Wie viel kostet meine Seele? Barcelonas Untergang – die Chronologie des Zerfalls

Von Tobias Benz

3.9.2021

BARCELONA, SPAIN - AUGUST 08: Lionel
Lionel Messi verkündet seinen Abgang aus Barcelona und bricht in Tränen aus.
Bild: Getty

«Més que un club» – mit diesem historischen Motto wirbt der FC Barcelona seit anhin um die Gunst seiner Fans. «Mehr als ein Klub.» Abgesehen von einem gigantischen Schuldenberg ist nicht viel davon übrig geblieben.

Von Tobias Benz

3.9.2021

«An einem schwülen Spätsommernachmittag waren die Verantwortlichen des FC Barcelona in eines der exklusivsten Hotels von Monte Carlo gekommen, um mit Borussia Dortmund einen Deal für eines der aufregendsten jungen Talente Europas abzuschliessen: Ousmane Dembélé. Die beiden Manager umarmten sich, bevor sie an die Tür klopften», wissen Tariq Panja and Rory Smith von der «New York Times».

In einer Hintergrundgeschichte über den FC Barcelona beschreiben die beiden Autoren die Verhandlungen Josep Bartomeus mit dem BVB aus dem Jahr 2017. Der FCB-Präsident hatte sich für eine Strategie und einen Preis entschieden. 80 Millionen Euro war Dembélé in Barcelonas Augen wert. Keinen Cent mehr. Auch wenn Dortmund ein Vielfaches verlangen würde, die beiden Verantwortlichen würden nicht nachgeben. 

Als sie eintraten, mussten sie feststellen, dass die Deutschen ihrerseits eine Strategie parat hatten. Für Smalltalk war keine Zeit, die Verantwortlichen des BVB hatten einen Flug zu erwischen, wie sie sagten. 160 Millionen Euro forderten sie für Dembélé. Man war nicht gekommen, um zu verhandeln.

Josep Maria Bartomeu zögerte nicht lange und erklärte sich bereit, fast den gesamten Betrag auf einen Schlag zu bezahlen.

Ein symbolischer Kniefall des Barça-Präsidenten, der in seiner sechsjährigen Amtszeit einen der reichsten Fussballvereine der Welt in den Ruin trieb. Aber alles der Reihe nach. 

Kapitel 1: Sandro Rosell

Sandro Rosell wird im Juni 2010 zum Präsidenten des FC Barcelona gewählt.
Bild: KEYSTONE

«Qatar Foundation»

Im Jahr 2011 wird der Untergang eingeleitet. Die USA töten Osama bin Laden, Charlie Sheen wird bei «Two and a Half Men» entlassen und der FC Barcelona erhält einen Trikotsponsor. Zum ersten Mal in der Klubgeschichte ist das ikonische blaurote Shirt nicht mehr unbeworben – «Qatar Foundation» soll fortan in goldenen Lettern auf der Front prangen. Für viele Anhänger der Anfang vom Ende. Sie werden recht behalten.

150 Millionen lässt sich die katarische Stiftung den Spass kosten. Der Vertrag läuft über fünf Jahre und gilt als der höchstdotierte überhaupt im Weltfussball. Die Katalanen steigen in die Riege der Superreichen auf. Die Kassen sind voll, der Fussball eindrücklich. Und nun hatte ein Klub, der sich bereits ohne Sponsor einen der teuersten Kader der Welt leisten konnte, plötzlich 30 Millionen mehr auf dem Konto. Jedes Jahr. Eine Unmenge an Geld zur damaligen Zeit.

Geld, das Barcelona unter der Führung des Präsidenten Sandro Rosell in den Transfermarkt stecken will. Rosell, der sein Amt 2010 von demselben Joan Laporta übernimmt, der elf Jahre später den Verein wieder aus dem Dreck ziehen soll, investiert zunächst überlegt und dosiert. 

Rosell hatte einen finanziell gesunden Verein und einen mit Star-Spielern aus der eigenen Jugendakademie gespickten Kader übernommen. Doch bald schon weckt ein junger Brasilianer, der mit seinen Zaubertricks am Ball Schockwellen bis nach Europa entsendet, sein ungeteiltes Interesse.

