Olympia ruft – doch nicht alle dürfen mit: Wer die Schweiz an den Winterspielen 2026 vertreten will, muss gewisse Kriterien erfüllen. blue News wirft einen Blick auf das Selektionskonzept für unsere Ski-Stars.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Swiss-Ski-Athlet*innen müssen für die Olympia-Selektion bestimmte Weltcup-Ergebnisse (z. B. Top-7-Platzierung oder zweimal Top 15) im Zeitraum bis zum 25. Januar 2026 vorweisen.
- Athlet*innen, die wie Corinne Suter verletzt ausfielen, können über eine Ausnahme («Medizinalklausel») dennoch berücksichtigt werden.
- Bei Übererfüllung der Quoten entscheidet eine Selektionskommission anhand von Zusatzkriterien wie Form, Potenzial und Gesundheit.
- Heute Montag wird bekannt, wer an die Olympischen Spiele darf – und wer zuhause bleiben muss.
Alleine die Teilnahme an Olympischen Spielen ist für viele Sportler ein Lebenstraum. Für die Skifahrer von Swiss-Ski geht es aber selbstverständlich um mehr. Aber wer darf überhaupt um olympisches Edelmetall fahren? Das ist alles im Selektionskonzept Ski Alpin von Swiss Olympic festgelegt. blue News fasst die wichtigsten Punkte zusammen.
Wie viele Athletinnen von Swiss-Ski dürfen an Olympia teilnehmen?
Gemäss dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gelten für die einzelnen Nationen folgende Kriterien:
• Total maximal 22 Athlet*innen pro Nation
• Maximal 11 pro Geschlecht
• Maximal 4 pro Disziplin und Geschlecht
• für den Team-Wettkampf dürfen 4 Teams (à 2 Fahrer*innen) pro Geschlecht gestellt werden.
Wie lauten die Selektions-Kriterien?
Damit Athlet*innen selektiert werden, müssen im Weltcup der laufenden Saison folgende Kriterien erfüllt sein:
Gruppe 1: Athlet*innen mit klarem Medaillen- bzw. Diplompotenzial:
• 1x Top 7
oder
• 2x Top 15 (in der gleichen Disziplin)
Gruppe 2: Athlet*innen mit mittelfristigem Medaillen- bzw. Diplompotenzial
• Nachwuchsathlet*innen, welche die Hauptkriterien nicht erfüllt haben, können über die Zusatzkriterien zur Selektion beantragt werden. Allerdings werden Athlet*innen mit erfüllten Hauptkriterien gegenüber Nachwuchsathlet*innen prioritär selektioniert.
Welche Schweizer*innen und Schweizer haben die Kriterien erfüllt?
Männer (13)
Marco Odermatt (Abfahrt, Super-G, Riesenslalom)
Franjo von Allmen (Abfahrt, Super-G)
Alexis Monney (Abfahrt, Super-G)
Stefan Rogentin (Abfahrt, Super-G)
Niels Hintermann (Abfahrt)
Marco Kohler (Abfahrt), fällt mit Kreuzbandriss aus
Alessio Miggiano (Abfahrt)
Loïc Meillard (Super-G, Riesenslalom, Slalom)
Luca Aerni (Riesenslalom)
Thomas Tumler (Riesenslalom)
Tanguy Nef (Slalom)
Matthias Iten (Slalom)
Daniel Yule (Slalom)
Frauen (7)
Malorie Blanc (Abfahrt, Super-G)
Janine Schmitt (Abfahrt)
Camille Rast (Riesenslalom, Slalom)
Wendy Holdener (Riesenslalom, Slalom)
Vanessa Kasper (Riesenslalom)
Sue Piller (Riesenslalom)
Eliane Christen (Slalom)
Was ist mit Athlet*innen, die lange verletzt waren?
Es gibt jedoch eine Hintertür für Athlet*innen, die lange verletzt ausgefallen sind: Die Medizinalklausel. Im Selektionskonzept heisst es: «Für Athlet*innen mit erwiesenem Medaillen- oder Diplompotenzial kann aus medizinischen Gründen eine Sonderregelung getroffen werden.»
Dies könnte zum Beispiel im Fall von Corinne Suter (5 WM-Medaillen und Olympiagold) greifen. Die 31-Jährige gab nach einer Verletzung erst in Zauchensee ihr Comeback und hatte bis zu Olympia nur noch bei den Speed-Rennen in Tarvisio (15. in der Abfahrt, 24. im Super-G) die Chance, die Selektionskriterien zu erreichen.
Was, wenn zu viele Schweizer*innen die Selektionen erfüllen?
Hat ein Athlet oder eine Athletin die Hauptkriterien erreicht, bedeutet das nicht automatisch die Selektion für Olympia 2026. Pro Disziplin und Nation dürfen schliesslich nur 4 Fahrer*innen teilnehmen.
Falls also mehr Athlet*innen die Hauptkriterien erfüllen als Quotenplätze zur Verfügung stehen, entscheidet die Selektionskommission von Swiss-Ski aufgrund der folgenden Zusatzkriterien, welche Athlet*innen selektioniert werden:
• Wer im Weltcup im Selektions-Zeitraum die besseren Resultate geliefert hat.
• Das Potenzial
• Die Formkurve
• Die Gesundheit
Wann wird die Entscheidung gefällt?
Der Selektions-Zeitraum ist vom 1. Oktober 2025 (also vor dem Weltcup-Saisonstart) bis zum 25. Januar 2026. Das offizielle Selektionsdatum ist der 26. Januar.
Wer fällt die Entscheidung?
Der nationale Sportverband – in diesem Fall Swiss-Ski – stellt einen Selektionsantrag an die Selektionskommission von Swiss Olympic, welche die endgültige Entscheidung trifft.
Die Selektionskommission von Swiss-Ski besteht aus:
• Hans Flatscher, Direktor Ski Alpin
• Beat Tschuor, Cheftrainer Frauen
• Thomas Stauffer, Cheftrainer Männer
Die Selektionskommission von Swiss Olympic setzt sich zusammen aus:
• Ralph Stöckli, Chef de Mission (Vorsitz und Stichentscheid)
• Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin Swiss Olympic
• Mario Gyr, Mitglied Exekutivrat Swiss Olympic
• Matthias Kyburz, Mitglied Exekutivrat Swiss Olympic, Vertreter Athletes Commission
Wie läuft die Nominierung für den Team-Wettkampf?
Wie an der Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach gibt es auch an den Olympischen Spielen wieder einen Team-Wettkampf. In Zweierteams treten je ein*e Abfahrer*in und ein*e Slalomfahrer*in gemeinsam an. Es dürfen pro Nation und Geschlecht je vier Teams gestellt werden.
Im Selektionskonzept steht, dass für den Team-Wettkampf prioritär Athlet*innen bevorzugt werden, die sich bereits in einer Einzeldisziplin qualifiziert haben. Grundsätzlich wäre es aber auch möglich, zusätzliche Athlet*innen, welche die Hauptkriterien nicht erfüllt haben, aufzubieten.
Die Teams für die Team-Kombination werden erst vor Ort zusammengestellt. Dies in Absprache von Swiss-Ski und Swiss Olympic.