Tami: «Die Nati wird in Zukunft für noch mehr Begeisterung sorgen»

pat

1.7.2019

Pierluigi Tami gibt seine erste Pressekonferenz als Direktor des Schweizer Nationalteams.
Bild: Keystone

Pierluigi Tami ist am Montag zum Direktor des Schweizer Nationalteams ernannt worden. Bei seiner Präsentation sagt der Tessiner, dass er die neue Stelle mit Freude und Enthusiasmus antrete.



Ligapräsident Heinrich Schifferle erklärt, dass die Stelle bewusst nicht öffentlich ausgeschrieben worden sei. Mit vier Kandidaten hätten sie Gespräche geführt: Martin Andermatt, Peter Knäbel, Alain Sutter und Pierluigi Tami. «Es gab keine Nummer 1, 2, 3 und 4. Für einen Job können mehrere Personen das Anforderungsprofil erfüllen.» Mit Tami habe man einen Top-Mann für die Aufgabe gewonnen, so Schifferle, der auch sagt, dass am Ende noch zwei Kandidaten übrig geblieben seien, zwei weitere hätten von sich aus abgesagt.

Zu den Aufgaben Tamis, der einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, gehören die Festlegung der sportlichen Ziele der A-Nationalmannschaft und den U21-Junioren oder etwa die Budgetplanung und Prämienverantwortung. Natürlich gebe es noch viel mehr zu tun, so Schifferle: «Aber wir wollen ihn ja nicht schocken.» Zur Zielsetzung sagt er: «Erfolg, Erfolg, Erfolg.»

Heinrich Schifferle, Präsident der Swiss Football League (SFL) stellt klar, dass Tami keine Notlösung darstellt.
Bild: Keystone

Tami will nicht mit der Tür ins Haus fallen

Tami drückt zu Beginn auf italienisch seine Anteilnahme zur vermissten Florijani Ismaili aus. Es folgt der obligate Dank für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Dann zählt er diverse Tätigkeiten im Fussballbusiness auf, die er bereits inne hatte. 2011 führte er die Schweizer U21-Auswahl als Trainer in den EM-Final, an den Endrunden 2006, 2008 und 2010 fungierte er unter Köbi Kuhn und Ottmar Hitzfeld als Beobachter und zuletzt war er als Trainer bei GC und dem FC Lugano tätig. Der Zuhörer bekommt ein gutes Gefühl, Tami bringt tatsächlich einen prall gefüllten Rucksack an Erfahrungen in diversen Rollen mit.

Der 57-Jährige stellt auch klar, dass er sich selbst ein Sabbatical-Jahr verordnet habe, mehrere konkrete Trainer-Angebote habe er abgelehnt. «Als ich die Anfrage erhielt, ob ich Interesse an der neuen Stelle hätte, sagte ich mit Freude und Enthusiasmus ja.» Tami sagt, dass er eine langfristige Vision habe, es aber wenig Sinn machen würde, bereits öffentlich darüber zu sprechen. Zunächst wolle er alle Führungspersönlichkeiten der Swiss Football League und der Vereine der höchsten Schweizer Spielklassen kennenlernen.

Tamis Einschätzung zur Nationalmannschaft

«Wir haben ein A-Nationalmannschaft, die für sehr viel Zufriedenheit sorgt. Die Mannschaft ist regelmässig an EM- und WM-Endrunden dabei, das ist keine Selbstverständlichkeit.» Dennoch sei klar, dass alle ein grosses Resultat erreichen wollten, zum Beispiel eine Viertelfinal-Teilnahme. «Ich glaube, dass unsere Mannschaft in Zukunft für noch mehr Zufriedenheit und Begeisterung sorgen wird.»

Pierluigi Tami hebt die Bedeutung der Schweizer Nachwuchsmannschaften hervor.
Bild: Keystone

Die Ausbildung der Junioren spielt dabei eine zentrale Rolle: «Solche Ziele und Erfolge können wir nur erreichen, wenn wir regelmässig dabei sind. Deshalb müssen wir auf allen Stufen Spieler haben, die auf höchstem Niveau sind.» Es sei wichtig, dass sich auch die U21 an Endrunden präsentieren könne. Dafür sei es wichtig, dass das Niveau in der Super- und Challenge League hoch sei.

Um die Bedeutung des Nachwuchses zu unterstreichen, nennt Tami ein aktuelles Beispiel: «An der U21-EM hat Rumänien mit dem Vorstoss ins Halbfinale den Marktwert verdreifacht. Deshalb bin ich der Meinung, dass wir der U21 die grosstmögliche Unterstützung geben müssen. Davon profitieren zunächst die Schweizer Vereine, zwei, drei später auch die A-Nationalmannschaft.»




Birgt sein Amt Konfliktpotenzial mit Petkovic?

Vladimir Petkovic erwecke nicht den Eindruck, als lasse er sich gerne führen. Ob er er befürchte, dass es deshalb Konflikte geben könnte, wird Tami gefragt. Der neue starke Mann im Schweizer Fussball sieht kein Konfliktpotenzial. «Ich kenne Vlado schon lange. Ich denke, er hat einen guten Job gemacht mit seinem Team.» Er wolle, dass sich der Trainer und das Team auf die Arbeit konzentrieren können, denn kurzfristig sei alles gut aufgegleist, das Ziel sei das Erreichen der EM 2020. «Ich will keine grosse Revolution», zunächst gehe es darum, alle Parteien kennenzulernen. Sein Job sei es, mittel- und langfristig alles so aufzugleisen, dass man langfristig erfolgreich sei, «nicht nur heute, sondern auch in zwei, vier, sechs, acht Jahren.» 

Die ganze Pressekonferenz gibt's hier zu sehen:

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