Messi (l.) und Xavi werden 2011 zu Werbeträgern für Katar.
Bild: KEYSTONE

Die Causa Neymar

Nachdem die jahrelange Suche für einen Sturmpartner Messis erfolglos verläuft, muss es letztlich ein Grosseinkauf richten. Weder die hochgelobten Eigengewächse Ibrahim Affelay und Pedro Rodriguez noch der eigentlich treffsichere David Villa können die katalanische Sehnsucht nach einem zweiten Ausnahmekönner stillen.

Deshalb lenkt Rosell im Sommer 2013 ein und rührt für das Jahrhunderttalent aus Brasilien zum ersten Mal mit der in Katar vergoldeten Kelle an. Schliesslich kann er es sich leisten, in den drei Jahren zuvor bleiben die Netto-Ausgaben für Transfers mit 66 Millionen moderat. Das soll sich nun ändern.

Wie viel Neymar den FCB in jenem Sommer kostet, wird nie öffentlich. Schätzungen belaufen sich auf rund 88 Millionen Euro – 2013 ein klarer Vereinsrekord. Die Geheimniskrämerei um den Preis des damals 21-Jährigen wird Rosell letztlich den Kopf kosten. Am 22. Januar 2014 gerät der Barça-Präsident wegen des Mega-Transfers ins Visier der spanischen Finanzbehörden. Gegen ihn wird mit Verdacht auf Unterschlagung und Geldwäsche ermittelt. Einen Tag später tritt er zurück. 2017 wird er festgenommen, seine Konten eingefroren.

Ex-Barcelona-Präsident Sandro Rosell (l.) begrüsst Neymar in Barcelona.
Bild: KEYSTONE

Und obwohl Neymar weder auf fussballerischer noch auf finanzieller Ebene die Verantwortung für Barcelonas Niedergang zugeschrieben werden kann, so trägt er trotzdem massgeblich dazu bei. Es ist sein Transfer, der die Ernennung des neuen Präsidenten, Josep Maria Bartomeu, in die Wege leitet, und es ist sein Können auf dem Platz, das diesen festigt.

Kapitel 2: Josep Maria Bartomeu

Ein falsches Erfolgsversprechen

Bartomeu ist ein spanischer Geschäftsmann. Sein Familienunternehmen baut die Brücken, die vom Gate zum Flugzeug führen. Als «liebenswürdiger Kerl» wird er gerne beschrieben. Im Frühjahr 2014 erlangt er überraschend das Amt des Interimspräsidenten des FC Barcelona. Als Rosells Vize übernimmt er dessen vakanten Posten. Nur vorübergehend, wie alle annehmen. Weit gefehlt.

Denn der Erfolg der «Blaugrana» kommt zum falschen Zeitpunkt. 2015 gewinnt das Star-Ensemble, zu dem Bartomeu wenige Monate nach seinem Amtsantritt auch den 80 Millionen Euro schweren Luis Suarez hinzufügt, in Berlin die Champions League. Das Triple ist perfekt. Der Triumph gibt Bartomeu verständlicherweise Rückenwind. Einen Monat später feiert er bei der Präsidentschaftswahl einen Erdrutschsieg. Sein damaliger Konkurrent? Joan Laporta.

Das Problem: Bartomeu weiss ziemlich wenig über Fussball, geschweige denn das Fussball-Business. Massgeblich verantwortlich für die erfolgreichen Transfers von Neymar und Suarez ist ein anderer. Es ist der damalige Sportdirektor und ehemalige Torhüter Andoni «Zubi» Zubizarreta, der das gefürchtete Angriffs-Trio «MSN» – Messi, Suarez, Neymar – in die Wege leitet.

Doch Bartomeu entlässt Zubi. Die Entscheidung markiert den Start einer nicht endenden Direktoren-Rochade. Zum Ende seiner Amtszeit beim FC Barcelona fungieren unter Bartomeu insgesamt fünf verschiedene Sportdirektoren.

Vom Triple zum Fast-Bankrott: Josep Bartomeu machte sich während seiner sechsjährigen Amtszeit wenige Freunde.
Bild: KEYSTONE

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Langsam schwindet das Vermögen der Katalanen. Europaweit gewinnen Klubs superreicher Besitzer immer mehr Einfluss. In Frankreich setzt sich Paris Saint-Germain an die Spitze, angetrieben durch die endlosen Reichtümer Katars. In England machen Chelsea und Manchester City Boden gut, unterstützt durch Geldgeber aus Russland und Abu Dhabi. 

