11.09.2017 - 16:00, pat

Wicky sollte der Verlierer-Elf vom Lausanne-Spiel vertrauen

SCHWEIZ FUSSBALL BASEL LAUSANNE

Raphael Wicky erlebt als FCB-Trainer einen harzigen Start.
Bild: Keystone

 

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Der FC Basel tut sich in der laufenden Meisterschaft schwer und hat nun dreimal in Folge nicht gewonnen, gegen Schlusslicht Lausanne setzte es am vergangenen Wochenende gar eine Niederlage ab. Trotzdem sollte Raphael Wicky beim Champions-League-Knüller gegen Manchester United genau auf diese Elf vertrauen. Eine Analyse.



Urs Fischer musste im Sommer den FC Basel vor allem deshalb verlassen, weil der internationale Erfolg ausblieb. Unter Wicky tut man sich nun allerdings schon auf nationaler Ebene schwer und hat in den ersten sieben Runden bereits zweimal verloren, gleich oft wie in der gesamten Spielzeit davor. Wie um Himmels Willen soll dieser FCB gegen den Tabellenführer der Premier League bestehen, wenn am Wochenende selbst das zuvor sieglose Lausanne eine Nummer zu gross war?

Auf keinen Fall, indem Wicky das Teamgefüge nach der Pleite durcheinanderwirbelt. Gegen Manchester United könnten genau die Spielertypen gefragt sein, die gegen Lausanne nicht gut genug waren. Denn es ist ein komplett anderes Spiel. Gegen ManUtd wird Basel primär Defensivarbeit leisten müssen und da macht es Sinn, eine defensive Grund-Ausrichtung mit vier Verteidigern und zwei defensiven Mittelfeldspielern zu wählen. Gegen Lausanne wäre man wohl mit der Dreierkette besser gefahren.

Kann Basel bei Manchester United punkten?

Technische Störung. Bitte versuchen Sie es spaeter noch einmal.

Wie kann Basel ManUtd weh tun?

4:0 gegen West Ham United, 4:0 gegen Swansea City, 2:0 gegen Leicester City und 2:2 gegen Stoke City: Manchester United ist stark in die neue Saison gestartet und führt die Tabelle vor dem punktgleichen Manchester City an. Doch der FC Basel wird nicht nach Manchester fahren, um sich von vornherein geschlagen zu geben. Was also ist der Schlüssel zum Erfolg?

Serey Dié und Taulant Xhaka sind Meister in Sachen Spielzerstörung. Gelingt es ihnen Paul Pogba und Henrikh Mkhitaryan aus dem Spiel zu nehmen, so steigen die Erfolgschancen bereits erheblich. Denn Pogba und Mkhitaryan sind überragende Passgeber, die aber auch gerne selbst mal in den Abschluss gehen. Werden sie konsequent hauteng gedeckt, so werden sie Mühe haben, den gewohnten Einfluss aufs Spiel zu nehmen. Auch Mittelstürmer Romelu Lukaku lebt von den Schnittstellenpässen der beiden zentralen Mittelfeldspieler. Machen Xhaka und Dié ihren Job richtig gut, so wird der treffsichere Lukaku gar nicht erst mit Bällen in die Spitze gefüttert.  

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Fatal: Wenn man Henrikh Mkhitaryan so viel Raum lässt, dann spielt er oft den tödlichen Pass.
Bild: Youtube

Brandgefährlich ist auch Marcus Rashford, der gerne vom rechten Flügel mit dem Ball am Fuss in die Mitte zieht und in den Abschluss geht. Hier werden ganz besonders Michael Lang und Marek Suchy gefordert sein, dass sie gut miteinander kommunizieren und den Spieler sauber übergeben. Es darf nie vorkommen, dass sich keiner der beiden für Rashford zuständig fühlt, genauso wenig sollten sich beide gleichzeitig um den 19-Jährigen kümmern. Hört sich logisch an, die Umsetzung auf dem Platz ist aber alles andere als einfach.

Extrem gefährlich ist Manchester United bei stehenden Bällen. Basel tut gut daran, nicht im Raum zu stehen, sondern auf Mann. Pogba und Jones nimmt man am besten mit zwei Spielern in die Zange, da sie extrem kopfballstark sind. Ausserdem muss Basel bei Eckbällen einen Akteur am Fünfmeterraum postieren, der es verunmöglicht, dass ein ManUtd-Spieler den Ball mit dem Kopf verlängert.

Was liegt in der Offensive drin?

Manchester United steht extrem kompakt, durch die Mitte gibt es eigentlich kein Durchkommen. Vor Probleme stellen kann man ManUtd, wenn man mit langen Bällen aus dem zentralen Mittelfeld die Flügel anspielt. Denn meist hat der Flügelspieler dann kurz Zeit, den Ball anzunehmen, ehe er vom Aussenverteidiger angegriffen wird. Besonders die linke Abwehrseite von ManUtd ist nicht immer ganz sattelfest. Das heisst für Basel, dass man Renato Steffen, wenn immer möglich mit Bällen füttert. Der dribbelstarke Basler kann dann entweder das Eins gegen Eins suchen und selbst in den Abschluss gehen oder er passt direkt in den Rücken der Abwehr, wo sich Ricky van Wolfswinkel in Position bringen muss. Der Holländer ist bekannt dafür, dass er für seine Tore nicht all zu viele Chancen braucht.

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Könnte ein Rezept sein gegen ManUtd: Spielverlagerung mit langen Bällen auf die Flügel.
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Auch hier wird der Flügelspieler nicht sofort angegriffen.
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Fazit: Basel ist in Manchester klarer Aussenseiter. Bereits ein Punktgewinn wäre eine grosse Überraschung, ein Sieg käme einer Sensation gleich. Ganz so chancenlos, wie es auf dem Papier scheint, sind die Basler aber nicht. Vorausgesetzt, sie rufen ihre beste Leistung ab.

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