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Jetzt meldenAufsteiger Thun steht trotz später Pleite gegen Lugano kurz vor dem Meister-Titel. Kult-Trainer Hanspeter Latour blickt im Pausen-Interview mit blue Sport stolz auf die Entwicklung seines Herzensklubs.
Die grosse Meister-Party in der Stockhorn-Arena will sich am Samstagabend auch Hanspeter Latour nicht entgehen lassen. Normalerweise meidet der langjährige Thun-Trainer, der mit seiner Art in der ganzen Schweiz Kult-Status erreichte, seit Jahren das Scheinwerferlicht auf der Fussball-Bühne.
Doch den womöglich grössten Tag in der 128-jährigen Klubgeschichte will Latour selbstverständlich nicht verpassen. Eine gute Rolle in der Meisterschaft habe er dem Aufsteiger zugetraut, so Latour: «Aber dass sie jetzt Schweizer Meister werden, das wäre jetzt nicht ehrlich. Aber gehofft natürlich. Je länger und je näher, umso mehr», schmunzelt er.
«Die von auswärts haben immer noch gezweifelt, als wir 14 Punkte Vorsprung aufwiesen. Bei Basel oder YB hätte man gesagt – der Mist ist geführt», erläutert Latour. Ständig habe man auf Thuns Einbruch gewartet, doch der sei nie gekommen. «Dä Chübel chunt uf Thun – hoffentlich hüt!», jauchzt Latour und ergänzt schmunzelnd: «Und sonst halt morgen oder übermorgen.»
Die Saison sei ein «i-Tüpfelchen». «Dass ich jetzt das – ich werde nächstes Jahr achtzig – noch erleben darf, das ist einfach Hammer», resümiert Latour.
Der rüstige Fussball-Rentner mit dem unvergleichlichen Schalk hat den FC Thun 2002 selbst in die Nationalliga A (heutige Super League) gebracht und ist längst Ehrenmitglied. Seine grosse Strahkraft zeigt sich auch darin, dass mit Präsident Andres Gerber, Trainer Mauro Lustrinelli oder Assistenzcoach Nelson Ferreira mehrere frühere Schützlinge die heutigen Erfolgsmacher sind.

FC Thun 2004: Adrian Moser, Pascal Cerrone, Mauro Lustrinelli, Assistenztrainer Thomas Binggeli, Mario Raimondi, Andreas Gerber und Trainer Hanspeter Latour
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«Die drei habe ich alle zu Thun geholt, da habe ich natürlich schon Freude», gesteht er. Die Karriere seiner Ex-Spieler überrascht ihn nicht: «Andi Gerber war Captain und hat sich immer um alles in der ganzen Mannschaft gekümmert, er hat mir viel geholfen. Mauro war ein ganz wertvoller Spieler, ein schlaues Schlitzohr.»
Er sei zwar nicht der Grösste gewesen, aber er habe einst gegen den FC Basel ein Kopfballtor gemacht: «(Pascal) Zuberbühler, (Marco) Zwyssig, und (Murat) Yakin waren alle zwei Köpfe grösser als er», erinnert sich Latour und resümiert: «So einer wird ein schlauer Trainer – er weiss, wohin er laufen muss und wie er aufstellen muss.»
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