Der Geldsegen der «Ölvereine» ist unermesslich. Die klassischen Top-Klubs, die jahrelang die Spitze der Ernährungskette bildeten, müssen umdenken. Neue Geschäftsmodelle sind gefragt. Nicht so in Barcelona. 

Bestätigt durch die Erfolge Neymars und Suarez’, ist es Bartomeus Bestreben, die neue Einkaufsstrategie fortzusetzen. In den nächsten Jahren soll sich die «Blaugrana» weniger auf die Erhaltung und Umsetzung der jahrelang erfolgreichen Jugendakademie «La Masia» konzentrieren, sondern auf die Talentsuche ausserhalb des Klubs.

Wie sehr sich der FC Barcelona dieser Taktik verschreibt, zeigt ein kurzer Blick auf die Kaderlisten. Während am 25. November 2012 beim Ligaspiel gegen Levante noch zehn der elf Akteure aus der Startaufstellung der hauseigenen «La Masia»-Akademie entsprungen waren, so sind es fast ein Jahrzehnt später, beim 2:1-Sieg über Getafe am 29. August 2021, noch deren drei. Der jüngste von ihnen, Sergi Roberto, ist 29 Jahre alt.

Bis auf Dani Alves (Zweiter von links, unten) durchliefen alle Barça-Spieler, die am 25. November 2012 gegen Levante in der Startelf standen, die Jugendakademie La Masia.
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Von steigenden Preisen

Für ein Gesamtvolumen von fast 200 Millionen Euro werden in den Jahren 2015 und 2016 Spieler wie Arda Turan, Aleix Vidal, André Gomes oder Paco Alcacer ersteigert. Ein jeder scheitert im Dress des FC Barcelona, ein jeder verlässt den Klub für deutlich weniger Geld. Gleichzeitig steigt Neymar der Erfolg zu Kopf. Der Brasilianer hat keine Lust mehr, hinter Messi die zweite Geige zu spielen, und forciert im Sommer 2017 einen Wechsel zur aufkommenden Konkurrenz. Zu Paris Saint-Germain.

Für die festgeschriebene Ausstiegsklausel von 222 Millionen Euro transferiert der Angreifer in die französische Hauptstadt. Ein neuer Rekord im Weltfussball, in erster Linie aber ein Affront sondergleichen für den FC Barcelona. Nie musste der stolze Klub aus Katalonien bis dato seine besten Spieler ziehen lassen. Bartomeu fürchtet eine Fan-Revolte. 

Der Transfer trifft den FC Barcelona aber nicht nur im Stolz und auf dem Platz, sondern ironischerweise auch finanziell. Bartomeus Versagen, die Ausstiegsklausel des Brasilianers – wie in Spanien üblich – auf unbezahlbarem Niveau zu halten, sollte ihn teuer zu stehen kommen. Nach Neymars Rekord-Wechsel ist der Transfermarkt nicht mehr derselbe. Bis heute.

Mittlerweile ein gewohntes Bild: Neymar im Dress von PSG.
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Der Durchschnittspreis für Fussballspieler schiesst inflatiös in die Höhe. Ein Spiel, das nur die neureichen Scheichklubs spielen können. Und die Katalanen, deren Westentasche augenscheinlich aus allen Nähten zu platzen droht. Neben den 222 Millionen Euro profitiert der Klub auch vom jährlich steigenden Umsatz. 

Bartomeu preist die einzigartige Strahlkraft des Traditionsklubs und pocht darauf, bald als erster Sportklub weltweit einen Umsatz von über einer Milliarde Euro zu erreichen. Trotz seiner Unfähigkeit in anderen Bereichen wird der «liebenswürdige Kerl» sein Versprechen in dieser Hinsicht im Jahr 2019 tatsächlich einhalten. Alles im Lot also. Denkste.

Mehr Schein als Sein

Zwar steigen Umsatz und Einnahmen jährlich, trotzdem beginnt der Verein unter der Fassade langsam, aber sicher zu bröckeln. Über die Zeit steigen die Gehälter der Star-Spieler ins Unermessliche. An vorderster Front zieht ausgerechnet Gallionsfigur Lionel Messi seine Farben in den Schuldensumpf.

