19.05.2017 - 16:45, pat

Skandal? «HSV-Retter» pfeift Abstiegsknüller HSV gegen Wolfsburg

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Mit diesem Blick müsste er eigentlich alles ganz genau sehen: Schiedsrichter Manuel Gräfe.
Bild: Getty Images

 

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Wenn man nach einem Spiel nur über den Schiedsrichter spricht, dann ist das kein gutes Zeichen. Wenn man aber schon vor dem Spiel über den Schiedsrichter spricht, dann ist etwas richtig faul. Vor dem Abstiegskracher HSV gegen Wolfsburg ist genau das der Fall. Was ist das Problem?



Der Deutsche Fussball-Bund (DFB) setzt ausgerechnet Referee Manuel Gräfe ein, der die Hamburger in ihrer letzten Bundesliga-Relegation mit einem umstrittenen Pfiff vor dem Gang in die 2. Bundesliga bewahrte. Ex-Schiedsrichter und TV-Experte Markus Merk kann nicht verstehen, warum man ausgerechnet Gräfe einsetzt. Gegenüber der «Hamburger Morgenpost» sagt er: «Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht in Frage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen.» Und weiter: «Diese Ansetzung ist für mich unglaublich erstaunlich. Ich verstehe sie nicht. Das Wichtigste ist immer, dass der Schiedsrichter nicht im Fokus steht – sondern das Spiel! Das ist hier, bei aller unbestrittenen Kompetenz von Manuel Gräfe, nicht möglich.»

Lange ist es her, vergessen aber keineswegs: Gräfe hatte im Relegations-Rückspiel vor zwei Jahren beim Stand von 0:1 aus Hamburger Sicht mit einem Fehlentscheid für erhitzte Gemüter bei den KSC-Akteuren und -Fans gesorgt. Der Unparteiische entschied kurz vor Schluss nach einem zweifelhaften Handspiel auf Freistoss gegen den zu diesem Zeitpunkt sicher geglaubten Aufsteiger KSC. Doch dann zirkelte Marcelo Díaz, der Mann mit FC-Basel-Vergangenheit, den Ball ins Tor und rettete den Bundesliga-Dino in die Verlängerung. Dort erzielte Hamburgs Nicolai Müller das entscheidende 2:1. Folge: Der HSV blieb in der 1. Bundesliga, Karlsruhe stürzte ins Tal der Tränen.

Wie begründet der DFB, dass ausgerechnet Gräfe diese wegweisende Partie pfeift? Laut «Bild»-Informationen stehen alle anderen Top-Schiedsrichter (Wolfgang Stark, Felix Zwayer, Dr. Felix Brych und Deniz Aytekin) nicht zur Verfügung.

Kritik erhält der DFB aber nicht nur von Ex-Schiri Merk, sondern auch vom ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann. Er sagt gegenüber «Sport1»: «Man kann nur hoffen, dass nichts passiert. Aber wenn in einer entscheidenden Szene etwas passieren sollte, hat der DFB ein Problem.»

Sollte der HSV gewinnen, rutscht Wolfsburg auf Relegationsrang 16. Gewinnen die Wölfe oder holen einen Punkt, sind sie direkt gerettet.

Was halten Sie davon, dass «HSV-Retter» Gräfe die Partie pfeift?

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