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Jetzt meldenGranit Xhaka kritisiert nach dem 1:1 im WM-Auftaktspiel gegen Katar fehlende Disziplin und Positionstreue innerhalb der Mannschaft. Besonders die Einwechselspieler kriegen ihr Fett weg.
«Auf diesem Niveau darf das nicht passieren», wettert Nati-Captain Granit Xhaka kurz nach Abpfiff in San Francisco und wirft einigen seiner Teamkollegen nach dem späten Ausgleichstor Katars ungenügendes Positionsspiel vor. «Ende der 2. Halbzeit ist der Rhythmus verloren gegangen. Wir haben nicht mehr auf den Positionen gespielt, auf denen wir in der 1. Halbzeit waren. Jeder ist ein bisschen überall gelaufen.»
Der 33-Jährige holt am SRF-Mikrofon zum Rundumschlag aus – und scheint dabei vor allem gegen einige der Einwechselspieler zu schiessen: «Wenn der Trainer einen Spieler bringt und dieser versucht einfach, alles zu machen, und man hat nicht mehr die Disziplin auf gewissen Positionen, dann wird es schwierig.»
Das habe «definitiv» mit Disziplin zu tun, hängt Xhaka an: «Am Schluss muss man auch einfach mal das machen, was der Trainer verlangt, und nicht das Gefühl haben, man muss der Showman sein und alles alleine machen.»
Namen will der Nati-Captain aber keine nennen. «Es geht mir gar nicht darum, welcher Spieler oder welche Auswechslung. Es geht mir allgemein ums Spiel. Wenn man die Geduld verliert, verliert man auch die Disziplin. Da muss man einfach geduldig bleiben.»

Granit Xhaka stösst nach dem 1:1 gegen Katar die Disziplin einiger Teamkollegen sauer auf.
KEYSTONE
Klar sei, dass nun erstmal Bescheidenheit angesagt sei. «Wir müssen jetzt mit beiden Beinen auf den Boden kommen und die Realität verstehen. Die ist aktuell, dass wir überhaupt nicht so weit sind, über einen Titel oder über eine beste WM oder sonst etwas zu reden», so Xhaka.
Man könne träumen, aber man müsse auch etwas liefern. «Reden kann jeder, aber der schwierige Part im Fussball ist das Machen. Jetzt mal mit beiden Beinen am Boden das Spiel analysieren und realisieren, was passiert ist. Und dann schauen wir vorwärts.»
Auch Kobel und Akanji geben sich nach dem 1:1-Remis enttäuscht. «Von uns braucht es das absolute Maximum, die absolute Konzentration bis zum letzten Detail, die Intensität, die Geschlossenheit und den Zusammenhalt als Schweiz. Es ist unglaublich wichtig, dass wir alle diese Floskeln auf den Platz bringen», so die Analyse von Torhüter Kobel.
Derweil ist für den Schweizer Abwehrchef klar: «Wir sind selber schuld. Wir haben viele technische Fehler gemacht, die Hitze hat auch eine Rolle gespielt. Aber so eine Partie muss man einfach frühzeitig entscheiden.»
Murat Yakin schlägt in dieselbe Kerbe. «Es schmerzt extrem. Das sind verlorene zwei Punkte. Wir hatten gute Positionen, aber haben es einfach nicht fertiggespielt.»
Von fehlender Disziplin will der Nati-Coach kurz nach der Partie nichts wissen. In den letzten fünf, sechs Minuten habe aber die Cleverness gefehlt. «Es schmerzt extrem. Aber wie es halt so ist im Fussball: Wenn du sie vorne nicht machst, kriegst du sie hinten.»