11.10.2017 - 15:30, Ein Kommentar von Patrick Lämmle

Darum ist die Barrage für alle ein grosser Glücksfall

 

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Auswärts beim Europameister 0:2 verlieren, das ist keine Schande. Die Art und Weise, wie die Schweizer im letzten WM-Quali-Spiel aufgetreten sind, gefiel aber nicht. Dass die Nati nun aber in die Barrage muss, könnte sich noch als grosser Pluspunkt erweisen. Vielleicht werden wir im nächsten Sommer darüber reden, wie wichtig diese zwei Extraspiele waren.



Die Schweizer trauten sich die direkte Qualifikation zu – und das völlig zu Recht. Sie haben Portugal im Hinspiel 2:0 besiegt und danach acht weitere Quali-Spiele siegreich gestaltet. Die Gegner waren keine Schwergewichte des Weltfussballs, dennoch ist eine solche Siegesserie alles andere als selbstverständlich und zeugt von grosser Qualität und Seriosität.

Die Franzosen beispielsweise liessen gegen Luxemburg Punkte liegen, die Engländer gegen ein schwaches Slowenien, Italien gegen Mazedonien, Kroatien gegen Finnland und Holland gegen Bulgarien. Die Schweiz leistete sich während der ganzen Quali keinen derartigen Ausrutscher. Sie verlor nur ein Spiel; auswärts bei Europameister Portugal. Wieder einmal ein «Finalspiel» verloren, schreit es aus dem Blätterwald. Dabei geht schnell vergessen, dass man sich diese «Finalspiele» auch erst einmal hart erarbeiten muss und nicht geschenkt bekommt. So viel macht die Nati also nicht falsch.

So analysieren Schweizer Medien die Niederlage in Portugal

In der Barrage geht es für die Schweiz um «Sieg oder Sarg»

Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die Schweiz das WM-Ticket am Dienstag gebucht hätte. Am besten noch mit einem Sieg, dann hätte man genau wie Weltmeister Deutschland die perfekte Quali gespielt. Doch im Hinblick auf die WM wäre das kein Vorteil gewesen. Warum? Weil uns dann zwei wichtige Spiele auf dem Weg zur WM gefehlt hätten. In der Barrage geht es für die Schweiz um «Sieg oder Sarg».

In solchen Spielen kann die Mannschaft weiter zusammenwachsen. Diese Spiele sind tausendmal wertvoller als Testspiele gegen Brasilien, Spanien oder andere Mannschaften von Weltklasseformat.
Denn ob man in einem solchen Testspiel gewinnt oder verliert, hat am Ende keine Bedeutung und ist viel weniger aussagekräftig als ein Barrage-Spiel gegen Nordirland, Irland, Schweden oder Griechenland. Auf eines dieser vier Teams wird die Schweiz im November treffen, die Auslosung ist am kommenden Dienstag.

Portugal – Schweiz: Die Bilder

  • PORTUGAL SOCCER FIFA WORLD CUP 2018 QUALIFICATION PORTUGAL SWITZ
  • PORTUGAL SOCCER FIFA WORLD CUP 2018 QUALIFICATION PORTUGAL SWITZERLAND
  • PORTUGAL SOCCER FIFA WORLD CUP 2018 QUALIFICATION PORTUGAL SWITZERLAND
  • PORTUGAL SOCCER FIFA WORLD CUP 2018 QUALIFICATION PORTUGAL SWITZERLAND

Schafft die Schweiz nun also die Quali über den Barrage-Umweg, so werden wir an der WM eine stärkere Schweizer Nati sehen, als sie es nach der direkten Qualifikation gewesen wäre. Und vielleicht holt die dann noch stärker zusammengeschweisste Truppe tatsächlich mal einen Sieg in einem «Finalspiel». Und seien wir ehrlich, auch für die Fans sind die zwei Extraspiele ein Geschenk. Was gibt es Schöneres, als bei solchen Alles-oder-Nichts-Spielen mit der eigenen Mannschaft mitzufiebern. Erinnern wir uns doch gerne an die zwei Spiele gegen die Türkei im November 2005 ...

Süsser hat eine WM-Qualifikation selten geschmeckt

Das Hinspiel in Bern gewinnt die Schweiz mit 2:0:

Auswärts verliert die Schweiz mit 2:4, ist aber aufgrund der Auswärtstorregel für die WM 2006 in Deutschland qualifiziert:

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