Langlauf Nadja Kälin mit starkem Platz 6 im Skiathlon

sda

2.3.2025 - 15:06

Nadja Kälin
Nadja Kälin
Keystone

Die Langläuferin Nadja Kälin überzeugt an der WM Trondheim in einem dramatischen Rennen mit Platz 6 Skiathlon. Das Publikum bekommt grossen Sport mit einem Hitchcock-Finale geboten.

Keystone-SDA, sda

Daran musste sich Nadja Kälin erst ein wenig gewöhnen. Auf dem langen Weg durch die Mixed Zone musste die Schweizerin im norwegischen Dauerregen immer wieder anhalten und auf Englisch Auskunft geben. Ihre bärenstarke Leistung war auch internationalen Beobachtern nicht verborgen geblieben. Immerhin war sie hinter drei Norwegerinnen und zwei Schwedinnen «Beste des Rests».

Kälin kam nach je 10 km in der klassischen und der Skating-Technik mit 1:16 Minuten Rückstand auf die Siegerin Ebba Andersson ins Ziel. Die Schwedin verteidigte ihren WM-Titel erfolgreich. Und Kälin bestätigte den Exploit von Mitte Februar in Falun, wo sie bei der WM-Hauptprobe im Skiathlon als Achte ihr bislang mit Abstand bestes Weltcup-Ergebnis geschafft hatte. Die 23-Jährige aus dem Engadin ist endgültig in neue Dimensionen vorgestossen. Sie hielt sich während des gesamten Rennens in den Top Ten auf.

Unglaubliches Publikum und geniale Ski

«Ich kann das gar nicht so ganz glauben», meinte die Bündnerin überwältigt. «Es war unglaublich vor so vielen Leuten zu laufen. Und wir hatten geniale Ski.» Als es in der dritten und letzten Klassisch-Runde gelaufen sei, habe sie gedacht, sie wolle eigentlich nicht vorne in der Verfolgergruppe laufen, damit sie im Skating-Part dann nicht mehr möge. «Aber plötzlich waren wir nur noch eine kleine Gruppe. Und mit dem Ski wusste ich immer, dass ich in den Abfahrten schnell wieder aufhole.»

Nadine Fähndrich, die WM-Dritte im Sprint, musste hingegen nach dem Skiwechsel nach 10 km aus der Verfolgergruppe abreissen lassen und kam als 14. ins Ziel. Anja Weber wurde 19. und sorgte damit auch für ein starkes Teamergebnis. Alle drei Schweizerinnen waren aber nie in der Spitzengruppe mit den skandinavischen Top-Läuferinnen vertreten. Therese Johaug hatte losgelegt wie die Feuerwehr und das Feld gleich in Einzelteile zerlegt.

Schwedinnen erneut als Spielverderber

Ebba Andersson setzte sich aber in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Sprint gegen Johaug durch. Die Siegerin musste per Zielfoto ermittelt werden. Beide Athletinnen wurden mit der gleichen Zeit gewertet, wenige Zentimeter entschieden über Gold und Silber.

Die 36-jährige Johaug verpasste somit ihre erste WM-Goldmedaille nach der Babypause. Bronze holte die Sprint-Siegerin Jonna Sundling. Sie hatte nach einem Sturz zu Beginn der Schlussrunde den Anschluss verloren.

Norwegens Frauen kassierten auch im zweiten Langlauf-Rennen dieser WM eine Niederlage gegen die Schwedinnen. Zu den Verliererinnen zählte erneut die Weltcup-Leaderin Jessie Diggins aus den USA. Ihr Material funktionierte bei Regen und stark gesalzener Piste wie schon im Sprint nicht.