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Der Trainer-Stuhl bei GC war in den letzten Jahren eher ein Schleudersitz.
bild: blue News/KI
20 Trainer in 17 Jahren, mehrere Besitzerwechsel und kaum sportliche Kontinuität: Beim Grasshopper Club Zürich zeigt sich die Krise des Rekordmeisters nirgends deutlicher als auf der Trainerbank.
Die Grasshoppers haben erneut einen Besitzerwechsel zu verzeichnen und sind nun wieder grösstenteils in chinesischen Händen. Schon von 2020 bis Ende 2023 hatten die Grasshoppers chinesische Eigentümer. Ab Januar 2024 übernahmen die Amerikaner vom MLS-Klub Los Angeles FC – mit genau so wenig Erfolg. Neben den Besitzern wechselten in den letzten Jahren auch die Präsidenten und Sportchefs regelmässig. Nirgends ist die fehlende Kontinuität beim Rekordmeister aber so gut zu sehen wie bei den Cheftrainern.
Insgesamt gab es seit Sommer 2009 bei GC total 20 Trainer-Wechsel. Vor allem seit Pierluigi Tami im März 2017 entlassen wurde, wackelt der Trainer-Stuhl bei den Hoppers schnell. Von den kommenden 16 Trainern hielt sich nur Giorgio Contini länger als ein Jahr.
Mit Rang 3 in der Saison 2009/10 sorgt Sforza für eines der wenigen sportlichen Highlights der jüngeren GC-Geschichte. Nach knapp drei Jahren wird er im April 2012 entlassen. Seither hat kein Trainer den Rekordmeister länger betreut als er.

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Forte übernimmt GC mitten im Abstiegskampf und führt den Rekordmeister innerhalb eines Jahres vom Tabellenkeller zum Cupsieg und zur Vizemeisterschaft. Trotz der sportlichen Erfolge wechselt Forte im Sommer 2013 überraschend zu den Young Boys.
Auch im ersten Jahr unter Michael Skibbe holt GC die Vizemeisterschaft. In der darauf folgenden Saison ist Skibbe aber vor allem im Fokus, weil er sich mit Captain Salatic verstritten hat und diesen suspendieren lässt. Wenige Monate später wird Skibbe entlassen.

Veroljub Salatic (links) und Trainer Michael Skibbe (mitte) hatten sich nicht mehr viel zu sagen.
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Tami führt den Rekordmeister in seiner ersten vollständigen Saison 2015/16 auf den 4. Tabellenrang. In seiner Amtszeit setzt der Klub verstärkt auf junge Spieler und einen Sparkurs. Nach einem schwachen Start in die Saison 2016/17 wird Tami im März 2017 freigestellt.

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Nach 2003 (9 Spiele), 2004 (7 Spiele) und 2007 (1 Spiel) heisst der GC-Trainer auch ab März 2017 wieder Carlos Bernegger. Der Erfolg ist überschaubar und so hält das Engagement auch dieses Mal bloss für 18 Spiele.

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Nachdem Yakin im Winter die halbe Mannschaft ersetzte, kommt es wenig später zum Bruch. Ex-Spieler Rúnar Sigurjónsson und der entmachtete Captain Milan Vilotic kritisieren Murat Yakin öffentlich. Ein interner Mannschafts-Chat auf Englisch wird publik, in dem Vilotic dem Trainer vorwirft, den Teamgeist zerstört zu haben. Yakins Antwort darauf: «Die Hälfte kann es nicht lesen, die andere Hälfte versteht es nicht.» Kurz darauf ist die Amtszeit von Murat Yakin vorbei.

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Als Interimstrainer übernimmt der damalige Sportchef Mathias Walther die Mannschaft für drei Partien.
Auch unter Fink läuft es GC alles andere als nach Wunsch. Während 30 Spielen holt er im Schnitt deutlich weniger als einen Punkt pro Partie. Als GC im März 2019 in akute Abstiegsgefahr gerät, wird Fink entlassen.

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Der unerfahrene Tomislav Stipic aus dem Frankfurt-Nachwuchs soll GC vor dem Abstieg retten. Nach fünf Spielen ohne einen einzigen Sieg merken die GC-Verantwortlichen, dass er eine Fehlbesetzung ist.

