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Jetzt meldenRückkehrer Christian Fassnacht soll mithelfen, die Young Boys zu alter Stärke zu führen. Die simple Forderung seines Trainers an ihn: «Tore schiessen!»
Nun ist er also wieder da, Chrisian Fassnacht, ein fünffacher Berner Meisterheld und zweifacher Cupsieger – eineinhalb Jahre nach seinem Abgang zu Norwich in die englische Championship, die zweithöchste Liga. Im Blick hat er sein altes und neues Team aber auch von der Insel aus immer gehabt. «Ich habe die Spiele von YB verfolgt und auch gesehen, wo sie in der Tabelle stehen.»
Das war im Herbst 2024 permanent unterm Strich zur Championship Group, wo sich die ersten sechs der Tabelle ausbreiten, und mit teils grossem Abstand zur Spitze. Auch der Start unter Neu-Trainer Giorgio Contini war holprig: 0:0 gegen Winterthur und GC, die beiden Schlusslichter der Liga; und zwei 0:1-Niederlagen in der Champions League gegen Celtic Glasgow und Roter Stern Belgrad.
Woran lag also die aussergewöhnliche lange Baisse, in die die erfolgsverwöhnten Berner geraten sind? Fassnacht sagt: «Spielerisch hat es der Mannschaft sicher an nichts gefehlt.» Zwar stand er mit vielen Bernern in regelmässigem Kontakt – auch mit den Bossen: Christoph Spycher, Steve von Bergen oder Kommunikationschef Albert Staudenmann.
Erst jedoch, seit er wieder Teil des Teams ist und dessen Innenleben kennt, fühlt sich Fassnacht befähigt, ein Urteil zu fällen. «Es hatte zu wenige Führungsspieler – auf und neben dem Platz», sagt er. Oder anders gesagt: «Es waren Leute im Lead, die nicht in den Lead gehören. Und dann hast du halt ein Problem.»
Fassnacht will das nicht als Kritik an Einzelnen verstanden wissen. Doch seien einige junge Spieler durch Abgänge und Verletzungen in Rollen gedrängt worden, für die ihnen noch die Reife, die Erfahrung gefehlt habe, so der Rückkehrer. «Wenn ich in jungen Jahren plötzlich Miralem Sulejmani (von 2015 bis 2022 bei YB, d. Red.) hätte ersetzen müssen, hätte ich das auch nicht gekonnt.»
Nun wurde dem Team Klasse und Erfahrung zugeführt – mit Fassnacht (31), dem früheren Servette-Knipser Chris Bedia (28) und Rayan Raveloson (28), einem madagassisch-französischen Mittelfeldspieler. «Es ist schon so: Mit 31 Jahren stehst du an einem anderen Punkt, du hast ein bisschen was gesehen. So kann man der Mannschaft andere Inputs geben», so Fassnacht. Dabei meint er vor allem: die Mannschaft stützen, den Jungen helfen.
Hoffnung macht ihm auch Contini, der in Vaduz, St. Gallen, Lausanne und bei GC überall herausholte, was herauszuholen war. Und zuletzt als Nati-Assistent von Murat Yakin an der EM in Deutschland auch öffentlich Punkte sammelte. «Es war die richtige Entscheidung, ihn zu holen. Giorgio Contini weiss, wie man gewinnt.» Zudem sei er kommunikativ sehr stark; schliesslich spricht er mehrere Sprachen fliessend.
Was erwartet Contini von seinem prominenten Rückkehrer? Fassnacht lacht: «Tore schiessen! (lacht). Nein, ich soll die Mannschaft in der Achse stabilisieren. Deshalb spiele ich auch mehr auf der Zehn als auf dem Flügel.» Das mit dem Toreschiessen klappte allerdings gar nicht so schlecht: In den ersten drei Partien mit Fassnacht siegte YB dreimal, gegen Lausanne, Yverdon und Sion, und schoss 13 Tore. Zwei davon gingen auf das Konto von «Fasi». Zuletzt allerdings erlitten die Berner einen ersten Rückschlag: 0:1 in Winterthur.
Das soll allerdings eine Ausnahme sein. Fassnacht weiss ganz konkret, wie er sich YB nach seiner Rückkehr vorstellt. «Es soll wieder so sein, wie es früher war. Dass die Leute ins Stadion kommen, sich mit YB identifizieren, finden, dass wir attraktiven Fussball spielen.» Oder anders formuliert: «Die Leute sollen sagen: Ich komme gern ins Wankdorf. Die Mannschaft ist cool.»
Sollte YB mit Fassnacht wieder zu alter Stärke finden, könnte auch die Nati wieder zum Thema werden; 19-mal trug Fassnacht den Nati-Dress, schoss vier Tore. Unvergessen auch seine Ballgewinne vor den Toren zum 2:3 und 3:3 der Nati im EM-Achtelfinal 2021 gegen Frankreich. «Die Nati ist und bleibt ein Traum», sagt Fassnacht. Zunächst aber gilt sein Fokus nur zwei Buchstaben: YB.
Die Young Boys treffen am Sonntagnachmittag im Top-Spiel der Runde auf Leader Lugano. Für die Berner heisst es verlieren verboten, wollen sie im Titelrennen noch ein Wörtchen mitreden. blue Sport überträgt die Partie live. Anpfiff ist um 16.30 Uhr.

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