Im Januar 2021 wird ersichtlich, wie viel der argentinische Ausnahmekönner seinen Verein gekostet hat, als die spanische Tageszeitung «El Mundo» Auszüge aus Messis Vertrag veröffentlicht. Dieser dotiert über fünf Jahre auf sagenhafte 555 Millionen Euro. In die Wege geleitet hat diesen Josep Maria Bartomeu.

«Messi war nicht das Problem. Das Problem war die Ansteckung des Restes der Mannschaft», sagt ein Klubverantwortlicher später der «Financial Times». Wenig verwunderlich verlangen nämlich bei jeder Lohnerhöhung Messis auch die anderen Stützen des Teams einen Zustupf. Abgelehnt wird nie. Einen weiteren hochkarätigen Abgang darf sich der Präsident nicht erlauben.

Teurer Torgarant: Messis Salär verdreifachte sich zwischen 2015 und 2020.
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Kapitel 3: Apokalyptische Beharrlichkeit

Mit dem Kopf durch die Wand

Ungeachtet der finanziellen Unebenheiten und aller seiner bisherigen Fehleinkäufe steigert sich Bartomeu nach dem Abgang Neymars in einen fatalen Kaufrausch. Gerüchten zufolge entscheidet er sich in jenem Sommer gegen die Verpflichtung eines vielversprechenden französischen Talents namens Kylian Mbappé und befindet auch einen jungen Norweger namens Erling Braut Haaland als «unpassend» für das Barcelona-Modell.

Stattdessen richtet sich seine Aufmerksamkeit auf Borussia Dortmund und Ousmane Dembélé. Es kommt zu jenen verhängnisvollen Verhandlungen in einer Luxus-Suite in Monte Carlo. Kurz darauf wird der 20-Jährige hinter Neymar zum zweitteuersten Spieler der Welt und gleichzeitig zum vielleicht grössten Misstritt Bartomeus. Dembélé schlägt ein wie ein Blindgänger. Der Franzose verletzt sich kurz nach seiner Ankunft in Barcelona und soll fussballerisch nie mehr die Höhen seiner Dortmund-Zeit erreichen.

Unbeirrt dessen überweist Barça keine sechs Monate später einen ähnlichen Betrag für den offensiven Mittelfeldspieler Philippe Coutinho an den FC Liverpool. Laut «Transfermarkt» sind es dieses Mal 135 Millionen Euro. Schlussendlich sanktioniert Bartomeu in der Saison 17/18 die Gesamtsumme von 375 Millionen Euro für Neuzugänge. Das Neymar-Geld ist längst ausgegeben. Und noch einiges mehr.

BARCELONA, SPAIN - MAY 09:  Philippe Coutinho (L) of Barcelona celebrates with Ousmane Dembele of Barcelona after scoring a goal during the La Liga match between Barcelona and Villarreal at Camp Nou on May 9, 2018 in Barcelona, Spain.  (Photo by Quality Sport Images/Getty Images)
Coutinho und Dembélé kosteten den FC Barcelona rund 300 Millionen Euro.
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Fadenscheinige Hinterzimmer-Deals

Der kurioseste Transfer der Bartomeu-Ära ereignet sich aber zwei Jahre später. In einem Wechselfenster, in dem erneut über 300 Millionen Euro ausgegeben werden, und unter anderem Antoine Griezmann und Frenkie de Jong nach Barcelona wechseln, mögen sieben Millionen Euro als «Peanuts» abgetan werden, doch die Art und Weise des Transfers zeigt auf, wie unglaublich fahrlässig Bartomeu sein Schiff in den Eisberg steuert.

Im Januar 2020 verpflichtet der FC Barcelona einen Reserve-Mittelfeldspieler namens Matheus Fernandes vom brasilianischen Klub Palmeiras. Es ist nicht genau bekannt, wie der 7-Millionen-Transfer zustande kam, aber klar ist: Die grosse Mehrheit soll gar nichts davon erfahren. Der Spieler wird nämlich auf eigenartige Weise geheim gehalten und nie offiziell als Barça-Spieler präsentiert.

