drohen juristische Folgen.

DPA

DPA

06.07.2026, 18:59•06.07.2026, 20:05

Die überraschende Aufhebung der Rotsperre für US-Stürmer Folarin Balogun für das WM-Achtelfinale wird von Sportrechtsexperten sehr kritisch beurteilt. «Der Beschluss der FIFA, die Rote Karte für das nächste Spiel aufzuheben und zur Bewährung auszusetzen, ist rechtswidrig. Die FIFA ignoriert die fundamentalen Grundsätze des Sportrechts, nämlich Regeltreue und die Unumstösslichkeit von Tatsachenentscheidungen durch die Schiedsrichter», erklärte Thomas Summerer, Fachanwalt für Sportrecht in München.

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Fall Balogun

US-Botschafter in Belgien: «Trump würde sich bei FIFA nie einmischen»

«Kein Ermessensspielraum»

Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen und Druck ausgeübt haben, die Sperre zu überprüfen.

«Die Sperre für das nächste Spiel tritt automatisch in Kraft und eröffnet keinen Ermessensspielraum. Das hatte die FIFA in einem Schreiben an die Fussballverbände vor Beginn der WM sogar noch bekräftigt. Deshalb ist ein Rückgriff auf die Aussetzungsoption nach Artikel 27 Disziplinar-Code systemwidrig», führte Summerer aus.

Juristische Folgen bei US-Sieg mit Balogun?

Der Fall könnte sogar juristische Folgen nach sich ziehen. «Falls der Spieler im nächsten Spiel eingesetzt wird, ist dieses Spiel durch einen Verstoss gegen die Statuten infiziert und würde dazu führen, dass Belgien im Fall einer Niederlage das Ergebnis anfechten kann. Damit wäre der gesamte weitere Turnierverlauf gefährdet», erklärte der Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportrecht. «Im Übrigen hat die FIFA durch diesen Fauxpas ihren eigenen Slogan «For the good of the game» ins Gegenteil verkehrt.»

Was lief da zwischen US-Präsident Trump und FIFA-Präsident Infantino?

Was lief da zwischen US-Präsident Trump und FIFA-Präsident Infantino?

Chris Carlson/AP/dpa

Sportrechts-Anwalt Christoph Schickhardt reagierte mit Unverständnis auf die zur Bewährung ausgesetzte Sperre. «Die Regel, dass ein Platzverweis mindestens ein Spiel Sperre bedeutet, ist eingemeisselt in das internationale Sportrecht. Das ist eine Grundregel, die unerschütterlich ist», sagte er der «Ludwigsburger Kreiszeitung». «Der ganze Vorgang wirft eindeutig Fragen auf. Unter erfahrenen Sportrechtlern löst das nur Kopfschütteln aus, weil so ein Fall eigentlich ausdiskutiert ist.»

«Fatales Signal»: Ex-DFB-Richter warnt

Auch der langjährige DFB-Sportgerichtschef Hans E. Lorenz kritisierte die FIFA und warnte vor möglichen Folgen. «Das ist ein fatales Signal für die Sportgerichtsbarkeit in aller Welt. Jeder gesperrte Spieler und sein Verein werden sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen», sagte Lorenz dem «Kicker».

Es werde grösster Anstrengungen bedürfen, um diese Entwicklung einzufangen, betonte der frühere Vorsitzende des DFB-Sportgerichts zum Urteil des Weltverbands FIFA, für den er bis vor vier Wochen noch als Mediator tätig war.

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Presseschau

«Der schamlose Trump und seine unterwürfige Marionette Infantino haben die WM in eine Jauchegrube gezogen»

«Bei diesem Foul – auch wenn sicher keine Verletzungsabsicht dabei war – nur eine Spielsperre zu geben, ist ein Geschenk. Dies nun auszusetzen, ist ein Skandal», sagte Lorenz und kritisierte, dass die FIFA allen Verbänden seit Jahrzehnten mit Sanktionen drohe, sollten sie das Prinzip der Mindestsperre von einem Spiel missachten.

«In der Bundesliga hätte Balogun wohl drei Spiele bekommen wegen rohen Spiels, dann hätte man über eine Reduzierung auf zwei diskutieren können. Aber so ist das nun wirklich skandalös», erklärte Lorenz weiter.


09:52

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