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Jetzt meldenLuca Jaquez hat mit seinem starken Auftritt gegen Kanada mächtig Eigenwerbung betrieben. Nati-Coach Murat Yakin erklärt, weshalb der gelernte Innenverteidiger für ihn längst mehr als nur eine Notlösung auf der rechten Abwehrseite ist.
Rolf Fringer, ein Vorgänger von Murat Yakin auf dem Posten als Nationaltrainer, will vom aktuellen Nati-Coach wissen, ob Luca Jaquez nach seinem tollen Spiel gegen Kanada eine valable Alternative auf der Rechtsverteidiger-Position ist.
Er sei in einer sehr glücklichen Situation, dass er Optionen habe, so Yakin: «Denis hat gegen Katar angefangen, wo wir offensiv und spielerisch mehr Qualitäten brauchten. Wenn es gut kommt, macht er ein Goal und zwei Assists. Gegen Bosnien startete Silvan (Widmer). Es hat dort eine gute Balance zwischen der Defensive und der Offensive gebraucht.»
Gegen Kanada mit den «enorm schnellen Flügelspielern» setzte der 51-Jährige etwas überraschend auf Luca Jaquez. Es war erst das fünfte Länderspiel für den 23-Jährigen. «Er gehört zu den schnellsten Spielern im Team», hält Yakin im WM-Talk «Heimspiel bei der Nati» fest. In der Pause habe er dem Stuttgart-Legionär noch schnell Mut zugesprochen, auf seiner Seite die Bälle mehr in die Tiefe zu spielen, da dort der Gegner anfällig gewesen sei. Das Resultat: Jaquez leitet mit einem perfekten langen Ball das vorentscheidende 2:0 ein. «Dass er es wirklich so aufgenommen hat und so umgesetzt hat, ist natürlich sehr erfreulich», lobt Yakin.
Mit Silvan Widmer hat der Nati-Trainer nur einen gelernten Rechtsverteidiger in das 26-köpfige Kader berufen. Bei der letzten WM-Kampagne 2022 in Katar ging das Experiment schief, als der Mainz-Profi krankheitshalber ausfiel. Edimilson Fernandes, der anstelle von Widmer in die Mannschaft rückte, konnte beim 1:6-Debakel im Achtelfinal gegen Portugal nicht verbergen, dass er im Schweizer Defensivverbund nicht eingespielt ist.
Ein ähnliches Risiko hat Yakin bei Jaquez nicht ausgemacht. «Luca hat das letztes Jahr gegen Schweden schon gezeigt, dass er unbekümmert aufspielen konnte und gute Aktionen hatte», bemerkt Yakin. Jaquez gab im Oktober 2025 gegen die Skandinavier sein Debüt.
«In Stuttgart zeigt er immer wieder gute Leistungen gegen starke Teams und Top-Gegenspieler. Wenn ich einem Spieler also das zutraue, dann kann er ohne Druck befreit aufspielen», erläutert Yakin.
Der Nati-Trainer führt aus, dass die Variante mit Jaquez nicht aus Zufall geboren worden sei. So habe der gebürtige Luzerner in internen Trainingsspielen schon mehrmals die Position hinten rechts eingenommen, so Yakin. Ob der gelernte Innenverteidiger in der nächsten K.o-Runde gleich wieder zum Zug kommt, ist aber offen.
Das Team habe gegen drei ganz unterschiedliche Gegner gespielt, bemerkt Yakin. Jetzt müsse man das Ganze noch auswerten und dann schauen, wer der nächste Gegner sei. «Unsere Scouts werden die ganzen Profilchecks machen und so beispielsweise den gegnerischen linken Flügelspieler genau unter die Lupe nehmen», meint Yakin und ergänzt: «Ich habe also verschiedene Optionen.»
Andy Böni hat in der Gruppenphase keinen Favoriten ausgemacht. «Für mich waren die drei auf ähnlichem Niveau», findet der Chefredaktor von blue Sport.