Im Nachhinein lässt sich Palmeiras Sportdirektor Alexandre Mattos zitieren, er sei für verrückt erklärt worden, als er einen Spieler, der nicht einmal für Palmeiras spielte, einem der grössten Klubs der Welt verkaufen wollte. Aber Barcelona beisst an und bezahlt jene 7 Millionen Euro. Im Sommer 2021 verlässt Fernandes die Katalanen ablösefrei und kehrt nach Brasilien zurück. Insgesamt trägt er das blaurote Barça-Shirt für sage und schreibe 17 Minuten.

Einen ähnlich kuriosen, aber einfacher erklärbaren Deal führt Bartomeu im vergangenen Sommer durch. Nachdem die Covid-Pandemie den mittlerweile finanziell völlig ausgemergelten Klub mit voller Wucht trifft, müssen auf der Einnahmenseite dringend schwarze Zahlen her. Dafür lässt sich der blauäugige Präsident etwas ganz Ausgefuchstes einfallen.



In einer Charade von Schein-Transaktionen «verkauft» Barcelona den brasilianischen Mittelfeldspieler Arthur Melo für 72 Millionen Euro an Juventus Turin. Im Gegenzug transferieren die Italiener, die ihrerseits die Bücher berichtigen müssen, den Bosnier Miralem Pjanic für 60 Millionen Euro nach Barcelona. Gemäss «Financial Times» werden diese Summen nie bezahlt. Lediglich die zwölf Millionen Euro Differenz fliessen von Turin nach Barcelona.

Der Untergang

Viel mehr Zeit für krumme Geschäfte bleibt Bartomeu dann nicht mehr. Nachdem ihm vorgeworfen wird, sich mit einer skurrilen Social-Media-Kampagne in besseres Licht zu rücken, entbrennt ein öffentlicher Streit mit Lionel Messi. Es ist ein Streit, den in Barcelona niemand gewinnen kann. Schon nach kurzer Zeit ist klar: Messi bleibt. Bartomeu geht.

Am 27. Oktober 2020 tritt der dann 56-Jährige zurück. Endlich heisst Barcelonas Präsident Joan Laporta. Jener Laporta, der den Verein 2003 bereits aus einer misslichen finanziellen Lage befreite, ihn 2010 in die unrühmlichen Hände Rosells übergeben musste und bei der folgenschweren Wahl 2015 hinter Bartomeu Zweiter machte. Und der Rechtsanwalt räumt auf.

Joan Laporta muss beim FC Barcelona erneut den Retter spielen.
Bild: KEYSTONE

Im Sommer 2021 verdeutlicht Laporta die prekäre finanzielle Situation der Katalanen mit erschreckenden Zahlen. Die Schulden belaufen sich ab dem 30. Juni auf 1,35 Milliarden Euro. Die Spielersaläre betragen 103 Prozent des Einkommens und im Frühjahr 2021 sei ein Notkredit aufgenommen worden, weil die Löhne etlicher Spieler und Mitarbeiter des Klubs ansonsten nicht hätten bezahlt werden können.

Eine Vertragsverlängerung mit Messi ist unmöglich. Das Kronjuwel des FC Barcelona wechselt, wie Neymar vier Jahre zuvor, nach Paris. Diesmal aber ablösefrei. Am letzten Tag des Transferfensters verlässt auch Antoine Griezmann den Verein. Jener Spieler, der vor gerade einmal zwei Jahren mit Pauken und Trompeten als neuer Erlöser im Camp Nou vorgestellt wurde.

Nach über zehn Jahren der Misswirtschaft ist der Klub am Ende. Mit dem Ideengespenst «European Super League» will Barça nun versuchen, den finanziellen Schaden zu beheben. Das wiederum sorgt bei den Anhängern für noch rötere Köpfe. So oder so braucht der FC Barcelona mehr als nur einen neuen Anstrich. Wie sein altehrwürdiges Stadion. Im Camp Nou haben die Gesichter gewechselt. Anstelle von Messi, Suarez und Neymar stehen heute Martin Braithwaite, Luuk de Jong und Memphis Depay. Nun muss auch die Mentalität ändern, ansonsten droht beim «reichsten Fussballklub der Welt» das grosse Lichterlöschen.

Die besten Reaktionen zum Barça-Desaster

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Barcelona hat schon bessere Zeiten erlebt. Nach dem Abgang von Antoine Griezmann und der Verpflichtung von Luuk de Jong sind die Fans der Katalanen bedient.

01.09.2021