08.01.2018 - 12:55, DPA

Schüsse auf Fussballprofi Naki – Ermittlungen wegen versuchter Tötung

 

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Ein deutsch-türkischer Fussballer wird auf der Autobahn beschossen. Der 28-jährige Deniz Naki steht bei einem kurdischen Verein unter Vertrag. Er berichtet von Todesangst.



Naki ist eigenen Angaben zufolge in der Nacht zu Montag auf der A4 nahe Düren von einem anderen Auto aus beschossen worden. «Ich habe mich sofort weggeduckt und bin dann rechts auf den Standstreifen gerollt. Ich hatte Todesangst», sagt er gegenüber der Onlineausgabe der «Welt». Die Schüsse seien aus einem schwarzen Kombi abgefeuert worden, der auf der linken Spur etwas zurückgesetzt gefahren sei.

Gegenüber «Bento.de» sagt der Fussballer: «Ich glaube, dass es hier um eine politische Sache geht». In der Türkei sei er «eine laufende Zielscheibe, weil ich mich pro-kurdisch äussere».

Politikerin: Die ernste Bedrohungdlage darf nicht weiterhin verharmlost werden»

Die offiziellen Hintergründe des Zwischenfalls sind zunächst unklar. Nach Angaben eines Polizeisprechers ermittelt die Staatsanwaltschaft Aachen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Die Hamburger Linke-Politikerin Cansu Özdemir kommentierte den Vorfall deutlich auf Twitter: «Befürchte, die Mordkommandos Erdoğans werden solange weitermachen bis jede/r unbequeme Mensch schweigt. Die ernste Bedrohungdlage darf nicht weiterhin verharmlost werden.»

Haftstrafe wegen Terrorpropaganda

Der frühere Spieler des FC St. Pauli und des SC Paderborn steht inzwischen bei dem kurdischen Verein Amed Sportif Faaliyetler unter Vertrag, der in der dritten türkischen Liga spielt. Naki wurde in der Türkei im Mai 2017 zu einer 18-monatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Ihm wurde Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen.

Im Sommer vergangenen Jahres wurde Naki dem Bericht zufolge während eines Spiels von einem Zuschauer zusammengeschlagen. Naki spielte früher unter anderem zusammen mit Mats Hummels und Jerome Boateng in der deutschen U21-Nationalmannschaft.

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