Zum zweiten Mal hat sich die U17-Nationalmannschaft für die WM qualifiziert. 2009 wurde sie in Nigeria sensationell Weltmeister. Aber was ist aus den Helden von damals geworden?
Nassim Ben Khalifa
Nassim Ben Khalifa galt wohl als grösstes Talent der Truppe, hat aber nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft. 2009 kickte Ben Khalifa für die Grasshoppers in Zürich. Bereits ein Jahr nach dem Erfolg in Nigeria wechselte der Stürmer zum VFL Wolfsburg, wo er sich nie durchsetzen konnte. Nach seinem Abgang setzte er zu einer Reise durch die Fussball-Welt an. Er spielte unter anderem auch in Belgien, in der Türkei und in Tunesien. Mittlerweile hat er sein Glück in der höchsten japanischen Liga gefunden, wo er seit 2024 bei Avispa Fukuoka unter Vertrag steht.
Roman Buess
Der mittlerweile 33-Jährige blieb nach 2009 noch drei Jahre bei Basel, kam in der 1. Mannschaft allerdings nur zu je einen Teileinsatz in der Super League und im Cup. Die Schweiz verliess Buess nie. Aarau, Locarno, Wohlen, Thun, St.Gallen, Lausanne hiessen seine weiteren Stationen, bevor er 2019 zu Winterthur wechselte. Mit dem FCW schaffte er 2022 den Aufstieg in die Super League, wo er vermehrt mit Verletzungen zu kämpfen hatte. In der aktuellen Meisterschaft kommt er lediglich auf fünf Einsätze. Ein Torerfolg fehlt dem Stürmer noch. Immerhin: Im Cup hat er in zwei Spielen einen Treffer erzielt.
Oliver Buff
Buff blieb nach der Weltmeisterschaft acht Jahre lang beim FC Zürich, ehe er dann bei Real Saragossa in Spanien anheuerte. Nach zwei Jahren wechselte er nach Zypern, wo er zehn Monate bei Anorthosis spielte, bevor sein Transfer zurück in die Schweiz zu GC zustande kam. Nach dem Engagement bei den Zürchern versuchte er sein Glück in Malaysia (Selangor FC) und Litauen (FK Žalgiris Vilnius). 2024 beendete der mittlerweile 33-Jährige seine Profi-Karriere und kickt seitdem bei seinem Jugendklub FC Oetwil-Geroldswil in der 2. Liga regional.
Charyl Chappuis
Charyl Chappuis kam aus der GC-Jugend und wurde nach der Weltmeisterschaft zuerst nach Locarno und dann nach Lugano ausgeliehen. Im Tessin konnte er aber nie richtig Fuss fassen und wechselte 2013 zu Buriram United nach Thailand. Der gebürtige Klotener, der auch über einen thailändischen Pass verfügt, spielte 20-mal für die A-Nationalmannschaft seiner zweiten Heimat. Sein Geld verdient er seit 2024 beim Bangkok FC in der zweithöchsten thailändischen Liga.
Übrigens: Der 33-Jährige ist ein richtiger Star in Südostasien. Auf Instagram hat der Mittelfeldspieler über 1,3 Millionen Follower.
André Gonçalves
Ein weiterer Star von 2009, der seinem Potenzial nie gerecht wurde. André Gonçalves durchlief die Jugendabteilung des FC Zürich, konnte sich aber nie in der ersten Mannschaft durchsetzen. 2013 verpflichtete ihn der FC Schaffhausen, wo er bis 2019 unter Vertrag stand. Mittlerweile spielt der 33-Jährige beim FC Linth 04 in der 2. Liga Interregional.
Sead Hajrovic
Auch für den 1,84m grossen Innenverteidiger sah die Zukunft rosig aus. 2009 wechselte er aus der GC-Jugend zum FC Arsenal in die Premier League, wurde dort aber nur in der U18 und Reservemannschaft eingesetzt. 2013 kam Sead Hajrovic zurück in die Schweiz und spielte für ein Jahr wieder bei den Grasshoppers, bevor er zuerst bei Winterthur, dann bei Wohlen und schlussendlich wieder bei Winterthur landete. Nach weiteren Stationen bei Viktoria Köln, Yverdon Sport, Neuchâtel Xamax und Düdingen beendete er im Sommer 2025 seine Aktivkarriere. Bei den Fribourgern ist er in der 2. Liga Interregional nun als Trainer tätig.
