Nun spricht Von Ah: «Vier von fünf Spielern haben die Message sehr gut aufgenommen»

lbe

7.8.2018

SFV-Kommunikationschef Marco von Ah widerspricht Valon Behrami. 
Bild: Keystone

Nach den Vorwürfen von Valon Behrami nimmt SFV-Kommunikationschef Marco von Ah heute in der SRF-Sendung «Rendez-vous am Mittag» Stellung und legt die jüngsten Ereignisse aus Verbandsperspektive dar.  

Valon Behrami sorgte gestern in einem Interview mit dem TV-Sender RSI für grosse Verwirrung und den nächsten Eklat rund um die Nationalmannschaft. «Ich dachte, es sei ein Höflichkeitsanruf. Aber es war ein Telefonat, in welchem er mich vor die Tür der Nationalmannschaft setzen wollte.» Der Tessiner sagte, er sei von Trainer Vladimir Petkovic aus der Nati geworfen worden. Es sei ein politischer Entscheid gewesen, der zum Teil auch im Zusammenhang mit der Doppeladler-Affäre steht.

Dem widerspricht Marco von Ah am Dienstag bei «Sendung «Rendez-vous am Mittag» auf SRF 1. Der Kommunikationschef des Schweizer Fussballverbandes stärkt Petkovic und auch weiteren Verbandsmitgliedern mit folgenden Statements den Rücken.  

Kein Rauswurf – weder für Behrami noch einen anderen Spieler

Von Ah bestätigt, dass Petkovic am Montag mit mehreren älteren, routinierteren Nati-Spielern telefonisch Kontakt hatte. Dabei thematisierte der Coach sein vorgesehenes Aufgebot für die UEFA-Nations League im Herbst dieses Jahres: «Er hat ihnen gesagt, er würde im Rahmen der Nations League nicht mit ihnen planen, um jüngeren Spielern Einsatzmöglichkeiten zu geben.» Gleichzeitig habe Petkovic den kontaktierten Profis angeboten, in dieser Zeit trotzdem zum Nationalteam zu kommen, da es von einigen geschätzt wird, mittrainieren zu können. 

Verdacht einer Überreaktion von Behrami

Von Ah sieht die emotionale Art bei Behrami als grosse Stärke, die sich in diesem Fall allerdings negativ auswirkt: «Valon Behrami ist ein emotionaler Mensch, auch darum ist er ein herausragender Fussballer geworden. Aber ich glaube, in diesem Fall hat er nicht alles so verstanden, wie es der Nationaltrainer gemeint hat. Dieser hat keine definitive Entscheidung getroffen, es ist kein Spieler aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen worden.»

Kein Kommunikationsproblem bei Petkovic

Eine unklare Kommunikation des Nati-Coaches würde Von Ah sehr erstaunen. «Vier von fünf Spielern haben die Message sehr gut aufgenommen. Ich würde davon abraten, den einzigen Spieler, der etwas nicht richtig verstanden hat, zum pars pro toto zu machen und da ein generelles Kommunikationsproblem daraus zu machen.» Ausserdem hätten sich die beiden immer sehr gut verstanden und sich oft auf italienisch unterhalten, weshalb Von Ah ein Missverständnis als unwahrscheinlich einschätzt.

Auch das gewählte Kommunikationsmittel regte zu Diskussionen an. Einen der wertvollsten Spieler der Schweiz per Telefon aus dem Nati-Kader zu schmeissen, würde aber auch Von Ah nicht unterstützen: «Wenn es um eine verbindliche Entscheidung geht, dann läuft das anders. Ich denke, es ist vertretbar, dass er das am Telefon macht – auch im Sinne der Effizienz, da es ja mehrere Telefonate waren, die nicht nur zwei Minuten gedauert haben.»

Keine politische Entscheidung

Auch den Vorwurf einer sportpolitischen Entscheidung wies von Ah zurück. «Er hat den Entscheid auch im Vorfeld nicht mit dem Präsidenten (Peter Gilliéron) oder dem Generalsekretär (Alex Miescher) abgesprochen. Der Trainer hat die Autonomie und die Unterstützung des Verbandes.» 


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