11.09.2017 - 08:58, pat

Fairplay vom Feinsten: Ex-YB-Profi lehnt Penalty ab

Felix Bastians (links) gibt zu, dass er nicht gefoult wurde.
Bild: Keystone

 

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In der 2. Bundesliga sorgt der Bochumer Felix Bastians für durchwegs positive Schlagzeilen. Beim Stand von 0:1 gibt der ehemalige YB-Profi (Saison 08/09) nach dem Penalty-Pfiff zu, dass er nicht gefoult wurde.



Nach dem Spiel spricht Darmstadt-Coach Torsten Frings «ein Riesenkompliment» aus: «So etwas kommt nur noch sehr, sehr selten vor. Davor kann man nur den Hut ziehen.» Frings spricht dieses Lob an der Pressekonferenz ungefragt aus – und dies obwohl sein Team am Ende noch mit 1:2 verloren hat und er deswegen nicht gerade zufrieden sein konnte.

Was genau ist passiert? Bochum liegt nach einer Stunde 0:1 hinten und drückt auf den Ausgleich. Abwehrchef Bastians stürmt plötzlich an vorderster Front mit, lässt zwei Gegenspieler stehen und kommt dann ins Straucheln. Sofort entscheidet der Schiedsrichter auf Elfmeter. Doch kurz darauf nimmt er seine Entscheidung zurück. Warum?  

Weil die Darmstädter heftig protestieren, fragt der Unparteiische direkt bei Bastians nach, ob er gefoult wurde. Der Bochumer Abwehrspieler verneint. Nach dem Spiel sagt er: «Wenn der Schiedsrichter mich fragt, kann ich das nicht bejahen. Es ist ein hartes Profigeschäft, aber Ehrlichkeit währt am längsten. Es war selbstverständlich für mich, nicht zu lügen. Wir haben alle eine Vorbildfunktion.» Er sei aber froh, dass seine Mannschaft das Spiel noch habe drehen können, sonst hätte er sich wohl einiges anhören müssen, räumt Bastians ein.

Weniger Freude an der Fairplay-Aktion hatte Trainer Ismail Atalan. Im ersten Moment habe er gedacht, Bastians habe «einen an der Waffel». Und auch wenn sich Atalan solche Aktionen in Zukunft nicht unbedingt wünscht, meint er: «Ihm gehört mein grösster Respekt!»

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