Janick Kamber
Und noch einer, der sich nie wirklich durchsetzen konnte. Weder nach der WM bei Basel noch bei Lausanne, Biel oder Wohlen. Stammspieler wurde Janick Kamber aber schlussendlich doch noch, und zwar bei Neuchâtel Xamax in der Super League. 2021 beendete er seine Profi-Karriere und wechselte in den Regional-Fussball zum FC Mümliswil.
Pajtim Kasami
Der Erste auf der Liste, der es auch über die Schweizer Grenzen hinaus zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat. Der Mittelfeldspieler hat eine Karriere hinter sich, die etwas an einen Reiseplan für InterRail erinnert. Bereits vor der WM 2009 kickte Pajtim Kasami für ein halbes Jahr im Ausland. Damals noch als Jugendspieler des FC Liverpool. Seine späteren Stationen waren: GC, Lazio, Bellinzona, Palermo, Fulham, Luzern, Olympiakos Piräus, Nottingham Forest, Sion, Basel und Sampdoria. Seit September 2025 spielt der mittlerweile 33-Jährige wieder in der Schweiz bei Winterthur, wo er bisher sechsmal zum Einsatz kam.
Für Fulham erzielte Kasami einst dieses grandiose Tor:
Joël Kiassumbua
Joël Kiassumba war bei der WM in Nigeria nicht die erste Wahl im Tor und war es auch im Verein nur selten. In der Super League wurde er weder in Lugano noch bei Servette glücklich. Im Sommer 2025 wechselte der Torhüter von Stade Nyonnais aus der Challenge League in die 1. Liga Classic zum SC YF Juventus. International brachte es Kiassumbua auf 25 Einsätze für die Demokratische Republik Kongo.
Bruno Martignoni
Der Innenverteidiger spielte seit 2009 bei zahlreichen Challenge-League-Vereinen (200 Spiele für Locarno, Aarau, Servette, Chiasso) und schaffte es bei Aarau und Lugano auf insgesamt 32 Einsätze in der Super League. Mittlerweile spielt er in der 1. Liga Classic bei Mendrisio.
Igor Mijatovic
Der gebürtige Genfer spielt nicht mehr aktiv Fussball. Sein letzter Verein war Drina Zvornik aus dem Osten Bosnien und Herzegowinas bis 2016. Zuvor spielte Igor Mijatovic lange bei Bellinzona und anderen Vereinen aus dem Tessin.
Maik Nakic
Auch Maik Nakic hat mittlerweile seine Karriere beendet. Der ehemalige Mittelfeldspieler konnte sich beim FC Sion nie durchsetzen, wurde häufig ausgeliehen und spielte zuletzt beim FC Aigle.
Kofi Nimeley
Und gleich noch einer, der seine Fussballschuhe bereits an den Nagel gehängt hat. Kofi Nimeley durchlief die Jugendabteilung des FC Basel, doch ohne je in die erste Mannschaft vorzustossen. 2013 wechselte er zum FC Locarno, seine Karriere beendete er beim FC Black Stars.
Ricardo Rodriguez
Beim 33-jährigen Linksverteidiger gibt es wohl nicht viel zu sagen. Ricardo Rodriguez wusste sein Potenzial durchaus zu nutzen, überzeugte zuerst beim FC Zürich, dann bei Wolfsburg und bei der AC Milan. Nach vier Jahren beim FC Turin wechselte Rodriguez 2024 zu Betis Sevilla. In der Nationalmannschaft ist er seit Jahren gesetzt und kommt mittlerweile auf 133 Spiele – nur Granit Xhaka hat öfters das Nati-Dress getragen. Er war bereits an je drei Welt- und Europameisterschaften dabei und dürfte – wenn sie die Schweiz qualifiziert – auch 2026 in den USA, Mexiko und Kanada zum Aufgebot von Murat Yakin gehören.