Tomislav Stipic
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Uli Forte kommt als Feuerwehrmann zurück, kann den Abstieg in die Challenge League aber nicht mehr verhindern. Es ist der sportliche Tiefpunkt: Der einst so erfolgreiche Rekordmeister steigt erstmals seit 70 Jahren in die Zweitklassigkeit ab. Forte soll jedoch bleiben und GC direkt wieder in Oberhaus führen. Weil dies aber zu scheitern droht, ist auch Forte schon wieder fort.
Er übernimmt im Februar 2020 für zwei Spiele. Danach wird die Saison wegen der Corona-Pandemie unterbrochen.
Der Aufstieg soll nun mit Zoltán Kádár gelingen, bis vier Spieltage vor Schluss sieht es zumindest nach Barrage aus. Doch dann holt GC in den verbleibenden vier Partien nur noch zwei Punkte und wird am Ende nur Dritter. Besonders bitter: Im letzten Spiel zuhause gegen Winterthur würde ein 3:0-Sieg zum Aufstieg reichen – GC verliert aber 0:6 und Kádár muss gehen.

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In der zweiten Saison in der Challenge League soll der Aufstieg mit João Carlos Pereira erfolgen. Es läuft lange gut. Am 31. von 36 Spieltagen hat GC als Tabellenführer sieben Punkte Vorsprung auf den FC Thun. Doch dann zittern die Beine, GC verliert drei Mal in Serie und ist plötzlich punktgleich mit den Berner Oberländern. Da bricht im Niederhasli die Panik aus – Pereira wird entlassen.

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Nun soll es wieder Zoltán Kádár richten. In den letzten zwei Partien holt er vier Punkte und weil auch Thun einmal patzt, reicht es GC zum Aufstieg. Kádár darf aber nicht bleiben.
Besser könnte der neue Trainer nicht zu GC passen als Giorgio Contini. Zumindest, was die Initialen des neuen Cheftrainers angeht. Die Hoppers spielen zwar auch unter Contini nicht oben mit, können aber immerhin zwei Saisons in Folge den Klassenerhalt ohne Barrage sichern. Wer hätte damals gedacht, dass dies zum letzten Mal für drei Jahre der Fall sein wird? Contini verlässt den Klub in der Folge, weil ihm die Zukunft des Vereins zu unsicher ist.

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Mit Sportchef Bernt Haas und Trainer Bruno Berner geht GC in eine neue Ära. Diese hält ein paar erfolglose Monate, in denen GC von chinesischen in amerikanische Hände übergeht. Im April 2024 werden sowohl Sportchef als auch Trainer entlassen. GC ist zu diesem Zeitpunkt nur nicht Letzter, weil Lausanne-Ouchy noch weniger konkurrenzfähig ist.

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Marco Schällibaum rettet GC in die Relegation und hält dort in extremis die Klasse. Schällibaum darf dann auch in der kommenden Saison an die Seitenlinie – aber nur für ein paar Monate, dann ist auch dieses Kapitel Geschichte.

sda
Die Saisons gleichen sich. Auch unter Oral bleibt der Erfolg aus. Wieder geht es für GC in die Barrage, wieder gelingt der Klassenerhalt. Der Vertrag von Oral wird im Sommer dennoch nicht verlängert.

sda
Der nächste Trainer, der sich an GC versuchen darf, ist der Österreicher Gerald Scheiblehner. Er ist auch der erste Trainer, welcher vom neuen Sportchef Alain Sutter verpflichtet wird. Das Bild bleibt das Gleiche: Kein Erfolg – so muss auch Scheiblehner wenige Monate nach Amtsantritt gehen.

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Ersetzt wird Scheiblehner ausgerechnet von seinem eigenen Co-Trainer Gernot Messner. Unter ihm verliert GC vier von fünf Super-League-Spielen und scheitert im Cup-Halbfinale am unterklassigen Lausanne-Ouchy.
Mit Peter Zeidler installiert Alain Sutter einen Trainer, mit dem er schon beim FC St. Gallen lange und vor allem erfolgreich zusammengearbeitet hat. Der Deutsche rettet GC in die Barrage und schafft dort – in einem dramatischen Duell gegen Aarau – den Klassenerhalt.
Wird er zum ersten GC-Coach seit langer Zeit, der länger beim Klub bleibt? Oder ist auch seine Zeit nach der Entlassung von Sportchef Alain Sutter schon bald vorbei?