Stolze Bilanz: Sechs Jahre bei Inter, keine Minute gespielt – zwei rote Karten

SB10

29.6.2020 - 16:31

Tommaso Berni spielt für Inter – oder zumindest steht er dort unter Vertrag.
Bild: Getty

Inter Mailand hat mit Tommaso Berni einen rekordverdächtigen dritten Torhüter in seinen Reihen: Null Einsätze in sechs Jahren, dafür zwei Platzverweise.

2014 holt Inter Tommaso Berni vom AC Torino ablösefrei zu sich. Selbst eingefleischten Interisti dürfte der Name allerdings bis heute nichts sagen. Schliesslich hat die offizielle Nummer 3 der Torhüter nie sein Debüt bei den Nerazzurri gegeben.

Trotzdem sichert sich der gebürtige Florentiner nach dem Spiel am Sonntag einen Eintrag in die Serie-A-Geschichte. Nach gut einer Stunde liegt Inter auswärts bei Parma mit 0:1 hinten. Nach einem ungeahndeten Ellbogenschlag gegen einen Teamkollegen tobt Berni auf der Ersatzbank und pöbelt gegen den vierten Offiziellen: Der Platzverweis folgt unweigerlich. Am Ende war seine Aufregung umsonst – Inter drehte in der Schlussphase noch das Spiel und nimmt Kurs in Richtung Champions League.

Es war notabene nicht der erste Ausschluss für den feurigen Mann mit der markanten Glatze. So sah der 37-Jährige bereits im Januar im Spiel gegen Cagliari nach Protesten die rote Karte. Insgesamt wurde Berni schon für vier Spieltage gesperrt – die neuen Strafen noch nicht einberechnet (mindestens zwei Spieltage). 

Bilderbuch-Karriere für einen Ersatzgoalie

Dabei übersteigt das (verbale) Engagement des dritten Goalies dessen Präsenz auf dem Platz. Bisher kam er in seinen sechs Jahren noch nie zu einem Pflichtspieleinsatz. Bei Inter scheint es allgemein nicht weit her mit der Disziplin bei den Schlussmännern. Die Nummer 2, Daniele Padelli, bekam diese Saison auch schon von der Ersatzbank aus die rote Karte gezeigt. Insgesamt fehlten also die beiden Stellvertreter von Samir Handanovic in dieser Spielzeit schon kumuliert sechs Spieltage wegen Reklamierens.

Zum Glück zeigt sich der Slowene verletzungsfrei und steht zuverlässig jeden Spieltag zwischen den Pfosten. Veteran Berni dürfte trotz seiner Horror-Bilanz zufrieden sein mit seiner Karriere. In der Jugend lief er für die italienische Junioren-Nationalmannschaft auf, danach hütete er gut drei Jahre in der Serie B bei Ternana das Tor. Später hiessen seine Klubs Salernitana, Braga, Sampdoria, Torino und Inter, sein Platz war aber jeweils fix für die Bank reserviert.

Die letzten 14 Jahre hat er insgesamt gerade Mal 33 Spiele bestritten, das letzte davon im Jahr 2012. Einerseits muss er also einen guten Berater haben, der seinen untätigen Schützling jahrelang bei einem internationalen Top-Klub unterbringt. Andererseits wissen seine Teamkollegen, dass ihr grösster Fan immer hinter ihnen steht – und sich notfalls auch mit dem Unparteiischen anlegt.

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29.06.2020

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