Haris Seferovic
Auch er ist einer, den man mittlerweile sehr gut kennt. Der Stürmer, der 2009 im Finale gegen Nigeria den einzigen Treffer erzielte, wurde lange als ewiges Talent gehandelt, konnte aber bei Frankfurt und insbesondere bei Benfica durchaus überzeugen. Mit 25 Toren in 93 Spielen für die Schweizer A-Nationalmannschaft war er auch auf internationaler Ebene erfolgreich. Er nahm an drei Welt- und zwei Europameisterschaften teil. Mittlerweile spielt er bei United FC in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Benjamin Siegrist
Benjamin Siegrist war Stammtorhüter bei der U17-Nati 2009. Auf Vereinsebene gelang ihm der ganz grosse Durchbruch nie. Siegrist verbrachte fast seine gesamte Karriere auf der Insel. Sammelte in den zwei höchsten schottischen Ligen (insgesamt 115 Spiele) die meiste Erfahrung. Seit 2024 gehört er dem rumänischen FC Rapid, ist aktuell aber an Genua in der Serie A ausgeliehen, wo er noch auf seinen ersten Einsatz wartet.
Raphael Spiegel
Der dritte Torhüter der U17-Nati von 2009 ist zurzeit bei den Oakland Roots in der zweithöchsten US-amerikanischen Liga aktiv. Nach drei Jahren bei den Grasshoppers wechselte Raphael Spiegel 2012 zu West Ham United nach England. In der Premier League konnte er sich jedoch nicht durchsetzen, und nachdem er mehrmals ausgeliehen worden war, entschied er sich für einen Transfer nach Portugal. 2018 kehrte er zurück in die Schweiz zu Winterthur und wechselte 2022 zu Lausanne, wo er hauptsächlich Ersatztorhüter war.
Matteo Tosetti
Der mittlerweile 33-jährige Mittelfeldspieler ist ein weiterer U17-Weltmeister, der die Schweiz nie verliess. Matteo Tosetti spielte unter anderem bei Locarno, Wohlen, Lugano, YB, Thun, Sion und Bellinzona. Aktuell ist er beim FC Locarno in der 2. Liga Interregional engagiert.
Robin Vecchi
Der Rechtsverteidiger hörte bereits 2014 mit dem Fussballspielen auf. Nachdem Robin Vecchi sich bei Basel nicht etablieren konnte, wechselte er 2013 zu den Black Stars, bevor er ein Jahr später ganz aufhörte.
Frédéric Veseli
Aktuell kickt der damalige U17-Nati-Captain in Italiens Serie B beim FC Südtirol. Zuvor war Frédéric Veseli vor allem in England aktiv. Bereits während der WM 2009 spielte er für die Jugendabteilung von Manchester City. 2012 wechselte er zu Manchester United, wurde ein Jahr später allerdings an Ipswich Town weitergegeben. 2015/2016 machte er in Lugano seine bislang einzige Saison in der Schweiz, bevor es ihn weiter nach Italien, Frankreich, in die Türkei, nach Albanien und schlussendlich wieder nach Italien zog. Für die albanische Nationalmannschaft kam der Innenverteidiger auf 44 Spiele und nahm an der EM 2016 teil.
Granit Xhaka
Das Beste zum Schluss – unbestritten der erfolgreichste Fussballer unserer WM-Helden von 2009. Der zentrale defensive Mittelfeldspieler schaffte nach dem Sieg in Nigeria schon bald den Schritt in die erste Mannschaft des FC Basel. 2012 wechselte er zu den «Fohlen» nach Gladbach und spielte vier Jahre für den Bundesligisten. 2016 kam der grosse Wechsel zum FC Arsenal nach London, wo Granit Xhaka unumstrittener Stammspieler und hin und wieder auch Captain war.
2023 wechselte er zurück in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen, mit denen er auf anhieb den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte gewann. Seit Sommer 2025 steht er bei Sunderland in der Premier League unter Vertrag und hat sich in kurzer Zeit zum Publikumsliebling gemausert.
Auch in der Schweizer Nationalmannschaft kommt niemand am zentralen Mittelfeldspieler vorbei. Er führt das Team jeweils als Captain aufs Feld und ist mit 141 Spielen (15 Tore) Rekordspieler. Der 33-Jährige nahm bereits an drei Welt- und drei Europameisterschaften teil und wird auch bei der WM 2026 mit grosser Wahrscheinlichkeit dabei sein.