Wie Jürgen Klopp Liverpool zum vielleicht besten Team Europas formte

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19.12.2018

Jürgen Klopp hat Grund zur Freude. Klappt es diese Saison auch mit einem Titel?
Bild: Getty

Leader in England und Top-Favorit in der Champions League: Der FC Liverpool ist nach jahrelangem Knorz wieder eine Top-Mannschaft und reif für einen Titel. Wird Jürgen Klopp nächstes Jahr dennoch Trainer in der Schweiz?

Wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass Liverpool heuer in einem Champions-League-Achtelfinal gegen Bayern München als Favorit gehandelt wird? Damals befand sich der Traditionsverein aus dem Nordwesten Englands in einem Tief – und zwar schon seit Jahren. Den Status Rekordmeister hatten die Reds schon 2011 an Manchester United verloren, die Qualifikation für die Champions League wurde für den fünfmaligen Sieger zur Seltenheit.

Im Herbst 2015 lag Liverpool in der Tabelle nach dem 8. Spieltag auf dem enttäuschenden 10. Rang. Es musste sich etwas ändern – und es änderte sich etwas: Jürgen Klopp ersetzte Brendan Rodgers als Coach. Klopp, der nur wenige Monate zuvor bei Borussia Dortmund seinen Rücktritt gab, hatte einen klaren Auftrag: Liverpool zurück an die Spitze führen.

«Vielleicht ist Liverpool heute nicht das beste Team der Welt. Aber wen interessiert es? Wir wollen nicht heute, sondern morgen das beste Team der Welt sein. Wir alle müssen aufhören zu zweifeln und beginnen zu glauben. Und zwar sofort», sagte der selbsternannte «Normal One» bei seinem Amtsantritt. Und er versprach den Fans Titel: «Wenn wir keine Trophäe holen, werde ich Trainer in der Schweiz!»

Auf einmal wieder Meisterkandidat

Den erwünschten Turnaround in der Liga schaffte der Klub in der Saison 2015/16 zwar nicht mehr – Liverpool schloss die Premier League auf Platz 8 ab. Doch an der Anfield Road war man sich dennoch sicher, dass der richtige Mann am Werk ist. In der Europa League erreichten die Reds noch den Final, verloren diesen in Basel aber gegen Sevilla. 

Schritt für Schritt mauserte sich Liverpool zurück in die Top 4. Und der Klub vom River Mersey geizte auch nicht mit Ausgaben für neue Spieler. Sadio Mané, Mohamed Salah, Alex Oxlade-Chamberlain, Virgil Van Dijk, Andrew Robertson, Joel Matip, Fabinho, Alisson, Andrew Robertson, Georginio Wijnaldum, Xherdan Shaqiri – Klopp kaufte sich in drei Jahren fast ein gesamtes neues Team zusammen. 

In der Premier League noch ungeschlagen: Jürgen Klopp und seine Reds.
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Den Abgang von Superstar Philippe Coutinho (wechselte vor einem Jahr für 130 Millionen Euro nach Barcelona) konnte Liverpool erstaunlich gut verkraften. Auch ohne den Brasilianer erreichten die Reds den Champions-League-Final – scheiterten aber bekanntlich auch in diesem Endspiel. 

In dieser Saison scheint die Klopp-Elf noch besser zu sein. Mit Allison haben die Reds nun endlich auch einen Weltklasse-Mann im Tor. Nach dem 17. Spieltag grüsst Liverpool von der Tabellenspitze und ist immer noch ungeschlagen, es ist der beste Saisonstart in der 126-jährigen Klubgeschichte. Die Fans träumen zurecht vom ersten Meistertitel seit 1990.

Wann kommt der langersehnte Titel?

Dank der nötigen Breite im Kader kann es sich Klopp auch leisten, einem Salah oder einem Firmino mal eine Pause zu gönnen. Eine erste Elf scheint der Deutsche zwar durchaus zu haben, dennoch rotiert er vor allem im Mittelfeld auch gerne durch. Zu kurz kommt auch Xherdan Shaqiri nicht, der regelmässig von Anfang an spielen darf – oder das Spiel von der Bank aus entscheiden kann. So wie zuletzt gegen Manchester United. «Ich bin sehr glücklich mit meiner Rolle», sagte Shaqiri nach seinem Doppelpack zu «Dazn».

Klopp schafft es, auch Spieler, die nicht sehr oft von Beginn an spielen, bei Laune zu halten.
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Mit seiner Leidenschaft schafft es Klopp auch, dass die Fans an der Anfield Road zu 100 Prozent hinter ihm stehen. Sein Power-Fussball bietet Spannung und Spektakel – nur einen Titel garantiert ihm dieser nicht. Auf eine Trophäe wartet Klopp auch nach drei Jahren in Liverpool noch. Vielleicht heuert der 51-Jährige nächstes Jahr ja tatsächlich noch in der Schweiz an.

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