Fehler gefunden?
Jetzt meldenArgentinien gilt als Favorit, doch Pascal Zuberbühler rechnet der Schweiz im WM-Viertelfinal durchaus Chancen aus. Der Ex-Nati-Goalie erklärt, warum Messi kaum zu stoppen ist, wo die Albiceleste verwundbar wirkt und weshalb das Kollektiv die grösste Stärke der Schweizer bleibt.
Argentinien stand vor dem überraschenden Aus gegen Ägypten, als Lionel Messi aufdrehte. Mit einem Tor und einer Torvorlage sorgt der 39-jährige Spielmacher höchstpersönlich dafür, dass der Titelverteidiger im Rennen bleibt. Erwischt hat es hingegen mit Deutschland, Brasilien, Holland oder Portugal andere grosse Fussball-Nationen, die allesamt vor dem Viertelfinale auf der Strecke blieben.
Unter den letzten Acht befindet sich auch die Schweiz. Dem Team von Murat Yakin glückte in Nordamerika ein historischer Coup. «Ich habe im Vorfeld gesagt, die Schweiz kommt bis ins Viertelfinale», hält Pascal Zuberbühler im «Heimspiel bei der Nati» fest.
Die Schweiz duelliert sich in der Nacht auf Sonntag (3 Uhr) mit Argentinien. Der ehemalige Nati-Goalie zeigt sich vor allem von der mentalen Stärke des Gegners beeindruckt. «Argentinien hat einfach einen unglaublichen Willen – sie lagen 0:2 zurück und holten noch auf. Dann haben sie natürlich einen Messi, den du nicht das ganze Spiel unter Kontrolle haben kannst», fasst der 55-Jährige zusammen.
Ein Kenner der Albiceleste ist auch blue Sport Chefredaktor Andreas Böni, dessen «halbe Familie» im 45-Millionen-Land wohnt. Die Argentinier seien überzeugt, dass die Nati keine Hürde darstellt, erläutert Böni. «In Argentinien wissen sie noch nicht, wie gut wir sind», scherzt er.
Zubi macht hingegen klar, dass die Südamerikaner die Yakin-Truppe nicht auf die leichte Schulter nehmen werden, zumal man gegen Ägypten und Kap Verde «zweimal den Kopf aus der Schlinge gezogen» habe. Er habe schon mit Pablo Zabaleta telefoniert, der bei der FIFA mit ihm in der ‹Technischen Studiengruppe› sei. «Das wird sehr schwierig für dich werden, habe ich gesagt», lacht Zubi.
Die Jungs von Lionel Scaloni seien alle top, so Zubi weiter, aber: «In der Verteidigung sind sie nicht ganz sattelfest», streicht er die Schwäche heraus. Während Abwehrchef Cristian Romero und seine Kollegen in der Gruppenphase nur einen Treffer kassierten, gab es in den beiden K.o.-Spielen jeweils zwei Gegentore.

Das Abwehrduo Lisandro Martínez (r.) und Cristian Romero war in der K.o.-Phase nicht unüberwindbar.
www.imago-images.de
Auf der anderen Seite zeigt sich Zubi beeindruckt vom «guten Mittelfeldpressing». «Die Schweizer dürfen ja nicht den Ball in die Mitte spielen, da wird man zerschnetzelt. Dort gehen sie drauf wie bissige Hunde», warnt er. Bei Balleroberungen gehe es dann rasch vertikal vorwärts, erläutert der 51-fache Internationale.
Was das heisst? «Der Ball wird in den Raum zwischen Mittelfeld und Verteidigungskette des Gegners gespielt. Dort wartet Messi und übernimmt den Ball – und dann geht es los», macht er klar.
Die WM werde von der individuellen Klasse von Ausnahmespielern geprägt, erläutert Zubi. «Messi ist ein absoluter Superstar. Aber wir haben auch andere Superstars bei diesem Turnier, die extrem über sich hinauswachsen. Die Mannschaften, die vorne dabei sind, haben einen Superstar im Team.» Die Schweizer Nationalmannschaft gehe aber einen anderen Weg. «Wir sind wirklich im Moment ein absoluter Vorreiter des Kollektiven. Ich hoffe, dass wir damit hier erfolgreich sein können», betont Zubi.