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Jetzt meldenMit Benjamin Mendy wechselt ein Weltmeister in die Super League. Die Vergangenheit des Spielers hallt bis in die Schweiz nach. Der FCZ-Transfer stösst bei Medien und der Frauenzentrale Zürich auf Kritik.
Der FC Zürich verpflichtet Benjamin Mendy. Der ehemalige Spieler von Manchester City und Weltmeister mit Frankreich 2018 verstärkt den FCZ in der Defensive.
Einst teuerster Verteidiger der Welt, stand der 30-Jährige in Vergangenheit auch abseits des Fussballplatzes in den Schlagzeilen. Im August 2021 verhaftete ihn die Polizei in England. Die Anklagen: vier Fälle von Vergewaltigung, ein Fall von sexueller Nötigung. Sein damaliger Arbeitgeber Manchester City suspendierte Mendy mit sofortiger Wirkung.
Während seiner Untersuchungshaft kamen weitere Anklagen hinzu. Die Gesamtanzahl der Vorwürfe: Acht Fälle von Vergewaltigung, ein Fall von versuchter Vergewaltigung, ein Fall von sexueller Nötigung.
Im Januar 2022 kam Mendy nach rund vier Monaten U-Haft gegen Kaution frei. Im Juli 2023 wurde er von allen Anklagepunkten freigesprochen. Manchester City schloss eine Rückkehr aus und liess den Vertrag auslaufen.
Daraufhin unterschrieb Mendy im Sommer 2023 einen Vertrag bei Lorient. Beim französischen Zweitligisten reüssierte er nicht, nun landete er beim FCZ.

Benjamin Mendy gewann mit Frankreich 2018 den WM-Final gegen Kroatien.
KEYSTONE
Die Vergangenheit Mendys hallt bis in die Schweiz nach. Die «NZZ» schreibt: «Benjamin Mendy war Teil einer frauenverachtenden Fussballkultur.» Er habe seine Rolle als Fussballer genutzt, «um Frauen in Nachtklubs aufzureissen, sie nach Hause zu nehmen und mit Kollegen zusammen Sexpartys zu feiern».
Weiter heisst es im Artikel, dass Mendy «offensichtlich auch ungeschützt» Geschlechtsverkehr hatte. Sorgen über sexuell übertragbare Krankheiten mache er sich nach eigener Aussage keine. Er soll eine 17-Jährige einst per SMS gefragt haben, ob sie die Pille danach genommen habe. «Das mag nicht in jedem Fall justiziabel sein. Moralisch zu verurteilen ist es trotzdem – zumal im Fall von Mendy ausser ein paar Worten der Einsicht vor Gericht nie echtes Bedauern sichtbar wurde.»
Kritik am Transfer äussert auch die Frauenzentrale Zürich in einem Video auf TikTok. Gemäss eigenen Angaben ist die Frauenzentrale Zürich der grösste Dachverband von Frauenorganisationen im Kanton Zürich.
Im Video heisst es: «Ja, er wurde vor Gericht freigesprochen. Aber das bedeutet nicht, dass diese Vorwürfe haltlos waren.» Viele Vereine hätten eine Verpflichtung aus moralischen Gründen abgelehnt, heisst es weiter.
«Fussballklubs haben eine gesellschaftliche Verantwortung. Mit der Verpflichtung leistet der FCZ einen Beitrag zur ‹Rape Culture›. Es sendet die Botschaft: Solange du gut spielst, ist dein Verhalten Frauen gegenüber egal.»

Bei Lorient kam Mendy zueletzt im Mai 2024 zum Einsatz.
IMAGO/Sipa USA
Der Begriff «Rape Culture» bedeutet gemäss dem europäischen Institut für Geschlechtergleichheit: «Komplex von Vorstellungen, der männliche sexuelle Aggression fördert und Gewalt gegen Frauen unterstützt.»
Die Frauenzentrale Zürich schliesst ihr Video mit drei Forderungen an den FC Zürich ab: «1. Wir fordern eine klare Stellungnahme zu sexualisierter Gewalt. 2. Wir fordern, dass Verantwortung für die Signalwirkung dieser Entscheidung übernommen wird. 3. Wir fordern eine Erklärung, wie der FCZ künftig mit solchen Fällen umgehen will.»
Beim «Blick» nimmt FCZ-Präsident Ancillo Canepa Stellung zum Video. Man habe die Stellungnahme der Frauenzentrale zur Kenntnis genommen. «Der Vorwurf, dass wir keine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen würden, ist nicht korrekt.» Deshalb habe der FCZ einen Besprechungstermin mit der Frauenzentrale vereinbart.
Der Vergangenheit von Mendy ist man sich beim FCZ bewusst. «Wir kennen die Vorgeschichte», so Canepa. «Im vorliegenden Fall wurde Mendy aber freigesprochen. Es gab und gibt für uns keinen Anlass, an der Korrektheit der juristischen Aufarbeitung zu zweifeln.» Canepa sagt überdies, Fussballer würden oft ohne Fehlverhalten eingeklagt, um von ihnen Schweigegeld zu erpressen.
Mittlerweile hat der FCZ offiziell Stellung zum Transfer von Mendy genommen, nachdem ein Austausch mit der Frauenzentrale Zürich stattgefunden hat.
«Der FC Zürich hat den Sachverhalt vor der Verpflichtung sorgfältig geprüft und aufgrund des damaligen Freispruchs des Gerichtes in England entschieden, den Spieler zu verpflichten. Es gab für den FC Zürich keinen Anlass, an der Richtigkeit der juristischen Aufarbeitung zu zweifeln. Der weltbekannte Spieler wurde nicht verurteilt und es gab keine weiteren Gründe, warum der FCZ von einer Verpflichtung hätte absehen müssen», heisst es in einer Mitteilung.
Findet Mendy beim FCZ, nachdem er bei ManCity freigestellt wurde und bei Lorient zuletzt nur auf der Tribüne sass, zurück in die fussballerische Spur? Eine erste Antwort auf die Frage gibt es womöglich am kommenden Samstag. Die Züricher sind im Wallis beim FC Sion zu Gast.

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