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Jetzt meldenDer FC Thun hat die Nachfolge von Mauro Lustrinelli geregelt: Gian-Luca Privitelli übernimmt den Schweizer Meister mit einem Dreijahresvertrag. Für blue Sport Experte Rolf Fringer ist die Verpflichtung zwar überraschend, aber durchaus nachvollziehbar.
Der FC Thun hat einen neuen Trainer. Gian-Luca Privitelli tritt mit einem Dreijahresvertrag die Nachfolge von Mauro Lustrinelli an. Ihn hatten wohl nur wenige Fussball-Kenner auf dem Zettel: «Ich weiss sehr wenig über ihn», gibt blue Sport Experte Rolf Fringer zu, der sich inzwischen «schlau gemacht» hat. «Es ist sicher eine überraschende Wahl», meint er.
Man kenne seinen Namen nicht gross und er habe auf höchster Stufe noch nie gecoacht, so Fringer. Doch er habe schon in Thun die U18 und U21 trainiert. «Er kennt also die ganze Struktur und Philosophie von Thun, daher ist es natürlich weniger überraschend», so Fringer
Fringers Fazit: «Man nimmt jemanden, der eigentlich den Verein kennt, den man selber auch kennt, den man einschätzen kann, dem man zutraut, dass er das weiterführen kann und auch Junge einbauen wird.»
Klar sei aber auch, eine Wiederholung des Meister-Märchens sei fast unmöglich. Wenn man dann noch drei, vier, fünf gute Spiele verliere, dann könne auch mit neuen Spielern der Flow schnell weg sein.
«Man kann davon ausgehen, dass sie sich schwerer tun werden. Eine Platzierung unter den ersten Sechs wäre ein super Job von allen», betont Fringer. Er rät Privitelli, der in Thun in die «ganz grossen Fussstapfen von Mauro Lustrinelli» trete, nicht allzu viel über den Haufen zu werfen und eine ähnliche Philosophie wie sein Vorgänger zu wählen.
«Sonst werden die Spieler nach zwei Niederlagen schon motzen: ‹Wir haben es doch immer ganz anders gemacht. Wieso wechselt er jetzt?› Darum ist entscheidend, dass man es mehr oder weniger gleich macht, auf eine ähnliche Art und Weise», resümiert Fringer.
«Er war bei uns längere Zeit im Nachwuchs tätig. Der Kontakt ist nie abgebrochen. Darum haben wir uns dort sehr schnell auf ihn fokussiert», sagt Thuns Sportchef Dominik Albrecht. Ob er wie bei Lustrinelli auf das gleiche Erfolgsrezept setze, dass jemand mit guter Arbeit im SFV-Verband auch in der Super League reüssiere? «Es gibt gewisse Parallelen, aber das war nicht der Grund.»
Auch beim Schweizerischen Fussballverband habe man geschmunzelt und gesagt, man komme wieder, um einen Kandidaten abzuwerben, erzählt Albrecht. Dass die beiden Trainer einen ähnlichen Weg zwischen Thun und Verband und Rückkehr zu Thun genommen haben, sei aber «ein Zufall».
Privitelli hebt im Interview mit blue Sport hervor, dass er bereit sei für den Sprung von der U20-Nationalmannschaft ins Berner Oberland. «Ich habe eine klare Spielidee, die hierherpasst. Die hat perfekt funktioniert in den letzten zwei Jahren beim SFV», unterstreicht der 48-Jährige, der 2018 bis 2021 schon in Thun arbeitete.
Er glaubt nicht, dass er bei seiner Rückkehr viel zu verlieren habe. «Im ersten Training werden die alle mit Freude zurückkommen. Die haben ein Highlight erlebt und super Sachen gemacht in den letzten Jahren. Was will man mehr, als mit Leuten zu arbeiten, die euphorisiert und zufrieden sind? Den Weg so zu starten, ist für mich eine riesige Chance», meint Privitelli.
Er versteht sich als Helfer fürs Team, um das Projekt und die Idee des Vereins weiterzuführen, um weiterhin als Kleiner die Grossen zu ärgern. Und auf dem Platz will er «attraktiven Fussball sehen, die Spieler sollen mutig nach vorne» marschieren.