Wegen Videobeweis: Polizei muss Schiri vor wütenden Spielern schützen

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1.11.2018

In der Copa Libertadores kam es am Mittwoch unmittelbar nach dem Halbfinal-Rückspiel zwischen Gremio und River Plate auf dem Platz zu wüsten Szenen. Brasilianische Spieler attackierten die Schiedsrichter, die Polizei musste eingreifen. 

Der Video-Schiedsrichter soll Gerechtigkeit in den Fussball bringen. Die Spieler vom brasilisanischen Top-Klub Gremio fühlten sich am Mittwoch aber alles andere als gerecht behandelt. Das führte dazu, dass sie nach dem Schlusspfiff dem Schiedsrichter an den Kragen wollten, weil dieser – aus ihrer Sicht – verantwortlich für Gremios Ausscheiden aus der Copa Libertadores war.

Was war passiert? Gremio ging gegen Argentinien-Klub River Plate mit einem 1:0-Vorsprung ins Rückspiel des Halbfinals der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League. Und die Brasilianer gingen auch vor heimischer Kulisse in Führung. Diese hielt bis in die 82. Minute Bestand, ehe die Mannschaft aus Buenos Aires ausgleichen und somit die Spannung zurückbringen konnte.



Nur drei Minuten später tauchten die Gäste erneut gefährlich im Gremio-Strafraum auf. Ignacio Scocco versuchte es von der Strafraumgrenze, doch Gremio-Verteidiger Bressan konnte den Ball zum Corner ablenken. Dann bekam der Unparteiische Andrés Cunha ein Signal aus der Videoschiri-Zentrale – und schaute sich die Szene nochmals an. Und tatsächlich ist zu sehen, wie der Ball an den ausgestreckten Arm von Bressan prallte. Kurze Distanz hin oder her – für Cunha ist das ein Penalty. Er zeigte auf den Punkt.

Die Gremio-Spieler konnten es nicht fassen. Allen voran Bressan wollte den Entscheid nicht wahrhaben und protestierte heftig. So heftig, dass er sogar den Schiedsrichter und dessen Assistenten mehrfach anging und deshalb folgerichtig vom Platz flog.

Gonzalo Martínez war das ganze Theater ziemlich egal, er zimmerte den Penalty in die Maschen und schoss River Plate damit in den Final.

Nach dem Schlusspfiff verloren auch andere Gremio-Spieler die Nerven und wollten auf Schiedsrichter Cunha losgehen. Schliesslich musste die Polizei eingreifen und sich schützend vor den Unparteiischen stellen. 

Für Gremio werden diese Szenen bestimmt noch ein Nachspiel haben. Für River Plate geht es nun ins Endspiel – Gegner ist ausgerechnet der Erzrivale. Die Boca Juniors setzten sich gegen Palmeiras mit dem Gesamtskore vom 4:2 durch. Der Final (mit Hin- und Rückspiel) geht voraussichtlich am 7. und 28. November über die Bühne.

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