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Jetzt meldenMichi Frey ist im Saison-Endspurt der Hoffnungsträger bei GC. Der Winter-Neuzugang soll die Hoppers vor dem Abstieg retten. Mit blue Sport spricht der Torjäger über den Trainerwechsel bei GC und seinen Entscheid, nach achteinhalb Jahren in die Schweiz zurückzukehren.
30 Spiele, 24 Punkte, Barrage-Platz, fünf Zähler Vorsprung auf Schlusslicht Winterthur, sieben Punkte Rückstand aufs rettende Ufer. Die brenzlige Situation bei den Grasshoppers führt zu einem Entscheid, den so manch ein Verein in dieser Ausgangslage treffen würde: Der Trainer wird entlassen.
Gerald Scheiblehner macht allerdings kaum einer einen Vorwurf an der misslichen Lage. Nachdem bereits Sportchef Alain Sutter klarmachte, dass er den Österreicher eigentlich gar nicht entlassen wollte, das Team im Endspurt aber neue Impulse brauche, kann auch Michael Frey kein schlechtes Wort über Scheiblehner verlieren. «Ich hatte eine gute Beziehung zu ihm. Es kam auch etwas unerwartet. Wenn die Resultate nicht stimmen, führt es halt oft zu einem Trainerwechsel.»
Nun soll mit Gernot Messner, bislang Trainer der U21 bei GC, der Klassenerhalt geschafft werden. «Er ist bereits der 28. Trainer in meiner Karriere», sagt Frey. Die ersten Eindrücke seien positiv. «Er hat einen klaren Plan. Er versucht, uns als Team noch näher zusammenzubringen. Das ist das Wichtigste in unserer Situation.»
Frey ist zwar erst seit zwei Monaten im Team, gehört aber bereits jetzt zu den Führungsspielern, wie er selbst sagt. «Ich hoffe, dass ich dem Klub mit meiner Persönlichkeit helfen kann.» Dass er ein absoluter Teamplayer ist, hat der bullige Stürmer in seinen ersten sieben Spielen für GC bereits gezeigt. Nur die Tore fehlen noch. Einzig im Cup konnte Frey einen Treffer erzielen. Im Cup steht GC im Halbfinal und ist da im April gegen Lausanne-Ouchy trotz Formschwäche Favorit.
Der Wechsel zu den Hoppers im Winter war auch ein Nachhausekommen für den Mann, der 2018 die Schweiz verliess und danach bei zahlreichen Klubs in der Türkei, Deutschland, Belgien und England spielte. Bei elf Vereinen stand Frey schon unter Vertrag. Zuletzt war er bei den Queens Park Rangers in Englands zweithöchster Liga, verlängerte da auch erst im September seinen Vertrag. «Doch dann setzte der Trainer auf einmal nicht mehr auf mich. Er sagte mir, dass ich gehen soll.»
Es war ein weiterer Rückschlag, von denen Frey in den letzten Jahren einige wegstecken musste. Wie beim Abstieg mit Schalke aus der Bundesliga oder bei der Ausbootung bei Royal Antwerpen. «Da war ich neun Monate lang bei der zweiten Mannschaft und musste mit 15-Jährigen trainieren», erinnert sich der Münsinger. Auch bei QPR stand er bis zu seinem Abschied im Januar wochenlang nicht mehr im Kader.
Der Kontakt mit GC kam zustande – und nach einigen Gesprächen mit Sutter und Scheiblehner war für Frey klar, dass die Zeit reif ist für eine Rückkehr in die Super League. Auch wenn der polarisierende Stürmer zugibt, durchaus ein wenig «Angst» vor den Reaktionen hierzulande gehabt zu haben. «Im Ausland hatte ich meine Ruhe. Die Aussenwahrnehmung der Medien war anders als hier.»
In der Schweiz hatte Frey in Vergangenheit nicht nur gute Erfahrungen in der Öffentlichkeit gemacht. «Du kommst ins Restaurant und merkst, dass die Leute glauben, dich zu kennen, weil sie einen Artikel über dich gelesen haben. Sie haben sich schon ein Bild von dir gemacht, obwohl sie dich gar nicht kennen. Das ist nicht immer einfach», gibt er zu.
Seit dem Wechsel nach Zürich sei es bislang aber ruhig geblieben. Vielleicht auch, weil er in seinen Interviews etwas überlegter auftritt als noch in jungen Jahren. Legendäre Sprüche wie jener über den Arzt, der ihn einst in Lille nach einer Verletzung operiert hatte («Der Dorfmetzger aus Münsingen hätte dies genauso gut gemacht») sind rar geworden.
Trotzdem bleibt Michi Frey ein Mann der klaren Worte. So muss er auch nicht lange überlegen, als er gefragt wird, was er lieber nehmen würde: Den Cupsieg oder den direkten Ligaerhalt. «Ligaerhalt! An alles andere denkt hier aktuell keiner.»