14.09.2017 - 17:05, pat

Neumayr: «Ich erwarte keinen Anruf von Petkovic»

Markus Neumayr ist eine Bereicherung für die SüperLig.
Bild: Screenshot Youtube

 

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Markus Neumayr wechselte im Sommer von Luzern zu Kasimpasa. In der SüperLig hat der Neo-Schweizer einen regelrechten Traumstart hingelegt. Auch deshalb trägt er bereits den ehrfürchtigen Spitznamen Neymar.



Neymar wechselte in diesem Sommer für die Rekord-Ablöse von 222 Millionen Euro von Barcelona zu PSG. Gleichzeitig wagte Neumayr den Schritt von der Super League in die SüperLig. Rund 300’000 Euro sollen die Türken dem FC Luzern überwiesen haben. Ein krasser Unterschied. Was die beiden aber gemeinsam haben – und darum geht es im Fussball – sie begeistern das Publikum mit Top-Leistungen. Und so kommt eine weitere Gemeinsamkeit hinzu: Inzwischen reagiert Neumayr auf den Namen Neymar, sein neuer Rufname bei den Teamkollegen, den auch die Medien gerne verwenden.

Wir wollten vom deutsch-schweizerischen Doppelbürger (seit März hat er auch den Schweizer Pass) wissen, ob er denn jetzt auch 222 Millionen wert sei. Neumayr lacht und meint: «Ich glaube, soviel ist keiner auf dieser Welt wert. Das ist enorm und irgendwo lustig.» Dass sie ihn Neymar nennen würden, liege vorallem daran, dass sie seinen Namen nicht aussprechen könnten. Aber er weiss auch, «es gibt schlimmere Vergleiche».

Die Nationalmannschaft ist kein Thema: «Da bin ich realistisch»

In den ersten vier Liga-Spielen hat die qualitativ hochwertige «Billig-Kopie» bereits drei Tore erzielt und ein weiteres vorbereitet. Es mache ihn stolz, dass er alle stehenden Bälle treten dürfe. Träumt der Neu-Schweizer nun etwa auch von einer WM-Teilnahme? Neumayr winkt ab: «Ich erwarte keinen Anruf von Petkovic, da bin ich realistisch. Ich denke die Nationalmannschaft ist sehr gut aufgestellt und als 31-Jähriger werde ich auch kein Thema mehr werden. Es gibt viele Junge, die einen guten Job und die zuerst berücksichtigt werden. Das ist auch richtig so.»

Die beiden Traumtore von Neumayr im Video:

«Hier wimmelt es von Weltstars»

Und wie gefällt es ihm in der Türkei? «Es ist geil, wieder mal in einer neuen Liga zu spielen. Der Modus in der Schweiz wird mit der Zeit etwas eintönig, viermal pro Saison spielt man gegen die gleichen Teams und vielleicht noch ein fünftes Mal im Cup.» Überrascht habe ihn, dass das Tempo in der Türkei weniger hoch sei als in der Schweiz. «Die Teams stehen meist sehr defensiv, um die Superstars besser zu kontrollieren. Die individuelle Klasse der Spieler in der Türkei ist viel grösser.» Das sei aber auch etwas, worauf er sich gefreut habe, gegen die grossen Namen anzutreten. «Hier wimmelt es von Weltstars. Nur schon bei Antalyaspor, einem türkischen Durchschnittsteam, spielen Nasri, Eto’o und Djourou. Das ist eine grosse Motivation.» 

Neben dem sportlichen, spielten bei seiner Entscheidung in die Türkei zu wechseln aber auch andere Faktoren eine Rolle. «Schau mich an» – Neumayr macht einen 360-Grad-Schwenker mit seinem Handy – «es ist mitte September und ich liege hier bei 30 Grad am Pool. Ausserdem bin ich in fünf Minuten am Meer. Das nenne ich Lebensqualität.» Wir schauen aus dem Fenster, sehen nichts als Wolken und Wasserpfützen, und können nur zustimmen. Wir wünschen dem Schweizer Neymar weiterhin viel Erfolg!

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