Fehler gefunden?
Jetzt meldenCédric Zesiger und die Nationalmannschaft war bisher keine Liebesgeschichte. Nach seinen tollen Auftritten in Augsburg hofft der Abwehrspieler, nun auch unter Trainer Murat Yakin Gas geben zu können.
In der Nationalmannschaft hatte Cédric Zesiger unter Nati-Coach Murat Yakin bisher eine undankbare Rolle. Während der gesamten EM-Kampagne, der Qualifikation und der Endrunde, war Zesiger im Aufgebot, kam aber in 19 Spielen nur einmal über 90 Minuten zum Einsatz – zweimal wurde der 1,94 Meter grosse Verteidiger spät eingewechselt, ansonsten sass der Bundesliga-Söldner auf der Ersatzbank. Im Herbst fehlte Zesiger dann plötzlich im Aufgebot.
«Ich hatte Ende 2024 eine schwierige Phase, weil ich im Verein nicht oft gespielt habe. Dann ist es normal, dass man mehr Mühe hat, in der Nati dabei zu sein», meint Zesiger im Interview mit blue Sport und führt aus: «Es wäre dumm zu denken, wenn man im Verein nicht spielt, spielt man dafür in der Nati.»
In der Tat lief es dem Berner Seeländer in Wolfsburg nicht wunschgemäss. Während Zesiger zum Saisonauftakt noch gesetzt war, stand er für die Niedersachsen von Oktober bis Mitte Januar nur noch auf kumuliert 71 Minuten auf dem Platz.
Doch seit dem Winter-Transfer zu Augsburg scheint alles zu klappen. Mit den Fuggerstädtern hat er noch nie verloren, mit Zesiger auf dem Platz gab es gar bis dato noch keinen Gegentreffer. Falls die Null hinten auch morgen nach dem Spiel gegen Ex-Arbeitgeber Wolfsburg steht, knackt Zesiger sogar einen Bundesliga-Rekord. «Im Moment läuft es, ich bin voller Selbstvertrauen und habe viele Spielminuten in den Beinen», resümiert Zesiger.
Nun stehen für ihn die Länderspiele gegen Nordirland und Luxemburg an. «Dadurch dass es im Klub gut läuft, mache ich mir Hoffnung, auch in der Nati zu Spielminuten zu kommen», so Zesiger. Der 26-Jährige hat sich viel vorgenommen: «Ich bin schon länger dabei und kenne die Mannschaft sowie die Abläufe, daher will ich auch in der Nati den nächsten Schritt machen.»
Zesiger ist auch ein Musterbeispiel, wie schnell es im Fussball gehen kann. Das ausbleibende Herbst-Aufgebot von Yakin bezeichnete er Ende Dezember gegenüber blue Sport noch «als Schlag ins Gesicht». Die zehn Minuten Einsatzzeit im 2024 nannte er «frustrierend». Nun könnte sein «zwiespältiges Gefühl» zur Nationalmannschaft bald Geschichte sein.
Mit dem Ausfall von Abwehrboss Manuel Akanji ist schon mal eine Position frei. Gut möglich also, dass Zesiger Ende März mehr als seine bisherigen vier Länderspiele auf dem Konto hat. Dafür stehen aktuell andere Spieler auf der Verliererseite, wie blue Sport Chefredaktor Andy Böni erläutert.