Die Sprintrennen der Formel 1 bringen Spektakel. Die Fahrer üben in Baku aber auch deutliche Kritik. Vor allem der Weltmeister wünscht sich eine Rückkehr zu den Traditionen der Rennserie.
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- In der Formel 1 wurde das Format der Sprintrennen angepasst. Bei den Fahrern sorgt das nicht gerade für Begeisterung.
- «Das ist kein Racing, das ist Zocken wie im Casino», sagt Max Verstappen. Auch Sergio Perez und Charles Leclerc äussern Kritik.
- Der Sprint-Sieg in Baku geht an Perez. Verstappen schimpft nach dem Rennen mit Mercedes-Pilot George Russell.
Weltmeister Max Verstappen hat das neue Sprint-Format der Formel 1 erneut deutlich kritisiert. «Das ist kein Racing, das ist Zocken wie im Casino. Das ist mehr für die Show», sagte der Red-Bull-Pilot am Samstag nach seinem dritten Platz im ersten Sprint des Jahres in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Der 25-Jährige sprach bei einer Pressekonferenz auch von «künstlicher Spannung» und ergänzte deutlich: «Mir macht das keinen Spass.»
Angefressen war Verstappen schon während des Rennens. Weil ihn George Russell im Mercedes ausgebremst hatte, schimpfte der Niederländer nach der Zieleinfahrt mit dem Briten und beleidigte ihn als «Dickhead» (zu Deutsch: Schwachkopf).
Auch Sieger Perez äussert Kritik
Insgesamt finden in diesem Jahr sechs Sprints statt. Zum ersten Mal gab es dafür in Baku fünf Stunden vor dem Start eine eigene Qualifikation. Im sogenannten Sprint Shootout hatte sich Charles Leclerc die Pole Position gesichert. Sieger Perez kritisierte vor allem die Pause zwischen den beiden Sessions. «Das ist ein bisschen zu lang, das müssen wir uns nochmal anschauen, dass wir das effektiver gestalten», sagte der Mexikaner. Es sei für die Fahrer schwierig, über so lange Zeit die Konzentration hochzuhalten, ergänzte der Mexikaner.
Geht es nach Verstappen, könnten die Sprints auch einfach wieder abgeschafft werden. «Es ist wichtig, dass wir dazu zurückkommen, was wir hatten», sagte der zweimalige Champion. Er ist grosser Befürworter des normalen Formats mit einem Qualifying am Samstag und einem langen Rennen am Sonntag. Es müssten Wege gefunden werden, das Feld näher zusammenzubringen. Das würde laut des Champions für die meiste Spannung sorgen, nicht aber neue Formate und immer wieder neue Ideen.
Eine Abschaffung der Sprints ist allerdings unrealistisch. Die Formel 1 erhofft sich durch weniger Trainings und die Einführung der Kurz-Rennen mit nur 100 Kilometern Länge mehr Spektakel und Action auf der Strecke.
«Ich möchte nicht, dass dies das Standard-Format wird», sagte auch Ferrari-Star Leclerc. Drei- bis viermal pro Saison zu sprinten sei «okay», ergänzte der Monegasse und erklärte: «Es bringt viel mehr Druck auf die Fahrer.» Dem stimmte auch Perez zu, der sich ebenfalls für nicht mehr als vier Sprints pro Jahr aussprach. «Es ist einfach sehr hektisch», fügte Verstappen hinzu.