14.11.2017 - 11:45, sda/jar

Italiens Sündenbock – «Ventura kann nicht anders, als zu gehen»

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Nach Gianluigi Buffon treten auch Mittelfeldspieler Daniele De Rossi und Verteidiger Andrea Barzagli nach der verpassten WM-Qualifikation aus dem italienischen Nationalteam zurück. Der Trainer aber, der von allen Seiten für das Scheitern verantwortlich gemacht wird, will bleiben.



Der italienische Nationaltrainer Gian Piero Ventura hat sich nach dem Verpassen der WM in Russland laut der Nachrichtenagentur Ansa wiefolgt geäussert: «Ich trete nicht zurück, weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe. Es gibt zahlreiche Überlegungen. Ich fühle mich danach, mich bei den Italienern zu entschuldigen – für das Ergebnis, nicht für unsere Anstrengungen».

Das 0:0 gegen Schweden in Mailand am Montag hatte das Ausscheiden Italiens für die WM-Endrunde 2018 besiegelt. Zuletzt fand 1958 eine WM ohne Italien statt. Der Präsident des italienischen Fussballverbandes, Carlo Tavecchio, wollte sich nach dem Spiel 48 Stunden Bedenkzeit nehmen und erst dann über Konsequenzen entscheiden. Venturas Vertrag war erst im August verlängert worden. Er sollte die Mannschaft bis zur Europameisterschaft 2020 führen.

Italienische Presse rechnet mit Ventura ab

Die italienische Presse nimmt kein Blatt vor den Mund und stellt Ventura als Trainer dar, der sich seine Fehler nicht eingestehen kann. Dass sich der Coach nach dem Ausscheiden nicht vor die TV-Kameras stellte, kam ebenfalls alles andere als gut an. Der italienische Journalist Tancredi Palmeri bezeichnete Ventura live im TV als «Feigling».

«Tuttosport»: «Die Wahrheit tut weh, ja, und noch nie so sehr wie dieses Mal: Denn die Wahrheit ist, dass es zu Recht so ist. Italien fährt nicht zur Weltmeisterschaft, weil es das verdient hat: Angefangen bei dem Teil des Volkes, (...) der gepfiffen hat, als die schwedische Nationalhymne angestimmt wurde. Man kann weinen wie Buffon und weitere Millionen von Italienern. Man kann fluchen wie De Rossi auf der Bank (...). Man kann schweigen wie Ventura, der selbstgerechteste Nationaltrainer (...). Alle ab nach Hause, ja. An den Ort, wo man am besten reflektieren kann, wenn wir dazu überhaupt noch in der Lage sind.»

«Gazzetta dello Sport»: «Am Tag danach ist das entscheidende Spiel grausam, aber unvermeidlich. Ventura kann schon aus persönlicher Würde nicht anders als zu gehen. (...) Für Buffon und die anderen grossen Alten ist die Vergeltung ungleich härter: Sie wurden von einer unwiderrufbaren Niederlage zum Abschied getrieben, nach so vielen erinnerungswürdigen Siegen.»

«Corriere dello Sport»: «Es ist die Wirklichkeit eines italienischen Fussballs, der es zu der schmerzhaftesten Demütigung seiner Geschichte gebracht hat, eine Beschämung, eine sportliche Schande, die keinen Vergleich kennt. (...) Die Tränen von Buffon, aufrichtig und passioniert, bezeugen den Absturz, der viele Väter hat und dem niemand, wirklich niemand, entkommen kann.»

«Es braucht Mistgabeln, um Ventura zu vertreiben»

Auch für die Fans ist klar: Ventura muss weg. Viele machen im Netz ihrem Unmut gegenüber dem 69-Jährigen Luft.  

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