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Jetzt meldenIm Jahr 2014 verliess Michi Frey die Schweiz ein erstes Mal, kehrte zurück und versuchte sein Glück später erneut im Ausland. Jetzt spielt der Torjäger wieder in der Super League und spricht mit blue Sport über seine Karriere.
Im Nachhinein sei der Wechsel nach Lille wohl etwas zu früh gekommen, gesteht Michi Frey, als er beim Besuch von blue Sport gefragt wird, ob er einen seiner vielen Transfers bereue. 2014 war es, als Frey, damals 20-jährig, nach einer starken Saison bei YB mit 9 Toren und 8 Assists in 33 Spielen den Sprung in die Ligue 1 wagte.
Der bullige Stürmer hatte aber auch Pech. Eine Knöchelverletzung setzte ihn ein ganzes Jahr lang ausser Gefecht. Bei Lille landete er auf dem Abstellgleis, es folgte im Januar 2026 die Rückkehr in die Schweiz zu Luzern. Von da an wechselte der Münsinger fast alle 12 Monate den Verein – mal leihweise, mal fix. Zuerst ging es zurück zu YB, dann zum FCZ, ehe sein Weg in die Türkei, nach Deutschland, Belgien und schliesslich England führte.
Im Januar dieses Jahres folgte ein weiteres Mal die Rückkehr in die Schweiz. Er soll nun die Grasshoppers vor dem Abstieg in die Challenge League bewahren, lautet die klare Mission.
Zu seinen vielen Wechseln sagt Frey: «Mein Ziel war es immer, mal in einer Top-5-Liga zu spielen. Ich wollte eigentlich nicht, dass ich in so vielen verschiedenen Mannschaften spiele. Aber es hat sich halt so ergeben.»
Besonders gerne blickt der Angreifer auf seine Zeit in der Türkei zurück. «Bei Fenerbahçe, in diesem Stadion vor den Heimfans zu spielen, war bewegend. Da bist du über den Platz geflogen», erinnert er sich. «Als ich zu Fener gewechselt bin, hatte ich keine Ahnung, wie gross Istanbul tatsächlich ist. Als ich mit dem Flugzeug ankam, dachte ich nur: ‹Mein Gott!› Dann lief ich aus dem Flughafen und 40 Kameras waren auf mich gerichtet. Ich hatte da viele schöne Erlebnisse.»
Michi Frey ist Fussballer durch und durch. Auch in seiner Freizeit denke er quasi immer an Fussball, sagt er. Wenn er doch einmal abschalten will, greift Frey zum Malstift. Die gemalten Bilder, welche der GC-Stürmer gerne in den sozialen Medien präsentiert, zeigen, dass Frey nicht nur auf dem grünen Rasen talentiert ist.
Woher kommt's? «Schon in der Schule zeichnete ich immer gerne. Mit 17 Jahren war ich dann in einer Kunstschule», erklärt er. «Das Malen hilft mir sehr. Was ich fühle, kann ich auf der Leinwand herauslassen. Das kann ich jedem empfehlen.»
Tausende Bilder habe er bereits gemalt. Nicht alle hat er noch zuhause. Einige liegen in London, in Belgien oder in Deutschland. Ein Bild bleibt dabei in besonderer Erinnerung: «In meiner Zeit bei Royal Antwerpen wollte der Verein, dass ich ein Bild male für einen guten Zweck. Das habe ich selbstverständlich gemacht.»
Nun will sich Frey bei den Grasshoppers verewigen – als Retter und Cup-Held. GC steht aktuell auf dem Barrageplatz, hat noch fünf Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Winterthur – am Ostermontag kommt's zum Duell gegen Sion. Und die Hoppers stehen im Cup-Halbfinal, sind da am 18. April gegen Lausanne-Ouchy klarer Favorit.

Live auf
«Bei GC werde ich genommen, wie ich bin. Es ist der richtige Ort für mich, um wieder Vollgas zu geben», sagt der 31-Jährige, der zuletzt bei Championship-Klub QPR nicht mehr erste Wahl war. Sein Vertrag in Zürich läuft bis 2028. Ob er diesen erfüllen wird, steht noch in den Sternen. Jedenfalls denkt Frey noch lange nicht ans Aufhören. «Ich gebe mir Mühe, dass ich fit bleibe und will möglichst lange spielen.»
Wer weiss, vielleicht verschlägt es den «Europa-Bummler» in absehbarer Zeit auch noch einmal ins Ausland.