Taumelt Erfolgscoach Zidane dem K.-o.-Schlag entgegen?

pat

2.12.2020

Zidane nach Donezk-Pleite: «Ich werde nicht zurücktreten»

Zidane nach Donezk-Pleite: «Ich werde nicht zurücktreten»

Zinedine Zidane hat sich mit Real Madrid eine 0:2-Niederlage gegen Shakhtar Donezk eingefangen. Obwohl dem Klub erstmals in der Champions League in der Gruppenphase das Aus droht, kommt ein Rücktritt für den hochdekorierten Franzosen nicht in Frage.

01.12.2020

Real Madrid hätte am Dienstag die Achtelfinal-Qualifikation klarmachen können, doch es kam anders. Nach der 0:2-Pleite gegen Donezk steht die Qualifikation auf der Kippe – und der Trainer sitzt auf dem Schleudersitz.

In der heimischen Liga hat Real Madrid aus den letzten drei Spielen nur einen Punkt mitgenommen und der Vorsprung auf Dauerrivale Barcelona ist nach Verlustpunkten dahingeschmolzen. Schlimmer noch, Barcelona ist derzeit gar nicht der ärgste Konkurrent, denn die Katalanen sind derzeit nur im siebten Rang klassiert, Real aktuell im vierten. Nun folgen zwei wegweisende Spiele.

Am Samstag (16 Uhr live auf «blue Sport») muss Real Madrid bei Sevilla antreten, das mit einem Sieg an den Königlichen vorbeiziehen könnte – und das, obwohl das Team rund um Ivan Rakitic ein Spiel weniger bestritten hat. Vier Tage später steht eine Partie von noch grösserer Tragweite an. In der Champions League empfängt Real Madrid am kommenden Mittwoch (21 Uhr live auf «blue Sport») Borussia Mönchengladbach – eine Niederlage käme dem Aus in der Gruppe gleich. Es wäre bei der 25. Teilnahme eine unrühmliche Premiere, denn die Madrilenen qualifizierten sich bislang immer für die Achtelfinals.

Donezk – Real 2:0

Donezk – Real 2:0

Shakhtar Donetsk schafft die Überraschung. Zum zweiten Mal schlagen die Ukrainer das grosse Real Madrid. Mit 2:0 schicken die Gastgeber die Spanier wieder nach Hause und das gar nicht mal unverdient.

01.12.2020

Siegen oder fliegen! Zidane ist angezählt

Es versteht sich von selbst, dass Trainer Zinédine Zidane angezählt ist. Also man muss es nicht verstehen, aber so läuft das heute nun mal. Eine Niederlage gegen Sevilla würde der Franzose möglicherweise noch überleben, das Aus in der Gruppenphase der Königsklasse wohl kaum. Auch der zweifache Weltklub-Trainer des Jahres (2017 und 2018), der Real von 2015 bis 2018 zu drei Champions-League-Titeln in Folge führte und vergangene Saison zum zweiten Mal die Meisterschaft holte, geniesst keinen Artenschutz. Da spielt es auch keine Rolle, dass sich gerade diverse Spitzenteams mit der Mehrfachbelastung besonders schwertun.

Zidane müsste allerdings «rausgeprügelt» werden, denn er denkt nicht mal daran, den Bettel hinzuschmeissen, wie er nach der Niederlage gegen Donezk unmissverständlich mitteilt: «Ich werde nicht zurücktreten, ganz und gar nicht. Wir werden weitermachen. Wir müssen diese Situation durchstehen, denn es ist vor allem eine Pechsträhne.» Es sei wahr, dass die Ergebnisse nicht gut seien, «aber wir werden weiterhin an das glauben, was wir tun». Ob er noch der richtige Trainer für die Mannschaft ist, das entscheiden allerdings andere.

Und wie die spanische Zeitung «El Mundo» wissen will, wurde bei einem internen Krisentreffen über die Zukunft Zidanes beraten. Präsident Florentino Perez soll sich bereits jetzt für eine Entlassung des Franzosen ausgesprochen haben, heisst es dort. Andere haben offenbar noch eine Prise mehr Vertrauen in den in den letzten Jahren äusserst erfolgreichen Trainer. Zumindest in den kommenden beiden Spielen dürfte Zidane noch an der Seitenlinie stehen. Stimmen die Resultate nicht, dann dürfte der Mann, der mit dem Verein als Spieler und Trainer Geschichte geschrieben hat, selbst Geschichte sein. Mit Mauricio Pochettino und Vereinslegende Raúl – Letzterer trainiert seit zwei Jahren zweite Mannschaft – werden in den Medien bereits jetzt zwei Namen gehandelt, die auf Zidane folgen könnten.

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