Offizielle Bekundungen pro Palästina Israel-Profis weigern sich wegen Schweigeminute in türkischer Liga zu spielen

dpa/lih

21.10.2023 - 13:41

Sagiv Jehezkel im Duell mit Ricardo Rodriguez beim EM-Quali-Spiel zwischen der Schweiz und Israel im März 2023.
Sagiv Jehezkel im Duell mit Ricardo Rodriguez beim EM-Quali-Spiel zwischen der Schweiz und Israel im März 2023.
IMAGO/Geisser

In der türkischen Fussball-Liga gibt es am Wochenende offizielle Bekundungen pro Palästina. Zwei israelische Profis ziehen deswegen Konsequenzen.

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  • Der türkische Fussballverband hat für die Liga-Spiele eine Schweigeminute verordnet, um der Palästinenser zu gedenken.
  • Bei den israelischen Nati-Spielern Ramzi Safuri und Sagiv Jehezkel stösst dies auf Unverständnis. Sie werden am Samstag aus Protest nicht für ihren Verein auflaufen.
  • Der Klub unterstützt den Entscheid seiner Spieler.

Die israelischen Fussball-Nationalspieler Ramzi Safuri (28) und Sagiv Jehezkel (28) werden aus Protest am Samstag nicht für den türkischen Erstligisten Antalyaspor mit Trainer und Ex-BVB-Kicker Nuri Sahin auflaufen. Der Grund: In der Süper Lig gibt es eine Schweigeminute und weitere Aktionen, um alleine der Palästinenser zu gedenken, die bei israelischen Luftangriffen ihr Leben verloren haben. Das hatte der türkische Verbandspräsident Mehmet Büyükeksi am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Zudem sollen die Spieler mit Trauerflor auflaufen.

Spieler erhalten Rückendeckung vom Klub

«Als Fussballer, die stolz darauf sind, Spieler der Nationalmannschaft zu sein, haben wir nicht die Absicht, an dieser Zeremonie teilzunehmen oder gar im Stadion anwesend zu sein. Das haben wir den Vereinsverantwortlichen klargemacht, und sie respektieren unsere Entscheidung», teilten Safuri und Jehezkel laut türkischen und israelischen Medien in einer Erklärung mit. Der Klub bestätigte dies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben von Antalyaspor werden die Spieler vor den Partien der Süper Lig ein Banner mit der Aufschrift zeigen: «Wir verurteilen die Unterdrückung in Gaza».

Fussballspielen als «fast unmögliche Aufgabe»

In ihrer Erklärung teilten die israelischen Spieler weiter mit: «Die schlechten Nachrichten aus dem Land haben das Fussballspielen für uns zu einer fast unmöglichen Aufgabe gemacht. Die Mannschaft respektiert unsere Entscheidung und unterstützt uns voll und ganz. Wir werden auch in Zukunft zu denjenigen gehören, die neue Brücken bauen werden. Unsere Herzen und Gedanken sind bei unseren Brüdern und Schwestern in Israel.» Jehezkel und Safuri spielen seit September bei Antalyaspor unter dem früheren Bundesliga-Profi Sahin, zuvor waren sie nur bei israelischen Vereinen unter Vertrag. 

Die islamistische Hamas war am 7. Oktober mit Hunderten Terroristen in israelische Grenzorte eingedrungen und hatte ein Massaker mit 1400 Todesopfern angerichtet. Gut 200 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem bombardiert Israel Hamas-Stellungen im dicht besiedelten Gazastreifen, wo bisher Tausende Palästinenser ums Leben kamen und Hunderttausende in den Süden geflüchtet sind.

dpa/lih