Stroll beschimpft Vettel als «Idiot» – Ferrari-Pilot droht Sperre

8.9.2019 - 20:17, dpa/jar

Sebastian Vettel ist nicht zufrieden mit seiner Leistung in Monza.
Bild: Keystone

Schon wieder ein Rennen zum Vergessen für Sebastian Vettel. Während in Monza sein Ferrari-Kollege Charles Leclerc zum gefeierten Helden wird, bleibt dem Deutschen nur der Frust.

Sebastian Vettel versuchte voller Frust und Enttäuschung, sein Fiasko beim Ferrari-Heimspiel zu erklären, während die Tifosi im roten Tollhaus von Monza den neuen König der Scuderia am liebsten auf Händen über die gesamte Strecke getragen hätten. «Es geht über alles hinaus, was ich mir als Kind erträumt habe. Diese vielen Menschen, die singen und jubeln», schwärmte Charles Leclerc nach seiner Triumphfahrt zum ersten Formel-1-Sieg von Ferrari beim Grossen Preis von Italien seit neun Jahren vor Valtteri Bottas und Lewis Hamilton von Mercedes.

In der Box der Roten küssten und herzten sich alle. Die Fans stürmten nach dem zweiten Leclerc-Sieg nacheinander zum Podium und verwandelten die Start- und Zielgerade auf dem Autodromo Nazionale in ein rotes Menschenmeer. Von Vettel war nichts zu sehen. Der viermalige Weltmeister lieferte ein Rennen zum Vergessen ab und wurde nach einem Dreher und einer Zeitstrafe nur 13.



In der siebten Runde passierte es: Auf Rang vier liegend leistete sich Vettel einen Dreher und geriet neben die Strecke. Bei der Rückkehr touchierte er dann das Auto von Racing-Point-Pilot Lance Stroll. Der Ferrari-Pilot brauchte darauhin einen neuen Frontflügel und fiel ans Ende des Feldes zurück, zudem bekam er eine zehn Sekunden Stop-and-Go-Strafe. Ärger bei Vettel und Wut bei Stroll, der in den Boxenfunk schimpfte: «Er kam einfach wie ein Idiot zurück auf die Strecke».

Dieser Dreher kostet Vettel wichtige WM-Punkte.
Bild: Getty

Vettel droht eine Sperre

Vettel war nach dem Rennen bedient. «Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung», sagte er kurz angebunden. «Was die andere Seite des Teams angeht, ist dann eigentlich egal.» Vettel muss trotz aller Beteuerungen gehörig um seinen Status im Team bangen. Zu viele Fehler, keine Siege. «Nein, das wird nichts ändern», versicherte zwar Ferrari-Teamchef Mattia Binotto mit Blick auf eine möglicherweise veränderte Hackordnung nach der nächsten persönlichen Monza-Pleite von Vettel. 

Das Manöver könnte für den Deutschen weitere unangenehme Folgen haben. Denn die Rennleitung belegte den 32-Jährigen nachträglich mit drei Strafpunkten. Damit steht Vettel nun bereits bei insgesamt neun Strafpunkten, bei einer Gesamtzahl von zwölf würde er für ein Rennen gesperrt werden.

Leclerc überholt Vettel in der WM-Wertung

Mit seinen beiden Grand-Prix-Erfolgen von Pole aus binnen acht Tagen hat Leclerc Vettel in der Gesamtwertung überholt, er ist auf Platz vier vorgerückt, hat nun 182 Punkte. Vettel – seit mehr als über einem Jahr schon ohne Sieg – bleibt als Fünfter bei 169 Zählern. Er hat 115 Punkte Rückstand auf Hamilton. Unter normalen Umständen ist dem 34 Jahre alten Superstar der sechste Titel nicht mehr zu nehmen, Bottas hat als Zweiter 63 Punkte weniger.

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