Das sagt Bruder Ralf über die Schumi-Doku auf Netflix

Von Martin Abgottspon

20.9.2021

Ralf Schumacher findet die Dokumentation über seinen Bruder «sportlich sehr schön getroffen».
Ralf Schumacher findet die Dokumentation über seinen Bruder «sportlich sehr schön getroffen».
Getty Images

Ralf Schumacher kommt in der neuen Netflix-Dokumentation über seinen Bruder selber zu Wort. Die ganze Reportage hat aber auch er erst kürzlich gesehen und ist grösstenteils positiv überrascht.

Von Martin Abgottspon

20.9.2021

Jahrelang fuhren Ralf Schumacher und sein Bruder Michael Seite an Seite in der Formel 1. Wobei Seite an Seite vielleicht nicht die passendste Beschreibung ist, da Michael vor allem nach der Jahrtausendwende die meisten Kontrahenten nur noch in seinem Ferrari-Rückspiegel sah.



Ralf Schumacher war für seinen Bruder aber immer eine wichtige Bezugsperson und auch in der kürzlich erschienen Netflix-Dokumentation über Michael Schumacher nimmt Ralf mehrmals Stellung. Die ganze Sendung hat aber auch er erst kürzlich gesehen, wie er in einem Interview in «AvD Motor & Sport Magazin» von «Sport 1» kürzlich verriet.

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«Wir waren bekannt wie Helmut Kohl»

«Da waren viele Jahre, in denen ich nicht involviert war», erklärt Ralf Schumacher und fügt an: «Es wäre natürlich viel mehr da gewesen, es war ja eine sehr lange Zeit. Aber ich glaube, es ist zumindest in Sachen Motorsport und sportlich sehr, sehr schön getroffen. Auch viele private Einblicke, auch von der Familie, speziell der Kinder und der Mutter. Das fand ich schon sehr toll, sehr offen», fasst der Bruder seine Eindrücke zusammen. Sein Teil sei «ja auch schon ein bisschen her, das hat sich alles ein bisschen verzögert.» Aber es sei schön gewesen, den Film anzusehen. 

Generell teilt Ralf viele Ansichten seines Bruders aus der Dokumentation. Auch er litt phasenweise unter der enormen Bekanntheit und der damit verbundenen Pressearbeit. «Wir waren damals so bekannt wie Helmut Kohl», so Ralf Schumacher. Und weiter: «Man konnte sich nirgendwo hinwagen. Boulevard-Presse war ein Riesenanteil.» Diesen Rummel vermisst der jüngere Bruder heute kaum.

Nur positive Worte für seinen Bruder

In der Netflix-Dokumentation sieht man nur wenige gemeinsame Ausschnitte der beiden Brüder. Das sei aber nicht auf ein schlechtes Verhältnis zurückzuführen, wie Ralf versichert. «Wir kamen immer gut aus. Allerdings haben wir auch sechseinhalb Jahre Altersunterschied.» Dies habe dazu geführt, dass es immer wieder Lebensabschnitte gab, in welchen sie sich vielleicht nicht ganz so nahestanden.

Über das Grosse und Ganze gesehen, habe Michael ihm aber immer wieder geholfen, egal ob zu Kart-Zeiten oder auch später in der Formel 1. Da sei es zwar etwas anders gewesen, aber auch «sehr schön». Sein Fazit fällt daher auch lange nach der aktiven Zeit im Motorsport durchwegs positiv aus: «Wir hatten eine schöne Kindheit, wir haben viel Zeit zusammen verbracht. Wir haben uns auf den Winter gefreut, da war die Kartbahn auch mal zu und wir hatten mehr Zeit für uns. Das war schon toll. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen, vor allem auf dem Niveau und an den schönsten Orten der Welt. Das waren schöne Zeiten.»