10.09.2017 - 21:00, dpa/bam

Starkes Debüt: Bibiana Steinhaus pfeift als erste Frau in der Bundesliga

 

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Bibiana Steinhaus erledigt ihre Premiere im Olympiastadion unaufgeregt und souverän. Die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fussball-Bundesliga erhält Lob von allen Seiten.



Steinhaus pfeift im Berliner Olympiastadion als erste Frau eine Partie der Fussball-Bundesliga. Und dies vor knapp 50'000 Fans. «Das war ein gewisser historischer Moment», sagt DFB-Chef Reinhard Grindel. «Man darf nicht vergessen, sie stand schon unter Druck. Und da so souverän die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist eine erstklassige Leistung.»

Die erste Ermahnung spricht die Polizeihauptkommissarin nach sechs Minuten aus. Der Bremer Florian Kainz muss sich nach einem Foul an Herthas Mathew Leckie ein paar ernste Worte von Bibiana Steinhaus anhören.

Nach ihrer souveränen Leistung beim 1:1 zwischen Hertha BSC und Werder Bremen erhält Steinhaus Lob von allen Seiten, hofft aber nun auf ein Ende des Wirbels um ihre Person. «Ich bin ehrlich gesprochen erleichtert, dass es um ist», sagt die 38-Jährige. «Ich freue mich, wenn ab morgen die Normalität wieder Einzug hält.»

Respekt und Lob für Steinhaus

Sowohl bei der Auslegung der Vorteilsregel vor dem Berliner Führungstor durch Mathew Leckie als auch bei zwei strittigen Szenen im Strafraum liegt Steinhaus richtig. «Ich habe schon vorher gesagt, dass es keine Rolle spielt, ob ein Mann oder eine Frau pfeift. Am Ende ist die Leistung entscheidend, und die war okay», sagt Bremens Trainer Alexander Nouri. «Sie hat es gut gemacht, aber das ist auch keine grosse Überraschung», lobt Hertha-Verteidiger Sebastian Langkamp. 

Steinhaus hat stets den Ball flach gehalten

Nach zehn Jahren in der zweiten Liga, diversen internationalen Finalspielen im Frauenfussball und Einsätzen als vierter Referee an der Seitenlinie wollte Steinhaus ihre Premiere im Fussball-Oberhaus nicht zusätzlich überhöhen, obwohl sie natürlich unter besonderer Beobachtung stand. Steinhaus, deren Lebensgefährte der frühere englische Spitzen-Schiedsrichter Howard Webb ist, war im Mai in den Kreis der 24 Bundesliga-Referees befördert worden.

«Einerseits ist es nur ein weiteres Spiel, das ich gut leiten möchte. Andererseits ist es nunmehr die Bundesliga und die Tatsache, dass ich die erste Schiedsrichterin bin, macht es vor allem für die Öffentlichkeit doch zu einer nicht normalen Partie», hat Steinhaus vor der Partie der «Bild»-Zeitung gesagt und ergänzt: «Ob das nun historisch ist, sollen andere beurteilen.»

Ob nun historisch oder nicht – mit ihrer fehlerfreien Leistung hat Steinhaus überzeugt. «Egal, ob Mann oder Frau, wichtig ist, dass der Schiedsrichter eine starke Persönlichkeit ist. Und das hat sie auf jeden Fall gezeigt», sagt Werder-Profi Thomas Delaney, der in der 59. Minute das Tor zum Endstand erzielt.

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