Fehler gefunden?
Jetzt meldenNach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar zum WM-Auftakt gerät die Schweiz vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Bosnien unter Druck. Murat Yakin erwatet ein umkämpftes Spiel, aber bleibt zuversichtlich.
Nur ein Remis gegen Katar – so hat sich die Nati den Start in die WM nicht vorgestellt. Umso mehr soll jetzt im zweiten Spiel ein Sieg her. Mit Bosnien & Herzegowina wartet aber ein harter Gegner. Murat Yakin bleibt am Tag vor dem Spiel an der Pressekonferenz gewohnt cool. «Ich bin nach wie vor zuversichtlich. Ich habe eine erfahrene Mannschaft, die mit dem Druck umgehen kann.»
Yakin wurde nach dem Startspiel insbesondere für seine Wechsel-Entscheide kritisiert. Der Nati-Trainer gesteht sich vier Tage nach dem Spiel auch Fehler ein. «Gegen Katar habe ich einige jüngere Spieler eingewechselt. Vielleicht war meine Erwartungshaltung falsch», sagt Yakin.
Möglicherweise seien Manzambi, Amdouni oder Jashari noch nicht reif genug gewesen, um in diesem wichtigen Moment ins Spiel zu kommen. «Deshalb mache ich auch mir Vorwürfe und muss mir Fehler eingestehen. Es war nicht der Fehler dieser Spieler, sondern meiner, dass ich vielleicht eine falsche Taktik gewählt habe und Spieler eingewechselt habe, welche die Erfahrungen erst noch sammeln müssen.»
Captain Granit Xhaka richtete nach dem Katar-Spiel öffentlich klare Worte an die eingewechselten Spieler. Sie sollten «auch mal das machen, was der Trainer verlangt» und «nicht das Gefühl haben, man muss der Showman sein und alles alleine machen». Laut einem «Blick»-Bericht sollen diese Aussagen beim einen oder anderen Nati-Spieler alles andere als gut angekommen sein.
Xhakas Mittelfeld-Partner Remo Freuler hält dagegen: «Ich denke nicht, dass Granit zu kritisch war. Man muss kritisch sein, wenn man gegen Katar nur 1:1 spielt. Dann muss man auch seine Meinung sagen und mit Kritik umgehen können», so Freuler. «Wenn man ein Problem damit hat, ist man im Fussball am falschen Ort.»
Die Stimmung im Team sei nach wie vor sehr gut, stellt Freuler klar. «Nach dem Auftaktspiel war der Nachmittag und der Abend nicht einfach, die Enttäuschung war da. Aber ab dem nächsten Tag galt es, den Fokus aufs nächste Spiel zu legen.»
Gegen Bosnien erwartet Freuler ein umkämpftes Spiel. «Wir müssen mental bereit sein. Der Schlüssel wird sein, dass wir unsere Torchancen besser nutzen als gegen Katar.» Bosnien hat sich in den WM-Playoffs gegen Wales und Italien durchgesetzt. «Wir gehen mit grossem Respekt in dieses Spiel.» Auch Yakin sagt: «Es wird ein robustes Spiel, aber wir sind vorbereitet.»
Viele Wechsel sind in der Startelf im Vergleich zum Katar-Spiel nicht zu erwarten. Yakin lässt sich aber nicht in die Karten blicken: «Ich würde gegen Katar nochmals genau gleich aufstellen. Das hat sehr gut funktioniert. Jetzt kommt aber ein anderer Gegner mit einer anderen Taktik. Da ergibt sich auch die Möglichkeit, etwas zu ändern.»