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Jetzt meldenIm Herbst 2025 lief Albian Hajdari zum ersten Mal für Kosovo auf, nachdem er bereits ein Länderspiel für die Schweiz bestritten hatte. In der Serie «The Belonging» von blue und Sky spricht Hajdari über seinen Nationenwechsel.
Im Jahr 2016 wurde Kosovo von der UEFA anerkannt. Dann bekamen auch Spieler wie Granit Xhaka oder Xherdan Shaqiri die Chance, die Nation zu wechseln, obwohl sie bereits viele Pflichtspiele für die Schweiz absolviert hatten. Sie entschieden sich aber dafür, weiterhin für die Nati zu spielen.
Für Sascha Ruefer, der die Spiele der Schweizer Nationalmannschaft seit Jahren fürs SRF kommentiert, ist klar: Die Schweiz hatte Glück, dass Kosovo erst 2016 von der UEFA und der FIFA aufgenommen wurde. «Ich bin mir nicht sicher, ob die Nati Xhaka und Shaqiri hätte erleben dürfen, wäre der Wechsel schon früher möglich gewesen», sagt Ruefer.
Einer, der den Wechsel getätigt hat, ist Albian Hajdari. Der Innenverteidiger durchlief sämtliche Juniorenstufen der Schweizer Nati und gab im März 2025 in einem Testspiel sein Debüt fürs Team von Murat Yakin. Sieben Monate später lief er das erste Mal für Kosovo auf.
Brisant: In der WM-Qualifikation traf Kosovo auf die Schweiz. Vor dem Spiel hatte Hajdari ein mulmiges Gefühl, wie er zugibt: «Vor einem halben Jahr stand ich noch mit ihnen auf dem Platz, auf einmal sind sie meine Gegner. Da habe ich schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Bis gestern waren sie noch meine Mitspieler, jetzt muss ich ihnen wehtun.»

Albian Hajdari hat sich für den Kosovo entschieden.
Zum Einsatz kommt der Hoffenheim-Profi dann doch nicht. Weil ihm für die entscheidenden WM-Playoffs eine Sperre gedroht hätte, wäre er noch mit einer Gelben Karte verwarnt worden. «Ich hätte gerne gespielt, es wäre ganz speziell gewesen, aber man muss ans Team denken», sagt Hajdari danach. Das folgende Playoff-Duell gegen die Türkei geht schliesslich verloren, Kosovo verpasst die WM.
Auch wenn er sich für Kosovo entschieden hat, bleibt Hajdari mit der Schweiz verbunden. «Die Frage der Zugehörigkeit ist für mich schwer zu beantworten. Weil ich zwei Nationen habe, die mich sehr nahe begleiten», sagt er.
Und weiter: «Ich fühle mich in beiden Ländern sehr wohl und denke, das ist das Wichtigste.» Immer wieder, wenn er im Ausland unterwegs war, sei ihm diese eine Frage gestellt worden, als was er sich fühle. Hajdari: «Ich würde immer sagen: Ich lebe in der Schweiz, aber bin Kosovo-Albaner.»
Die Doppelbürger-Debatte ist im Fussball, gerade in der Schweiz, allgegenwärtig. Spieler wie Manuel Akanji, Breel Embolo, Ivan Rakitic oder Albian Hajdari mussten sich entscheiden, für welche Nation sie auflaufen wollen. In der Doku «The Belonging» sprechen die Fussballer über diesen grossen Entscheid. Jetzt Folge 4 streamen auf blue Premium und Sky.