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Jetzt meldenDie Nati hat Geschichte geschrieben – und will jetzt mehr. Was Murat Yakin und Granit Xhaka am Tag vor dem epischen Duell gegen Argentinien im WM-Viertelfinal sagen.
Es ist eine andere Welt, welche die Nati in Kansas City erwartet. Nach den kühlen Temperaturen von Vancouver (oft unter 20 Grad) trifft die Nati hier auf ein völlig anderes Klima. Die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch, das Wetter drückend. Während man draussen innert Kürze schwitzt, sind die Räume drinnen aufs Extremste heruntergekühlt.
Ein kleiner Vorteil für die Argentinier, die hier ihr WM-Camp aufgeschlagen haben und auch gegen Algerien bereits in Kansas City spielten. Yakin dazu: «Wir haben das in San José gegen Katar auch gehabt, wir haben zwei Tage Zeit. Das Spiel ist am Abend, das kann auch ein guter Moment für uns sein.» Xhaka sagt: «Wenn man in einem WM-Viertelfinal steht, soll das Klima egal sein. Es ist keine Ausrede.»
Die erste Frage betrifft Lionel Messi. Wie stoppt man den argentinischen Captain? Yakin lächelnd: «Sehr überraschende Frage…» Es gebe mehrere Lösungen, man werde versuchen, eine richtig zu machen und als Kollektiv aufzutreten. «Man muss versuchen, den Druck auf die Passgeber hochzuhalten. Wir können viel reden, aber am Ende muss es auf dem Platz gerichtet werden.»
Auch Xhaka spricht vom eigenen Stil, den man auf den Platz bringen soll. «Clever sein, kompakt spielen, die Räume eng machen, damit er nicht zu viel Platz hat.» Und selber Ballbesitz haben, ihm «möglichst wenig den Ball überlassen».
Die Aussagen von Jens Lehmann («Ich glaube, die Schweizer freuen sich am meisten darauf, irgendwie nach dem Spiel von Messi vielleicht ein Trikot zu bekommen oder so.») sind noch Thema. Xhaka: «Ich kenne Jens sehr, sehr gut. Er war ein ehemaliger Trainer von mir bei Arsenal. Wir können nicht beeinflussen, was von aussen kommt.» Yakin ergänzt mit einem Seitenhieb: «Ich muss dich korrigieren, er war nicht dein Trainer, sondern hatte eine Funktion im technischen Staff…»
Die Nati glaubt nach der Viertelfinal-Qualifikation an den ganz grossen Coup – und die Qualifikation für den Halbfinal. Gerade, weil Argentinien gegen die Kapverden (3:2 n. V.) im Sechzehntelfinal und gegen Ägypten (3:2) im Achtelfinal Mühe hatte.
Thema ist auch das WM-Duell von 2014 – Argentinien gewann im Achtelfinal 1:0 nach Verlängerung. «Es war meine erste WM, eine schöne Erinnerung. Weniger gut das Spiel gegen Argentinien», sagt Xhaka. «Aber es ist eine andere Schweiz, eine andere Mentalität, eine neue Generation. Wir stehen hier und versuchen, das Spiel zu gewinnen.»
Es gehe nicht um Rache, es sei ein anderes Spiel. Zum Finaltraum der Fans sagt er: «Wir stehen im Viertelfinal und wollen gewinnen. Ich bin auch einer, der sehr gerne träumt. Und Träume gehen manchmal in Erfüllung. Man muss schwitzen, Gas geben, über seine Grenzen gehen – ich bin überzeugt, dass die Mannschaft bereit ist.»
Wie 2014 werden Ricardo Rodriguez und er auf dem Platz stehen. Über den Linksverteidiger sagt Xhaka: «Optisch ist er gleich wie damals. Er hat sich kein bisschen verändert. Als Mensch war er immer ein ruhiger Typ, der seine Antworten immer auf Platz gab. Er ist sehr wichtig für die Mannschaft, bringt Ruhe auf den Platz. Dass wir nochmals diese Geschichte zusammen geschrieben haben und über 140 Länderspiele zusammen machten, macht mich sehr stolz.»
Leider fällt Johan Manzambi nach seiner Knie-Prellung aus. Yakin sagt: «Wir haben versucht, ihn fit zu bekommen, aber es lässt es noch nicht zu. Es war ein Schockmoment, es schmerzt extrem. Wir werden es als Team auffangen.»